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Internetprovider im Test T-Home macht das Rennen

23.10.2008 ·  Schnelles Internet, guter Service und kleine Preise: So wünschen sich Surfer ihren Internetprovider. Doch die Anbieter können das selten bieten. Stiftung Warentest hat zehn DSL-Provider getestet. Nur T-Home konnte das Testurteil „gut“ erreichen.

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Chaos bei der Einrichtung und Enttäuschung bei den Datenraten: Die Welt der schnellen Internetzugänge ist nicht so rosig, wie es die Anbieter versprechen. Einfach, schnell und sicher funktioniert der Zugang jedenfalls nicht. Das beginnt schon bei der Einrichtung. Im Schnitt vergeht zumindest ein Monat von der Bestellung bis zur Bereitstellung. Der schnellste Anbieter (T-Home) liefert den Anschluss in 14 Tagen, der langsamste (Versatel) braucht im Test über zwei Monate.

Die Stiftung Warentest hat 10 Anbieter getestet. 30 Testhaushalte - alle in und um Berlin - orderten jeweils einen Internet-Anschluss mit Telefon-Flatrate zum grenzenlosen Telefonieren. Arcor und Freenet schickten die benötigte Hardware (Splitter und DSL-Modem) zum Teil an falsche Adressen. Bei Congstar verstrich der angekündigte Freischalttermin, ohne dass etwas geschah. Der Anbieter aktivierte den Anschluss erst ein paar Tage später.

Langsamer als gedacht

Mit dem Anschluss kommt dann oft die nächste Enttäuschung: Die schnellen Zugänge sind meist langsamer als die Werbung verheißt. Das ist kein Wunder. Die maximale Datenrate setzt optimale Bedingungen voraus: Nähe zur Vermittlungsstelle und ein ungestörtes Netz. Das gibt es im Alltag nur selten. Trotzdem protzen die Anbieter in ihrer Werbung stets mit maximalem Tempo. Bis zu 16.000 Kilobit pro Sekunde sollten die Testkunden bekommen. Die meisten mussten aber mit etwa 6.000 Kilobit vorlieb nehmen.

Die erreichbare Datenrate hängt vor allem vom Standort ab. Wer in der Nähe der DSL-Vermittlungsstelle wohnt, hat Glück: Hier flitzen die Daten am schnellsten. Die höchsten Datenraten im Test bietet Kabel Deutschland. Das ist technisch bedingt. Der Internetzugang via Fernsehkabel funktioniert schneller als die DSL-Verbindung via Telefondraht. Die Testkunden erreichten bei Kabel Deutschland Datenraten von 10.000 bis 26.000 Kilobit pro Sekunde. Das reicht zum schnellen Download ganzer Videofilme. Angekündigt hatte Kabel Deutschland allerdings bis zu 32.000 Kilobit pro Sekunde.

Testsieger T-Home

Das insgesamt beste Angebot im Test macht T-Home, die Festnetzsparte der Deutschen Telekom. Anmeldung und Einrichtung funktionieren hier fast perfekt. T-Home lieferte binnen 14 Tagen. Wer Fragen hat, kontaktiert am besten die Hotline: Die hilft schnell und kompetent. Der E-Mail-Support ist dagegen nur ausreichend. Beratung insgesamt: befriedigend. T-Home bietet viele Zusatzleistungen, wie Internetfernsehen und Video on Demand. Kostenpflichtig, versteht sich.

T-Home ist nicht nur der beste, sondern auch der teuerste Anbieter im Test. Schon der Basistarif liegt mit 29,95 Euro im Monat etwa 10 Euro über der Konkurrenz. Billiger und insgesamt befriedigend sind Arcor, Alice und O2. Auch das Angebot von Kabel Deutschland ist eine Alternative.

Tipps:

So finden Sie den passenden Tarif:

Verfügbarkeit prüfen. Die Breitbandangebote der meisten Internetprovider sind nicht bundesweit verfügbar. Prüfen Sie, ob Ihr Anschluss für DSL geeignet ist. Geben Sie Ihre Rufnummer oder Adresse auf der Webseite des gewünschten Internetproviders ein. Der Verfügbarkeitscheck zeigt, ob Sie bereits DSL nutzen können. Überprüfen Sie das Ergebnis bei verschiedenen Anbietern.

Tarif wählen. Die Internetprovider bieten verschiedene Tarife gestaffelt nach Geschwindigkeit und Leistung an. Wählen Sie den Tarif, der am besten zu Ihrem Surfverhalten passt. Maximales Tempo brauchen Sie nur, wenn Sie das Internet auch für Fernsehen und Video nutzen. Zum Surfen und für gelegentliche Downloads reichen 2.000 bis 6.000 Kilobit pro Sekunde.

Anbieter fragen. Das maximale Tempo erreichen Sie nur unter optimalen Bedingungen. Sie müssen dazu in der Nähe der DSL-Vermittlungsstelle wohnen. Fragen Sie beim Internetprovider nach, welches Tempo Sie an Ihrem Wohnort erwarten können. Rechnen Sie damit, dass der Anbieter beim Tempo eher übertreibt.

Pauschaltarif. Üblich sind heute Pauschaltarife, Flatrate genannt. Sie zahlen den Monatspreis und können unbegrenzt surfen. Zeit- und Volumentarife gibt es nur noch selten. Zeittarife werden nach Surfzeit berechnet, Volumentarife nach Datenmenge. Solche Tarife lohnen sich bestenfalls für Wenigsurfer.

Leistung vergleichen. E-Mail, Weblaufwerk zum Speichern von Daten im Netz, eigene Homepage, Anti-Viren-Software und Kinderschutz: Überlegen Sie, welche Zusatzleistungen Sie brauchen. Einige Anbieter verkaufen nur den DSL-Zugang ohne Schnörkel. Beispiel: congstar und O2.

Telefon. Telefon und Internet sind im Paket oft billiger als Einzelverträge. Wählen Sie eine Telefonflatrate, wenn Sie viel telefonieren. Achtung aber: Die meisten Paketangebote schließen günstige Call-by-Call-Gespräche aus. Auslandsgespräche und Verbindungen ins Funknetz sind bei den Internetprovidern oft teuer. Führen Sie Auslandsgespräche über Internetdienste wie Skype oder behalten Sie den Festnetzanschluss bei der Deutschen Telekom und nutzen Sie billige Call-by-Call-Anbieter.

Bindung. Bevorzugen Sie Verträge ohne Laufzeit, die Sie binnen kurzer Zeit kündigen können. Das macht Sie flexibel. Alice und Congstar bieten solche Tarife noch an.

So wechseln Sie den Anbieter:

Vertrag. Klären Sie vor dem Wechsel des Anbieters, welche Verträge Sie haben. Kombiverträge für Telefon und Internet sind oft günstiger als zwei Einzelverträge bei verschiedenen Anbietern.

Laufzeit. Prüfen Sie die Laufzeit Ihres bestehenden Vertrags. Sie können den Anbieter erst zum Ende der Laufzeit wechseln.

Auftrag. Beauftragen Sie den neuen Anbieter rechtzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist für den bestehenden Vertrag. Rechnen Sie dabei mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Wochen.

Kündigung. Kündigen Sie Ihren bestehenden Vertrag nicht selbst. Überlassen Sie das dem neuen Anbieter. Wenn Sie selbst kündigen, riskieren Sie Probleme bei der Umstellung.

So funktioniert die Technik:

DSL. Die Breitbandtechnik DSL nutzt den normalen Telefondraht fürs Internet und überträgt Daten unabhängig vom Telefonsignal. Im Klartext: Sie können gleichzeitig telefonieren und surfen. Dafür reicht ein analoger Telefonanschluss. Mit einem ISDN-Anschluss und DSL können Sie surfen und gleichzeitig auf zwei getrennten Leitungen telefonieren. DSL steht für Digital Subscriber Line. Auf deutsch etwa: Digitale Teilnehmeranschlussleitung.

Geschwindigkeit. DSL überträgt Daten derzeit mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde. Gängig sind heute 2.000 bis 6.000 Kilobit pro Sekunde - je nach Tarif. Faustregel: Je schneller desto teurer. VDSL-Verbindungen kommen auf bis zu 50 Megabit pro Sekunde.

Kabel. Noch schneller als DSL funktioniert der Internetzugang via Fernsehkabel. Kabeltarife bieten heute bis zu 32 Megabit pro Sekunde. Auch hier gilt: Je schneller desto teurer.

Modem oder Router. Zum Surfen brauchen Sie ein DSL-Modem oder einen Router. Über den Router können gleich mehrere Rechner online gehen. Die DSL-Anbieter liefern preisgünstige Router. Ein DSL-Modem gibt es meist kostenlos. Die Versandkosten betragen etwa 10 Euro.

W-Lan. Wireless Local Area Network, auf deutsch: Drahtloses lokales Netzwerk. Ermöglicht das Surfen ohne Kabelverbindung zum Router. Auch für mehrere Rechner. Alles was Sie brauchen ist ein W-Lan-Router und eine W-Lan-Karte im Rechner. Viele Rechner sind heute bereits ab Werk auf W-Lan-Übertragung vorbereitet.

Der Beitrag wurde erstellt von unserem Kooperationspartner Stiftung Warentest. Weitere Tests und Informationen kostenpflichtig unter www.test.de.

Quelle: Stiftung Warentest
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Onkel Ju

Von Holger Appel

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