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Gamescom Sony senkt den Preis für die Playstation 3

19.08.2009 ·  Sony will mit einer billigeren Version seiner Spielekonsole Playstation 3 Marktanteile von der Konkurrenz zurückgewinnen. Microsoft könnte nachziehen. Denn der deutscher Spielemarkt wächst nur noch schwach.

Von Holger Schmidt
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Die Fachleute sind sich einig: Sony sorgt mit einer kräftigen Preissenkung für seine Spielekonsole Playstation 3 für die Schlagzeile der am Mittwoch beginnenden Spielemesse Gamescom in Köln. Die Playstation 3 Slim, wie die abgespeckte Konsole heißen wird, wird mit 299 Euro rund 100 Euro billiger sein als die heutige Ausführung. Das Gerät erhält eine 120-Gigabyte-Festplatte. Der Preis für das reguläre Modell fällt von 400 auf ebenfalls 300 Euro. Der Konzern kündigt zudem an, seine Konsolen verstärkt mit Multimedia-Funktionen auszurüsten.

Über Microsoft gibt es ähnliche Gerüchte: Der Preis der bestausgestatteten Version der Konsole, der Xbox 360 Elite, könnte in derselben Größenordnung fallen, um den alten Abstand zu Sony zu halten. Nur beim Marktführer Nintendo wird wohl nicht an der Preisschraube gedreht: „Ich habe keine Signale aus Japan, dass wir die Preise für die Nintendo Wii ändern“, sagte Bernd Fakesch, Deutschland-Chef von Nintendo, der F.A.Z.

Die Preissenkung für Sonys Flaggschiff ist von der Spieleindustrie vehement gefordert worden. „Für 2010 und 2011 müssen wir eventuell prüfen, ob wir die Konsole noch unterstützen“, hatte Robert Kotick, Chef des Spielestudios Activision-Blizzard, unverhohlen gedroht. Denn Sonys Konsole ist zwar die technisch beste im Markt, aber bisher auch das mit Abstand teuerste Gerät. In der Wirtschaftskrise sind viele Verbraucher, vor allem in den Vereinigten Staaten, vor einer solchen Investition zurückgeschreckt. Die Zurückhaltung bei den Gerätekäufen hat auch die Spielehersteller hart getroffen; nach Jahren zweistelliger Zuwächse ist das Geschäft der Spieleindustrie in Amerika im ersten Halbjahr um 12 Prozent eingebrochen. Große Spielehersteller wie Electronic Arts schreiben Verluste.

In Deutschland ist das Geschäft der Spieleindustrie vergleichsweise robust, auch wenn die Wachstumsraten der vergangenen Jahre nicht mehr erreicht werden. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung wurden bis einschließlich Juli etwa genauso viele Konsolen verkauft wie im vergangenen Jahr.

Allerdings liegen die Verkäufe der Nintendo DS, Zugpferd der vergangenen beiden Jahre, 2009 gut 10 Prozent unter dem Vorjahreswert; auch die andere mobile Konsole, Playstation Portable von Sony, erreicht die Verkaufszahlen des Vorjahres nicht mehr. Die Verkäufe der stationären Konsole Nintendo Wii liegen geringfügig höher als im Vorjahr, während Sony dank einiger Händler, welche die Preissenkung mit aggressiven Straßenpreisen schon zum Teil vorweggenommen haben, bis einschließlich Juli 22 Prozent mehr Playstation 3 verkauft hat als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

Abschied von den Wachstumsraten des Vorjahres

Auch Microsoft hat mit 168.000 abgesetzten Xbox 360 dank seiner Preissenkungen rund ein Viertel mehr Konsolen verkauft als 2008. Der Umsatz mit Spielesoftware liegt in Deutschland auch auf Höhe des Vorjahres. Nintendo ist mit Wii Sports Resort, Pokémon Platinum, Mario Kart Wii und Wii Fit zwar mit vier Titeln unter den zehn meistverkauften Spielen im Juli vertreten, liegt im Jahresvergleich aber deutlich hinter dem Vorjahr zurück, ebenso wie der Spielehersteller Take 2, der mit Grand Theft Auto 4 im vergangenen Jahr einen großen Erfolg feierte, der sich in diesem Jahr nicht wiederholt. Den größten Zuwachs hat bisher Electronic Arts erreicht, vor allem dank der Spiele Sims 2, Harry Potter und der Halbblutprinz sowie Fifa09. Auf das Jahr gerechnet, erwartet der Branchenverband BIU 3 bis 5 Prozent Zuwachs in den Spieleverkäufen.

„Wir müssen uns von den Wachstumsraten der vergangenen Jahre verabschieden. Am Ende des Jahres erwarte ich aber einen ähnlichen Umsatz wie 2008“, sagte Fakesch. Fast sechs Millionen Nintendo DS und 2,4 Millionen Wii hat Fakesch in Deutschland bisher verkauft. „Die Breite der installierten Basis hilft uns jetzt bei den Spieleverkäufen“, sagt Fakesch. Neue Bewegungsspiele wie Sports Resort und Wii-Fit Plus sollen nun das Weihnachtsgeschäft ankurbeln, in dem alle Unternehmen der Branche traditionell den Großteil ihres Umsatzes erzielen.

Auch Electronic Arts ist in Deutschland optimistisch. „Wir gewinnen Marktanteile“, sagte Deutschland-Chef Olaf Coenen der F.A.Z. Electronic Arts setzt ebenfalls auf Bewegungsspiele, aber auch auf die Sims 3. Dagegen laufen die Titel, die von vielen Spielern gemeinsam über das Internet gespielt werden, noch nicht wie gewünscht. „Dieser Markt gehört bisher Activision-Blizzard und World of Warcraft“, gibt Coenen zu. Im kommenden Jahr soll aber ein solches Spiel von Electronic Arts mit dem Thema „Starwars“ Spieler von World of Warcraft weglocken.

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