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Facebook Die Kinder-Überraschung

23.05.2010 ·  Die Suchanfrage „delete Facebook Account“ ist eine der häufigsten bei Google. Solche Aufrufe sind zwar spektakulär und medienwirksam. Doch man kommt gegen Facebook nicht mehr an. Der neueste Coup ist bereits angekündigt.

Von Michael Spehr
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Wir verlassen Facebook“ heißt eine Kampagne, die zwei Kanadier derzeit lostreten. Die Seite quitfacebookday.com fordert dazu auf, am 31. Mai aus dem sozialen Netzwerk kollektiv auszutreten. „Weil Facebook dem Nutzer keine faire Chance gibt, seine Daten zu sichern“, heißt es dort. Die Kritik an dem amerikanischen Unternehmen wird immer lauter.

Schon ist die Suchanfrage „delete Facebook Account“ eine der häufigsten bei Google. Denn selbst das Austreten aus Facebook ist kompliziert, das entsprechende Menü gut versteckt, und wer nicht aufpasst, deaktiviert lediglich sein Konto, statt es endgültig zu löschen. Solche Aufrufe sind zwar spektakulär und medienwirksam. Aber sie verpuffen mehr oder weniger folgenlos. Nur einige tausend Menschen haben sich bislang auf der kanadischen Website eingetragen und machen mit.

Der neueste Coup

Ende Juni wird Facebook jedenfalls einige Millionen Mitglieder mehr haben als am 31. Mai. Man kommt gegen Facebook nicht mehr an. Der neueste Coup wurde in der vergangenen Woche angekündigt: In 45 Ländern (Deutschland ist noch nicht dabei) wird man eine mobile Facebook-Seite mit dem Handy oder Smartphone unentgeltlich aufrufen können. Sie heißt bezeichnenderweise 0.facebook.com. Es fallen auch keine Datengebühren in den Mobilfunknetzen an.

Das ist natürlich für Kinder und Jugendliche ein ungemein attraktives Angebot: unterwegs mit den Freunden „chatten“ zum Nulltarif - statt teure SMS zu versenden. Mit diesen und anderen Schachzügen wird Facebook in den kommenden Monaten einen noch nie gesehenen Aufschwung erleben. Die Hunde bellen, aber die Karawane stürmt weiter.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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