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Hard- und Software für DJs Alles dreht sich um den perfekten Übergang

Diskjockeys werden wie Popstars verehrt. Doch was macht einen guten DJ aus? Es kommt auch auf die Technik an. Wir haben neben einem Programm für Einsteiger auch ein Paket aus Soft- und Hardware erprobt, das für professionelle Ansprüche taugt.

© Hersteller Vergrößern Nach einiger Eingewöhnungszeit hat man das Programm begriffen und kann sich für den nächsten Clubeinsatz rüsten

Musik mischen und passgenau überblenden: Wir haben einige Zeit ein Paket aus Soft- und Hardware erprobt, das auf semiprofessionelle Ansprüche ausgerichtet ist. Damit erzielt der Hobby-DJ auf der nächsten Feier durchaus respektable Ergebnisse, es ist aber kein Profi-Produkt. Der Hersteller Vestax liefert für 300 Euro zum einen den Controller „Spin“ im Format eines größeren Laptop (35 × 24 × 4 Zentimeter) sowie die Software „Djay“ von Algoriddim. Hier stechen zwei „Plattenteller“ links und rechts sofort hervor, es handelt sich aber um berührungsempfindliche „Jogwheels“, mit denen man die Wiedergabegeschwindigkeit verlangsamt oder beschleunigt, man spricht vom „Scratchen“.

Als Erstes fällt das geringe Gewicht (2,5 Kilogramm) der Hardware auf, auch wenn die silberne Außenhülle nicht aus Aluminium, sondern aus Plastik besteht. Die Optik gefällt, alles ist klar strukturiert, auch wenn sich manche wichtige Funktion in Untermenüs der Software versteckt. Statt der üblichen Drehregler gibt es Schieberegler. Was besser ist, muss jeder für sich entscheiden. Die für den Equalizer verwendeten Regler haben einen angenehmen Widerstand, im Gegensatz zu den Lautstärkereglern, die billig wirken.

An der Vorderseite des Geräts gibt es zwei 6,3-Millimeter-Eingänge für Mikrofon und Kopfhörer. Sie haben je einen eigenen Drehsteller für die Lautstärke, er ist aber zu klein. Das berühmte Vorhören gelingt indes ordentlich. Auf der Rückseite findet man die Audio-Ausgänge, Lautsprecherboxen können somit direkt angeschlossen werden.

vestax © Hersteller Vergrößern Der Vestax Spin und das Programm Djay harmonieren sehr gut

Obwohl aus Plastik, wirken sie stabil

Mit den Jogwheels kann man erstaunlich gut scratchen. Das ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Die Berührungsempfindlichkeit lässt sich stufenlos einstellen, die Teller reagieren dann entweder erst bei festem Druck oder kleinsten Berührungen. Obwohl aus Plastik, wirken sie stabil.

Relativ unscheinbar sitzt oben rechts und links die Synchronisations-Taste. Mit ihr gelingen perfekte Übergänge, auch für Anfänger. Beim ersten Drücken der beiden Tasten wird der Takt angeglichen, beim zweiten dann auch die Höhen. Für diese Taktanpassungen dreht sich alles um die BPM, die „Beat per Minute“. Ein Equalizer für beide Spuren ist ebenfalls vorhanden, und mit einem Wählkreuz kann man sehr komfortabel durch die verschiedenen Musiklisten steuern und Lieder auf die einzelnen „Platten“ ziehen.

Ganz kann man aber leider nicht die Finger vom Computer lassen, weil die einzige Funktions-Taste (FX), zuständig für Effekte wie zum Beispiel ein Echo, immer nur einmal belegt werden kann. Will man wechseln, muss man zur Computer-Maus greifen. Die Bedienung der Hardware ist selbsterklärend, konnte aber nicht bis ins Detail überzeugen. Vor allem der geringe Widerstand des Lautstärke-Reglers nervt, denn er steuert immerhin die wichtigste Funktion. Dass man die Hände regelmäßig vom Controller nehmen muss, ist ebenfalls ärgerlich. Hat man sich ein wenig mit dem Controller auseinandergesetzt, erklärt sich die Software von allein, beide spielen gut zusammen. Ein schönes Extra: Die eigene Musikproduktion lässt sich mit einem Knopfdruck aufzeichnen - und wird automatisch in die iTunes-Wiedergabelisten kopiert. Unser Fazit: Für 300 Euro (Listenpreis) bekommen Einsteiger ein ordentliches Paket. Das „Scratchen“ an den hochwertig anmutenden Plattentellern hat uns beeindruckt, enttäuschend ist dagegen die Materialanmutung der Lautstärkeregler. Leider kann man die Software ausschließlich mit dem Vestax Spin bedienen. Wer mit Windows arbeiten will, sollte einen Blick auf den sonst identischen „Typhoon“ werfen. Für den Clubeinsatz eignen sich indes beide nicht. Wer etwas Anspruchsvolleres sucht, muss mehr Geld ausgeben. Für kleine Feiern eignet sich der Vestax Spin jedoch gut, denn er ist leicht und einfach zu handhaben.

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Von Holger Appel

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