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HTC Touch Der iPhone-Rivale aus Taiwan ist schon da

13.07.2007 ·  Das iPhone ist noch nicht in Europa zu kaufen, aber es gibt schon Nachahmer: Auch der Touch von HTC lässt sich per Fingerbewegung auf dem Display steuern. Eine feine Sache, diese Touch-Flo-Technik, doch auch der flinkeste Finger kommt einmal an seine Grenzen.

Von Michael Spehr
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Es ist noch nicht in Europa angekommen, und schon gibt es erste Nachahmer: Die Rede ist von Apples sagenumwobenem ersten iPhone-Telefon, das die Phantasien aller großen Handy-Hersteller beflügelt. Man hat Angst vor Apple, und da wird rasch einiges kopiert. Während das iPhone hierzulande erst gegen Jahresende erhältlich ist, bringt der taiwanische Smartphone-Hersteller HTC ein nicht minder spannendes Modell auf den Markt.

Das HTC Touch für 450 Euro wird wie das iPhone mit Fingerbewegungen auf dem Bildschirm bedient, hat ein riesiges Display mit sieben Zentimeter in der Diagonale und eine klassentypische Auflösung von 240 × 320 Pixel. Trotzdem ist es ein Winzling (10 × 6 × 1,5 Zentimeter), und es wiegt nur 115 Gramm. Zudem ist es eines der ersten Modelle mit dem Windows-Mobile-Betriebssystem in der Version 6. Und das Wichtigste: Es sieht mit seiner mattschwarzen Oberfläche verflixt gut aus (alternativ gibt es den Farbton „Wasabigrünmetallic“).

Für Details muss man doch zum Stift greifen

Wir haben uns dieses kleine Windows-Gerätchen für die Hemdentasche einige Zeit angesehen. Es ist wirklich faszinierend. Vor allem, wenn man die Fingersteuerung verwendet und vorführt. Dazu streicht man einmal mit dem Finger vom unteren Bildschirmrand nach oben. Schon öffnet sich ein Menü mit sechs Einträgen. Mit einer weiteren Fingerbewegung in der Horizontalen sieht man eine dreidimensionale Animation, einen sich drehenden Würfel, und das nächste Menü taucht auf. Dann kann man mit Zeigefinger oder Daumen flink die zugeordneten Funktionen starten.

So weit ist alles schick. Geht es dann aber darum, beispielsweise im Internet-Explorer eine Adresse einzugeben oder im E-Mail-Modul das Kommando zum Senden und Empfangen zu geben, kommt die Bedienung mit dem Finger schnell an ihre Grenzen. Denn die Touch-Flo genannte Technik setzt nur auf Windows Mobile auf. Für alle Details oder die Eingabe von SMS und anderen Texten muss man dann doch wieder zum Stift greifen.

Kamera überzeugt nicht

HTC spricht davon, dass das Display automatisch erkennt, ob man mit Stift oder Finger arbeitet. Ein bisschen stimmt das auch. Menschen mit guter Feinmotorik können das am unteren Bildschirmrand eingeblendete Mini-Keyboard durchaus mit dem Finger bedienen. Alles in allem ist Touch-Flo ein netter Versuch, das an und für sich umständliche Microsoft-Betriebssystem aufzupeppen. Aber Windows bleibt eben doch Windows.

Was die Ausstattung betrifft, bietet das HTC Touch keine Überraschungen. Wie beim iPhone sind Bluetooth, Wireless-Lan und Edge vorhanden, nicht aber UMTS. Neben den üblichen Microsoft-Programmen für Internet und E-Mail gibt es zusätzlich eine Sprachwahl und einen Abspieler für Multimedia-Streams sowie einen MP3-Player. Die 2-Megapixel-Kamera mit langer Startzeit und beträchtlicher Auslöseverzögerung überzeugt nicht.

Umgehende Zustellung neuer E-Mail

Multimediales aller Art landet auf der mitgelieferten 1-Gigabyte-Speicherkarte im Format Micro-SD. Diese ist - wie die Sim-Karte - nur umständlich zu wechseln. Der eingebaute Arbeitsspeicher beläuft sich auf nur 64 Megabyte, und der Prozessor ist mit 200 Megahertz eher langsam. Es gibt keine Profile für verschiedene Situationen (“lautlos“, „draußen“). Microsoft-Direct-Push sorgt für eine umgehende Zustellung neuer E-Mail nach dem Blackberry-System - allerdings nur in Verbindung mit einem Exchange-Server.

Für Privatleute empfiehlt sich eher die neue und sehr spannende Integration von Windows Live: Damit lassen sich auf einfachste Weise alle Kontakte und E-Mails aus einem Hotmail-Konto mit dem Gerät synchronisieren, bei Bedarf sogar im Push-Verfahren automatisch (und kostenlos). Die von vielen Handys beherrschte Imap-Idle-Funktion, die bei einem passenden Mail-Account Ähnliches leistet, fehlt indes.

Office-Tools, um Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien unterwegs anzusehen und zu bearbeiten, sind natürlich vorhanden. Der Akku des kleinen HTC hält ungefähr zwei bis drei Tage durch. Das Touch ist gewiss keine Revolution und kein Gerät für den Geschäftsreisenden, der intensiv E-Mail oder Internet nutzt. Aber als schicker und besonders kleiner Windows-Apparat bereitet es durchaus Freude.

Quelle: F.A.Z., 10.07.2007, Nr. 157 / Seite T2
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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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