12.07.2010 · Kurz vor dem iPad-Kauf? Dann muss noch eine Entscheidung her: Wlan-Modell oder doch iPad mit UMTS-Modul, damit man überall online sein kann? Das iPad mit 3G kostet immerhin 100 Euro mehr, hinzu kommen die Datengebühren. Lohnt sich das?
Von Marco DettweilerWer sich grundsätzlich dafür entschieden hat, ein iPad zu kaufen, steht vor einer weiteren Wahl: Reicht ein Wireless-Lan-Modell oder ist ein Gerät mit zusätzlichem Mobilfunk-Modul nötig? Die Kaufentscheidung wird zunächst auch vom Preis beeinflusst. Schließlich kostet das iPad mit UMTS 100 Euro mehr. Um die Funknetzverbindung überhaupt nutzen zu können, braucht man einen Datentarif. Für iPad-Käufer, die wenig unterwegs sind, reicht eine (Micro-)Sim-Karte ohne Vertrag. Eine monatliche Grundgebühr entfällt. Der Aufenthalt im Internet wird stunden- oder tageweise abgerechnet.
Das kann bei mehreren Tagen im Monat allerdings teuer werden. So verlangt Vodafone für 24 Stunden 4 Euro. Dauersurfer sollten daher einen Flatrate-Vertrag wählen. Je nach Anbieter fallen monatlich 10 bis 25 Euro an. Hier sollte man genau in die Vertragsbedingungen schauen: Meist haben die günstigen Flatrates die Einschränkung, dass ab einem bestimmten Datenvolumen die Geschwindigkeit gedrosselt wird.
Das iPad „schluckt“ offiziell nur die sogenannte Micro-Sim-Karte. Sie ist kleiner als die übliche Sim-Karte, wie sie in Handys oder USB-Sticks verwendet wird. Doch letztlich kann man jede Sim-Karte zu einer „Micro“ machen, indem man den Plastikrand zuschneidet. Dadurch sind iPad-Nutzer unabhängig von den Spezial-iPad-Tarifen der Mobilfunkanbieter und können gegebenenfalls einen bestehenden Datentarif verwenden. Im Internet gibt es jede Menge Anleitungen, wie man Sim-Karten am besten schrumpft.
Mit 3G muss man länger warten
Wir haben das UMTS-iPad in verschiedenen Situationen ausprobiert: zu Hause, im Stadtpark, in der S-Bahn und im Zug. Die Sim-Karte kam von O2, mag sein, dass manches bei Vodafone oder der Telekom besser läuft. Erstes Fazit: Es funktioniert gut, aber nicht bei jeder Gelegenheit. Zu Hause und im Stadtpark zeigte das Signal alle fünf Balken, dort war die UMTS-Versorgung also am besten. Doch ist die Verbindung so schnell wie mit W-Lan?
Anfangs fühlte es sich so an. Doch der Schein trügt. In einem „Duell“ mit einem reinen W-Lan-iPad stellte sich heraus, dass dieses doch merklich schneller die verschiedenen Homepages darstellte als sein 3G-Bruder. Die Geschwindigkeitsmessung mit Hilfe eines Online-Speedtests bestätigte das gefühlte Ergebnis: Mit 3G dauert das Surfen etwa eineinhalb mal so lange wie mit W-Lan.
Kein Empfang zwischen Frankfurt und Köln
Die UMTS-Nutzung lohnt also nur dort, wo es keine W–Lan-Alternative gibt. Etwa in der S-Bahn. Das iOS-Betriebssystem bietet übrigens immer wieder (sichtbare) Netze an, während man mit dem Gerät unterwegs im Mobilfunknetz ist. Bei der S-Bahnfahrt von Frankfurt nach Bad Homburg ging der UMTS-Empfang häufiger in die Knie als erwartet: sowohl unter der Erde als auch auf dem Land. Die Funklöcher kündigten sich mit schwindender Balkenzahl an. An einer Zwischenstation brach die Verbindung sogar ab. Ein gerade aufgerufenes Webmail-Interface blieb – ohne die übliche Ankündigung „nicht erreichbar“ – einfach „hängen“.
Den Härtetest im ICE bestand das iPad nicht: die Bahnfahrt von Frankfurt nach Köln durch viele Tunnel. Bei diesen Bedingungen konnte das 3G-Modul die Verbindung selten halten. Lediglich während der üblichen Bummelfahrt vom Hauptbahnhof zum Flughafen war die Internetnutzung möglich.
Lohnt sich der Aufpreis von 100 Euro?
Danach nahm der ICE die Höchstgeschwindigkeit auf und die Signalstärke entsprechend ab. Surfen war dann nicht mehr möglich. Das Schreiben auf Facebook, die Lektüre von Online-Artikeln und der Versand von E-Mails scheiterte. Zwischen Frankfurt Flughafen und Köln Hauptbahnhof gilt für rechtsrheinisch-reisende iPad-Nutzer also das Gleiche wie für alle, die mit ihren Smartphones oder Notebooks surfen, mailen oder chatten wollen: Gerät ausschalten und die Zeitung aufschlagen.
Lohnt sich also der Aufpreis von 100 Euro plus Datentarif? Sicherlich nicht für jene, die ihr iPad vorwiegend zu Hause nutzen: als schicke, flache, always-on Verbindung zum Internet und zur E-Mail. Dafür genügt die Anbindung per W-Lan völlig. Für jene Käufer, die ihr iPad an Orten nutzen wollen, die jenseits von zugänglichen Hotspots sind, führt kein Weg an UMTS vorbei - trotz Aufpreis.
Surfen im ICE
Marvin Parsons (mapar)
- 12.07.2010, 15:11 Uhr
Alternative: WLAN-UMTS-Router
Ulrich Thiele (uthi2)
- 12.07.2010, 16:27 Uhr
GPS
Stefan Sachs (ssachs)
- 12.07.2010, 16:35 Uhr
Apple
Simon Wirmer (doctasimon)
- 12.07.2010, 20:45 Uhr
Sinnloser Artikel
Moritz Liedtke (Folko)
- 12.07.2010, 20:45 Uhr