Mit einem alten, teuren Volumentarif müssen Handy-Surfer richtig zahlen: etwa 19 Euro für nur ein übertragenes Megabyte! Wer mit Spaß und Ausdauer die neuen Möglichkeiten des Handys ausprobieren möchte, sollte eine Flatrate buchen. Vorteil: Er tappt nicht in die Kostenfalle. Mit einer Flatrate können Nutzer so oft und lange ins Netz wie sie wollen. Für Spontansurfer gibt es Flatrates, die tages- und wochenweise buchbar sind, für Vielsurfer lohnen sich Monatsflats.
Die Flatrates sind in zwei Versionen zu haben: als Kombitarif, der telefonieren und surfen abdeckt, oder als Datenoption fürs Internet, die zum bestehenden Handysprachtarif hinzugebucht wird. Wer zusätzlich zum Tarif von discoplus die Internetflatrate abschließt, kann schon für 7,50 Euro im Monat telefonieren und surfen. Bei Fonic, freenetMobile, klarmobil, Tchibo, absolute mobil, Base, Conrad und O2 gibt es das Surfvergnügen für rund 10 Euro.
Tarife mit eingebauter Bremse
Doch Vorsicht: Die Bezeichnung Flatrates ist irreführend. Die Anbieter setzen der versprochenen Freiheit Grenzen. So drosseln sie das Tempo der Internetverbindung nach einem bestimmten Datenvolumen. Bei manchen ist schon nach 200 Megabyte Schluss mit dem schnellen Netz. Dann geht es den Rest des Monats nur noch im Schneckentempo ins Netz - mit einer Datenraten bis zu 54 Kilobit pro Sekunde. Damit lassen sich dann zwar noch E-Mails lesen und einfache Internetseiten ansehen, Videos gucken ist so aber kaum noch möglich.
Wer größere Datenmengen verbraucht und ausdauernd das Internet nutzt, der sollte deshalb tiefer in den Geldbeutel greifen. Aldi Talk für knapp 15 Euro und blau.de für knapp 20 Euro drosseln die Geschwindigkeit erst ab einem Datenvolumen von fünf Gigabyte. Auch bei den Laufzeiten unterscheiden sich die Flatrates: Während Kunden sich bei manchen Tarifen nur für einen Monat binden, sind es bei absolut mobil, Base und T-Mobile/iPhone zwei Jahre.
Kostenfalle Ausland
Die Flatrates gelten auch nur innerhalb Deutschlands, im Ausland kann telefonieren und surfen mit einem deutschen Tarif deshalb richtig teuer werden. In Extremfällen erhielten Kunden nach ihrem Urlaub astronomisch hohe Rechnungen im fünfstelligen Bereich. Die EU hat dem nun einen Riegel vorgeschoben. Für Reisende ins EU-Ausland greift seit zwei Monaten automatisch eine Schutzfunktion. Mehr als 59,50 Euro dürfen die Anbieter nicht mehr für die Internetverbindungen kassieren. Nur wenn Kunden vorher zustimmen, darf weiter gesendet werden.
Ansonsten müssen die Anbieter sie informieren, sobald 80 Prozent des Limits erreicht sind. Bei 100 Prozent wird die Verbindung dann gekappt. Da die Preise für Datendienste selbst aber nicht reguliert sind, können Kunden die knapp 60 Euro schon erreichen, indem sie nur ein paar Urlaubfotos versenden.
Tarifwahl
Typfrage. Für Vielsurfer lohnen sich Monatsflatrates. Damit können sie so oft und so lange surfen wie sie wollen. Für Spontansurfer gibt es Flatrates, die tages- und wochenweise buchbar sind.
Vergleichen. Fragen Sie Ihren Anbieter nach einer zusätzlichen Datenoption zum Surfen für Ihren bisherigen Handytarif und vergleichen Sie. Möglicherweise lohnt ein Wechsel.
Bandbreitdrosselung. Die Anbieter verlangsamen die Geschwindigkeit der Verbindung nachdem eine bestimmte Menge an Daten übertragen wurden. Wenn Sie sehr viele Daten aus dem Netz ziehen möchten, sollten Sie deshalb einen Tarif wählen, bei dem das Tempo erst nach einem großen Datenvolumen gedrosselt wird. Dafür müssen Sie allerdings etwas mehr Geld ausgeben.
Laufzeit. Achten Sie auf die Mindestlaufzeiten der Verträge. Bei Monatsflatrates betragen sie von einem Monat bis zu zwei Jahren. Manchmal ist auch die Mindestlaufzeit für die Datenoption relativ kurz, die Laufzeit für den Sprachtarif jedoch vergleichsweise lang.
Kostenfallen im Ausland
Ausland. Im Ausland sind mit einem deutschen Tarif die Kosten für Datendienste hoch. Stellen Sie Ihr Handy deshalb so ein, dass möglichst wenig Daten übertragen werden.
Automatische Updates. Oft gehen die neuen Smartphones online, ohne dass Sie es merken - zum Beispiel um das Betriebssystem zu aktualisieren.
E-Mail-Abfrage. Achten Sie auf die E-Mail-Einstellungen. Smartphones sind manchmal so konfiguriert, dass sie regelmäßig E-Mails abrufen. Gerade im Ausland kann dies für Kunden teuer werden.
Navigation. Auch die Navigationsfunktion kann viele Daten benötigen. Gerade wenn es sich um eine sogenannte Offboard-Navigation handelt ist der Datentransfer hoch, da die Karten aus dem Internet geladen werden. Aber auch bei der Onboard-Navigation, bei der die Karten auf dem Handy gespeichert sind, fragen die Smartphones manchmal noch zusätzliche Daten online ab.
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