19.01.2007 · Sicherheitspakete mit Virenschutz und Firewall schützen den Rechner vor Hackerangriffen, Datenspionage und Computerviren. Welche Softwareschmiede liefert das beste Programm? 13 Sicherheitspakete im Test.
Sie heißen Internet Security, Security Pack oder Security Suite: Sicherheitspakete mit Virenschutz und Firewall. Sie schützen den Rechner vor Hackerangriffen, Datenspionage und Computerviren. Doch welche Softwareschmiede liefert das beste Programm: Avira, G Data, Kaspersky, Mc Afee, Symantec oder Steganos? Stiftung Warentest hat getestet: 13 Sicherheitspakete, zwei kostenlose Firewalls und zwei Antivirusprogramme zum Gratisdownload im Internet.
Drei Schritte zur Sicherheit
Wer ungeschützt im Internet surft, riskiert seine Daten. Ein paar Tausend Schadprogramme kursieren laufend im Netz. Hunderte kommen Monat für Monat dazu. Früher oder später treffen sie jeden Rechner ohne Schutz. Angreifer aus dem Internet können Dateien und Kennwörter kopieren, das Bankkonto plündern, den Rechner blockieren oder ganz übernehmen. Wer vorbeugt, verringert das Risiko. Drei Dinge sind wichtig:
1. Vorsicht und hohe Sicherheitseinstellungen beim Surfen,
2. ein gepflegter Rechner mit aktuellem Betriebssystem und Browser,
3. gute Schutzprogramme mit regelmäßigen Updates.
Virenschutz und Firewall
Die Stiftung Warentest hat 17 Schutzprogramme getestet, die verschiedene Funktionen erfüllen. Security Suiten schützen vor Computerviren und überwachen den Datenverkehr. Sie kombinieren also Virenschutz und Firewall.
Die beiden kostenlosen Virenschutzprogramme Avira AntiVir und alwil avast! schützen nur vor Computerviren und die beiden kostenlosen Firewalls Zone Labs ZoneAlarm und Ashampoo Firewall überwachen nur den Datenverkehr. Optimal geschützt ist der Rechner erst durch beide Komponenten: Virenschutz und Firewall. Die einzelnen Programme müssen nicht unbedingt von einem Anbieter sein. Erfahrene Computernutzer können die jeweils beste Software kombinieren. Komplettpakete sind aber komfortabel.
Bester Virenschutz
Um die Funktion der Programme zu prüfen, hat die Stiftung Warentest fast 1000 Computerviren und Schadprogramme eingesetzt. Die höchste Trefferquote bei der Suche nach Schädlingen haben die Programme von G Data, F-Secure, Kaspersky und Steganos. Sie entdeckten alle Schadprogramme im Test.
Alle vier Schutzprogramme verwenden übrigens die Suchtechnik von Kaspersky. G Data nutzt zusätzlich noch eine zweite. Guten Virenschutz bieten außerdem noch die Sicherheitspakete von Avira und Softwin und die beiden kostenlosen Virenschutzprogramme Avira AntiVir und alwil avast.
Tägliche Updates
Grundsätzlich gilt: Anti-Virus-Programme müssen aktuell sein, damit sie zuverlässig schützen. Sobald ein neues Virus auftaucht, trimmen die Anbieter der Anti-Virus-Programme ihre Software darauf und stellen Updates bereit. Die meisten Anti-Virus-Programme aktualisieren sich automatisch über das Internet. Wer nicht regelmäßig updatet, riskiert seinen Schutz.
Wichtig bei Sonderangeboten und Billigofferten im Supermarkt: Achten Sie darauf, wie viele Updates im Preis enthalten sind. Die Lizenzen der getesteten Programme gelten jeweils für ein Jahr. Bei Softwin für zwei Jahre. Danach ist eine neue Programmlizenz fällig.
Beste Firewall
Anti-Virus-Programme schützen vor Viren und Trojanern. Gegen direkte Angriffe aus dem Netz sind sie dagegen machtlos. Hacker können auf ungeschützten Rechnern mitlesen, den Rechner blockieren oder ganz übernehmen. Hier schützt eine Firewall. Das Programm überwacht eingehende und ausgehende Daten. Unerlaubte Zugriffe wehrt die Firewall ab.
Bestes Programm im Test: die Firewall aus dem G Data-Paket Internet Security 2007. Preis inklusive Virenschutzprogramm: 40 bis 45 Euro für ein Jahr.
Firewall strenger einstellen
Kostenlos, aber nicht so sicher sind die Firewalls von Zone Labs ZoneAlarm und Ashampoo Firewall 1.10 Free. Schwachpunkt: Die kostenlosen Firewalls blocken ein Backdoor-Programm nicht automatisch ab. Beide Firewalls erkennen zwar den ungewöhnlichen Datenverkehr, unterbinden ihn aber nicht zuverlässig.
Eine kurzer Klick vom Benutzer und die Firewalls gestatten den schädlichen Datenverkehr. Erfahrene Computernutzer können die Sicherheit verbessern, indem sie die Firewall strenger einstellen. Das geht dann allerdings zu Lasten des Surfkomforts, denn die Firewall gibt nun häufiger Warnmeldungen aus, die natürlich gelesen und möglichst richtig beantwortet werden müssen.
G-Data und Avira vorn
Das beste Schutzprogramm im Test ist Internet Security 2007 von G Data. Preis: 45 Euro für ein Jahr. Dafür gibts guten Virenschutz und eine sehr gute Firewall. Wer das G data-Programm aus dem Internet herunterlädt, zahlt nur 40 statt 45 Euro. Nachteil des G Data-Programms: Es braucht viel Speicher und Prozessorleistung und ist daher nur für moderne Rechner geeignet.
Ressourcenschonender und ebenfalls gut arbeitet BitDefender Internet Security von Softwin. Eine Zwei-Jahres-Lizenz für zwei PCs kostet 70 Euro. Kostenlos und gut ist der Virenschutz von Avira Antivir Personal Edition Classic. Die beiden Gratis-Firewalls im Test funktionieren nur befriedigend. Besser als gar keine Firewall sind sie aber allemal.
So schützen Sie Ihren Rechner
Virencheck. Prüfen Sie neue Dateien vor dem Öffnen auf Viren. Nutzen Sie dazu ein aktuelles Antivirenprogramm.
Update. Aktualisieren Sie Ihr Anti-Virus-Programm so oft wie möglich. Mindestens täglich, wenn Sie im Internet surfen. Das Programm lädt dabei die aktuellsten Virendefinitionen aus dem Internet. Die meisten Programme aktualisieren sich automatisch.
E-Mail-Anhänge. Klicken Sie nicht auf unbekannte E-Mail-Anhänge oder Programmdateien. Vor allem Dateien mit den Endungen exe, com, bat, pif, cmd, scr, chm, vxd und vbs können schädlichen Programmcode enthalten.
Firewall nutzen. Surfen Sie stets mit Firewall. Dieses Schutzprogramm kontrolliert den ein- und ausgehenden Datenstrom und blockiert die Kommunikation für alle Anwendungen, die der Firewall unbekannt sind.
Firewall Nachteil. Je höher die Sicherheitseinstellungen der Firewall, desto unkomfortabler wird das Surfen im Internet. Eine streng eingestellte Firewall unterdrückt die Anzeige vieler Internetseiten. Melden Sie neue Programme bei Ihrer Firewall an. Sonst blockiert die Firewall ihre Kommunikation.
Firewall öffnen. Lockern Sie die Sicherheitseinstellungen, wenn Sie bekannte und vertrauenswürdige Internetseiten besuchen. Hier können Sie beispielsweise Javascript und ActiveX zulassen. Schalten Sie die Firewall aber nie ganz ab. Ziehen Sie die Sicherheitseinstellungen anschließend wieder hoch.
Betriebssystem. Betriebssystem, Browser und Mailprogramm sind bevorzugte Angriffsziele für Viren und Würmer. Die Schädlinge nutzen Schwachstellen in diesen Basisprogrammen, etwa um sich weiter zu verbreiten. Aktualisieren Sie Ihre Basissoftware, wenn solche Schwachstellen bekannt werden. Die meisten Programme stammen von Microsoft. Microsoft bietet regelmäßig Updates und Patches an.
Windows. Nutzen Sie die jeweils aktuelle Version Ihres Betriebssystems. Für Windows XP derzeit Servicepack 2 (Stand: Januar 2007). Ab Februar 2007 gibt es für neue Rechner auch das neue Betriebssystem Windows Vista.
Zugriffsrechte. Moderne Betriebssysteme verwalten Nutzer und Zugriffsrechte. Surfen Sie als Nutzer mit eingeschränkten Rechten. Vorteil: Wichtige Systemdateien sind so gegen Angreifer geschützt. Wer als Administrator surft, riskiert dagegen sein gesamtes System. Nutzer mit eingeschränkten Rechten gibt es beispielsweise unter Mac OS und Windows XP. Die alten Windowsversionen Windows 98 und Windows ME bieten diese Möglichkeit nicht.
Sicherungskopien. Speichern Sie Sicherungskopien Ihrer wichtigsten Dateien regelmäßig auf CD-ROM oder DVD. So können Sie die Daten nach einem Angriff wiederherstellen.
So sichern Sie Ihren Browser
Grundeinstellung. Die Grundeinstellungen der meisten Browser sind nicht besonders streng. Stellen Sie Ihren Browser auf höhere Sicherheit ein. Beispiel Microsoft Internet Explorer: Menü Extras/Internetoptionen/Sicherheit/Internet.
Aktive Inhalte. Aktive Inhalte können Ihrem Rechner schaden oder Fremden Türen öffnen. Deaktivieren Sie aktive Inhalte wie Java-Applets, ActiveX-Controls, Javascript und VBScript. Beispiel Microsoft Internet Explorer: Wählen Sie die Standardstufe Sicherheit „Hoch“ oder deaktivieren Sie einzelne aktive Inhalte manuell („Stufe anpassen“).
Objekte und Zugriffe. Deaktivieren Sie die Option „Installation von Desktop-Objekten“. Stellen Sie die „Zugriffsrechte für Softwarechannel“ auf hohe Sicherheit ein. Verbieten Sie „Iframes“ und „Subframes“ zwischen verschiedenen Domänen. Aktivieren Sie die Eingabeaufforderung für die Übertragung von „unverschlüsselten Formulardaten“. Beispiel Microsoft Internet Explorer: Menü Extras/Internetoptionen/Sicherheit/Internet/Stufe anpassen.
Vertrauenswürdige Seiten. Tragen Sie im Browser alle Webadressen ein, denen Sie vertrauen. Für diese Seiten können Sie die Sicherheitseinstellungen dann lockern. Beispiel Microsoft Internet Explorer: Menü Extras/Internetoptionen/Sicherheit/Vertrauenswürdige Sites/Sites.
Kennwörter. Schützen Sie Ihr E-Mail-Konto und Onlinebanking durch sichere Kennwörter. Verwenden Sie zufällige Kombinationen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Vermeiden Sie die Kombination von Namen und Geburtsdatum. das ist zu offensichtlich. Senden Sie Kennwörter nur über verschlüsselte Verbindungen. Die erkennen Sie an der Vorsilbe „https“ in der Adresszeile und am Schloss-Symbol in der Statuszeile des Browsers.
Nicht speichern. Speichern Sie keine Kennwörter für Mailboxen oder Onlinebanking auf Ihrem Rechner. Geben Sie das Kennwort stattdessen jedesmal ein. Klicken Sie auf „Nein“, wenn Ihr Browser das Kennwort speichern will.
Zugriffsrechte sind das A und O
Dr. Andreas Frick (Hephaistos)
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Virenschutz ganz simpel
Martin Kammlott (martindergrosse)
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