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Filialen Microsoft ahmt Apple mit eigenen Läden nach

13.02.2009 ·  Der weltgrößte Softwarekonzern beginnt eine Einzelhandelsinitiative. Der Erfolg von Apple wird sich aber nicht so leicht kopieren lassen - zumal sich Microsoft für seinen Plan einen schwierigen Zeitpunkt ausgesucht hat.

Von Roland Lindner, New York
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Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft Corp. wagt sich auf ein neues Gebiet vor und will künftig Geschäfte unter seinem eigenen Namen eröffnen. Microsoft ahmt damit den Wettbewerber Apple nach, der seit einigen Jahren erfolgreich Läden betreibt und rasant expandiert.

Mit konkreten Details hielt sich Microsoft noch zurück, als das Unternehmen seine Einzelhandelsinitiative ankündigte. So steht nach Angaben des Unternehmens noch nicht fest, wann die ersten Geschäfte eröffnen sollen und welche Standorte geplant sind. Microsoft benannte zunächst einmal nur einen Verantwortlichen, der sich um diese Fragen kümmern soll. Dabei handelt es sich um David Porter, der 25 Jahre lang beim weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart verbracht hat und seit 2007 Vertriebsmanager des Trickfilmstudios Dreamworks Animation war.

Apple hat seit 2001 eigene Geschäfte

Der Microsoft-Rivale Apple hat in den vergangenen Jahren mit seinen Einzelhandelsaktivitäten aufhorchen lassen. Apple begann im Jahr 2001 damit, eigene Geschäfte aufzumachen. Der Vorstoß wurde in der Branche zunächst skeptisch beobachtet. Die Apple-Läden wurden aber sehr schnell zu Publikumsmagneten, zumal das Unternehmen seine Produktpalette in den vergangenen Jahren jenseits von Computern zunehmend um Konsumelektronikprodukte erweitert hat, vor allem den digitalen Musikspieler iPod und das Multimedia-Handy iPhone.

Mittlerweile hat Apple rund 200 eigene Geschäfte. Einige von ihnen sind in ihren Städten zu Touristenattraktionen geworden, zum Beispiel der unterirdische Laden an der New Yorker Fifth Avenue mit einem Glaswürfel als Eingang an der Oberfläche. Die meisten Apple-Läden befinden sich in Amerika, das Unternehmen forciert aber die internationale Expansion. So hat im Herbst der erste deutsche Laden in München Premiere gefeiert.

Keine Angaben zum Sortiment

Microsoft befindet sich in einer etwas anderen Ausgangsposition als Apple und wird den Erfolg des Wettbewerbers nicht einfach kopieren können. Während Apple Endgeräte unter seinem eigenen Namen verkauft, hat Microsoft als Softwarespezialist für viele seiner Produkte vor allem eine Rolle als Zulieferer an andere Marken. So ist das Betriebssystem Windows Baustein von Computern, die unter dem Namen von Herstellern wie Hewlett-Packard oder Dell verkauft werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Handy-Betriebssystem Windows Mobile, das Eingang in die Geräte von Unternehmen wie Nokia oder Samsung findet. Das wirft die Frage auf, welche Marken in den Microsoft-Läden überhaupt verkauft werden sollen. Microsoft macht zum Sortiment bislang keine Angaben.

Microsoft hat nur zwei eigene Hardwareprodukte, die Videospielekonsole Xbox und den Musikspieler Zune. Bei beiden Produkten steht der Konzernname Microsoft viel mehr im Hintergrund als dies mit dem iPod oder dem iPhone von Apple der Fall ist. Grundsätzlich kämpft Microsoft damit, im Vergleich mit Apple ein eher langweiliges Image zu haben. Apple unterstreicht dies in Werbespots, in denen sich das Unternehmen direkt Microsoft gegenüberstellt und dabei als die angesagtere Marke präsentiert.

Microsoft hat sich einen schwierigen Zeitpunkt für seinen Vorstoß ausgesucht. Die Wirtschaftskrise bremst die Konsumfreude der Verbraucher und bringt viele amerikanische Einzelhändler in Bedrängnis. Elektronikhändler haben dies besonders zu spüren bekommen: Die zweitgrößte amerikanische Elektronikkette Circuit City musste Insolvenz anmelden und wird gerade liquidiert. Selbst Apple bleibt in seinen Läden von der Flaute nicht verschont. Bei der Vorlage des Quartalsberichts im Januar berichtete das Unternehmen, der durchschnittliche Umsatz in den Apple-Läden sei gegenüber dem Vorjahr von 8,5 Millionen auf 7 Millionen Dollar gesunken. Mit der neuen Filiale in München zeigte sich Apple aber zufrieden.

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