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Internet Kaffee von „kostnixx.de“

18.04.2005 ·  Viele Internetanbieter locken mit Geschenken. Gezahlt werden muß aber doch - wenigstens mit Zeit und der Adresse. Für Schnäppchenjäger gibt es Plattformen, die nach entsprechenden Angeboten fahnden.

Von Sabine Hildebrandt
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Jeder Klick ein Gewinn. Martin Althaus, Vorstand des Portals kostenlos.de, erinnert sich noch gut daran: "Als wir 1996 anfingen, für den eigenen Bedarf kostenlose Angebote im Internet zu suchen, sind wir auf Firmen gestoßen, die hatten mehr Preise zu verlosen, als es Mitspieler gab."

Heute ist das anders: Es gibt noch immer einiges umsonst, doch eine ganze Reihe von Anbietern verdient mit Gratisangeboten aber auch Geld. "kostnixx", "nulltarif" oder "gratisworld" fungieren als Plattformen, die nach entsprechenden Firmenangeboten fahnden. Von Kosmetik über Hundefutter und Visitenkarten bis zu Gratisaktien.

Rabattpakete, Sonderaktionen, Probeabos und Gewinnspiele

Nur nicht jugendfreie Angebote und rassistische Inhalte haben keine Chance, erläutert Sisan Eskici, Vorstandsassistent bei geizkragen.de. Ansonsten werden auch Tips gerne genommen. Geprüft wird nur, ob es wirklich etwas umsonst gibt; wieviel das tatsächlich wert ist, interessiert nicht. Denn die Rechnung für die Anbieter ist einfach: Mit dem Begriff "kostenlos" werden Besucher angelockt, die dann eine ideale Plattform für Werbende bieten. Denn tatsächlich gibt es nicht nur Gratisangebote, sondern auch Rabattpakete oder Sonderaktionen. Besonders Probeabos und Gewinnspiele nehmen einen breiten Raum ein.

Als eine der sieben Todsünden bezeichnet es daher Markus Saller von der Verbraucherzentrale in München, "kostenlos" einzugeben. "Dann bekommen Sie alles, nur nichts kostenlos." So ist es auf den Schnäppchen-Portalen zwar nicht, dennoch betonen auch Althaus und Eskici, daß niemand etwas zu verschenken hat.

Auf Kostenlos-Seiten wird der Besuch zum Tauschgeschäft

Die Firmen, die mit kostenlosen Angeboten locken, sind meist auf der Suche nach Kunden, sprich: nach Kontaktadressen, oder sie nutzen das Internet für ihre Marktforschung. Für den Besucher der Kostenlos-Seiten wird der Besuch damit zum Tauschgeschäft.

"Je mehr ich gebe", betont Althaus, "um so mehr kann ich auch erwarten." Ein paar Slipeinlagen oder einen Lippenstift gibt es für die Adresse und die Beantwortung von zwei, drei Fragen. Wer das kostenlose Radio nebst Einkaufs- und Reisegutschein haben will, muß schon einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen. Angaben über Einkommensverhältnisse, Konsumgewohnheiten und geplante Anschaffungen inklusive.

Wer an einem Preisausschreiben teilnimmt, wird aufgefordert, schnell noch "höchstens einen" Katalog zu bestellen. Oder er wird gleich auf die Seite eines anderen Werbetreibenden befördert. Viele der Seiten sind miteinander verlinkt. Wer dabei nicht durchhält und zu häufig "keine Angabe" macht oder die Weiterverwendung der Adreßdaten verweigert, erlebt am Ende oft eine Überraschung. Die Anfrage läßt sich nicht abschicken, oder das Gratisgeschenk gibt es doch nicht; praktisch im Vorbeigehen aber wurden erst einmal diverse Newsletters abonniert.

Überall dabei, wo es etwas zu verschenken gibt

Schnäppchenjäger investieren also Zeit. Doch auch für dieses Problem gibt es inzwischen eine Lösung. Wer Mitglied in einem Produkt- oder Gewinn-Club wird, muß sich nur einmal der lästigen Anmeldeprozedur unterziehen, danach wird er nach eigenen Vorgaben regelmäßig und automatisch überall dort eingetragen, wo es was zu verschenken und gewinnen gibt.

Der Haken: Vier bis fünf Euro pro Monat kostet das. Faktisch sind diese Klubs eine Möglichkeit für Plattformen, sich Recherchearbeit bezahlen zu lassen. Ein Trend, der besonders im Download-Markt zu beobachten ist. Insider wissen: Der Beitritt in solche Klubs lohnt in der Regel nicht.

kostenlos.de: der Klassiker unter den Kostenlos-Portalen

nulltarif.de: groß, übersichtlich, viele Themen

kostnixx.de: viele Angebote, gute Suchmaschine

geizkragen.de: Preisvergleiche, dennoch viele Kostenlos-Angebote

gratisworld.de: Infoforum mit Gratiswaren, Gewinnspielen und mehr

monetenfuchs.de: kostenloses und Schnäppchen

gratisanbieter.de: übersichtliches Linkverzeichnis

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.04.2005, Nr. 15 / Seite 53
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