http://www.faz.net/-gy9-8dscp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.02.2016, 17:38 Uhr

Trojaner Erpresser-Virus „Locky“ verbreitet sich rasant

Ein aggressiver Trojaner befällt Computer in Deutschland. Der „Locky“ genannte Virus wird durch E-Mails verbreitet, die als Rechnungen getarnt sind. Gängige Antivirus-Programme erkennen ihn derzeit noch nicht.

© dpa Trojaner „Locky“ wird durch gefälschte E-Mails verbreitet und macht Daten unbrauchbar.

Ein aggressiver Erpressungs-Trojaner verbreitet sich rasant vor allem auf Computern in Deutschland. Der Sicherheitsexperte Kevin Beaumont zählte derzeit 5300 Neuinfektionen mit dem Windows-Trojaner „Locky“ durch gefälschte E-Mails pro Stunde. Damit lag die Infektionsrate in Deutschland deutlich vor Ländern die den Niederlanden (2900) und den Vereinigten Staaten (2700). Auch das Fraunhofer-Institut in Bayreuth war in dieser Woche betroffen. Der Virus legte dort mehrere Dutzend PC-Arbeitsplätze lahm, indem er die Daten auf einem zentralen Server verschlüsselte und damit unbrauchbar machte.

Mehr zum Thema

Die Erpresser-Mails werden inzwischen auch in korrektem Deutsch geschickt, berichtet Beaumont in einem Twitter-Beitrag. Die Mails werden mit einem Anhang verschickt und geben sich in der Regel als Rechnungen aus. Laut Beaumont hebelt der Trojaner auch Sicherheitseinstellungen in Microsoft Outlook aus. Durch eine aktuell veränderte Verbreitungsmethode werde der Schädling auch von Antiviren-Programmen derzeit nicht erkannt. "Locky" ist "Heise online" zufolge auch in der Lage, sämtliche Daten zu sperren, die etwa mit einem Cloudspeicher oder über Netzwerke synchronisiert werden.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät, auf keinen Fall auf die Lösegeldforderungen einzugehen, sondern Anzeige zu erstatten. In vielen Fällen würden auch nach einer Zahlung die Daten nicht wieder entschlüsselt.

Quelle: bfch./dpa-AFX

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Genforschung Der Grund des Lebens

1832 formulierte Johann Wolfgang von Goethe in einem Gespräch mit Eckermann: Die Fragen der Wissenschaft sind sehr häufig Fragen der Existenz. Dies gilt im Zeitalter der Zauberscheren und der Genomeditierung ganz besonders. Mehr Von Professor Dr. Jörg Hacker

17.05.2016, 12:08 Uhr | Politik
Geldstrafe Vagina-Künstlerin in Japan verurteilt

Nach einem aufsehenerregenden Gerichtsprozess ist die japanische Vagina-Künstlerin Megumi Igarashi zu einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 3300 Euro verurteilt worden. Das Tokioter Bezirksgericht sprach die Künstlerin der Verbreitung von obszönem Material schuldig. Megumi Igarashi war vor zwei Jahren festgenommen worden, weil sie Kunst in Form einer Vagina verbreitet hatte. Mehr

09.05.2016, 18:04 Uhr | Gesellschaft
Rechtspopulismus Wer hat Angst vorm Dämon AfD?

Nach den Wahlen vom 13. März und dem Stuttgarter Parteitag der AfD raten deren Gegner zur Entdämonisierung der Rechtspopulisten. Worin besteht aber der Dämon? Mehr Von Jasper von Altenbockum

17.05.2016, 10:20 Uhr | Politik
Indonesien Geburt von seltenem Sumatra-Nashorn gibt Artenschützern Hoffnung

Ein kleines Sumatra-Nashornmädchen gibt Artenschützern Grund zur Hoffnung: Das gesunde Kalb hat in einer Aufzuchtstation auf der indonesischen Insel Sumatra das Licht der Welt erblickt. Sumatra-Nashörner sind extrem selten, es wird geschätzt dass weltweit nicht mehr als 100 Tiere existieren. Ursprünglich waren sie in weiten Teilen Südostasiens verbreitet. Mehr

15.05.2016, 17:10 Uhr | Gesellschaft
Tibet-Institut Erleuchtung in der Schweiz suchen

Im Kanton Zürich beten und studieren Mönche im klösterlichen Tibet-Institut. Auch Schweizer zieht der Buddhismus in den Bergen an. Mehr Von Michelle Gugger, Kantonsschule Zürcher Oberland, Wetzikon

18.05.2016, 15:22 Uhr | Gesellschaft

Googles neues Heim

Von Michael Spehr

Home von Google sieht aus wie eine Kreuzung aus Blumenvase und Lautsprecher. Es erscheint harmlos. Doch Google will damit weitere Daten und Informationen sammeln. Mehr 1 3