Home
http://www.faz.net/-gyc-14rqk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Google Der Zeitgeist in einer Zeile

01.12.2009 ·  Google kennt den „Zeitgeist 2009“. Zumindest hat das Unternehmen zum Jahresende unter diesem Namen eine Statistik veröffentlicht, in der die Häufigkeit von Suchbegriffen aufgeführt wird, nach Ländern und Kategorien sortiert.

Von Marco Dettweiler
Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Die Österreicher suchen selten die Ferne, nicht einmal in der Welt des Internets. Am häufigsten googelten unsere Nachbarn heuer nach ihrer Hauptstadt „Wien“. In der Top Ten der meistgesuchten Begriffe bei Google folgen auf Platz 3 „Österreich“ und Platz 6 „Salzburg“. So selbstverliebt surft sonst kein Land.

Wer das Suchverhalten der Alpenrepublik und anderer Länder dieser Welt erkunden möchte, wird in der Google-Liste „Zeitgeist 2009“ fündig. Das Unternehmen hat zum Jahresende auf seiner Website eine Statistik veröffentlicht, in der die Häufigkeit von Suchbegriffen aufgeführt wird, nach Ländern und Kategorien sortiert.

„Insights for search“

Vor über einem Jahr hatte Google „Insights for search“ vorgestellt: ein Tool, mit dessen Hilfe der Nutzer beliebige Begriffe eingeben konnte, um deren Popularität in verschiedenen Ländern zu ermitteln. „Google Trends“ und andere dynamische Werkzeuge kamen hinzu. Für „Zeitgeist“ wertete das Internet-Unternehmen nun seine Daten aus, um mehrere Bestenlisten für das Jahr 2009 aufzustellen.

So liegt etwa unter den „meistgesuchten Nachrichten“ der Deutschen „Schweinegrippe“ auf Platz eins, gefolgt von „Michael Jackson“ und „Lotto“. Bei den „meistgesuchten Personen“ hingegen kommt es nicht auf Krankheit, Tod oder Geld an: Da interessieren sich die meisten Surfer für das pralle Leben. Die Deutschen googeln nach der Schauspielerin Megan Fox, Britney Spears und Angelina Jolie. Was die Männer angeht, so fanden nur Brüno und Schauspieler Zac Efron Platz in den Top Ten.

Der „schnellste Absteiger“ ist „Beijing 2008“

Nun könnte man vermuten, dass sich die Bestenlisten zumindest in Europa von Land zu Land ähneln. Doch schon die Österreicher haben bewiesen, dass sie anders sind und surfen. Und die Schweizer googeln sehr häufig nach „Google“, die Engländer wiederum oft nach der Suchmaschine „Bing“.

Google hat zudem die Häufigkeit der Suchbegriffe mit denen des Vorjahrs verglichen und daraus Auf- und Absteigerlisten gemacht. Ende Juni 2009 tippten innerhalb weniger Tage Milliarden Menschen die Zeichenfolge „Michael Jackson“ in die Suchleiste. Der King of Pop kam in Googles Rangliste dort an, wo er einmal tatsächlich war: ganz oben auf Platz Eins. Der „schnellste Absteiger“ in der Popularität sind die Chinesen. Ihre Marketingmaßnahmen für die Olympischen Spiele „Beijing 2008“ hielten nicht lange an. Auch „Euro 2008“ will 2009 keiner mehr googeln. Wo war die Euro noch einmal? In der Schweiz und in Österreich natürlich! Das wiederum hätten unserer Nachbarn garantiert auch ohne Google gewusst.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

Jüngste Beiträge

Mit Mazda ein Romeo

Von Wolfgang Peters

Wenn sich zwei leidlich gesunde Automarken, ohne eine Hochzeit im Himmel zu zelebrieren, miteinander ins Bett legen, dann kommt ein Roadster dabei heraus. Alfa Romeo und Mazda haben genau diese Autoform im Sinn. Mehr