08.09.2005 · Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Mit dem iPod nano stellt Apple ein neues Modell seines Bestsellers vor. Apple wagt sich in neue Bereiche: Demnächst sollen iTunes und iPod auf dem Handy und im Auto für den guten Ton sorgen.
Apple präsentiert ein wahres Produktfeuerwerk: Nachfolger des portablen Musikplayers iPod mini soll der kleine Winzling „iPod nano“ werden. „Der iPod nano ist die größte Revolution seit dem originalen iPod“, sagte Apple-Chef Steve Jobs euphorisch.
Wie bereits in Branchenkreisen erwartet, stellte das Unternehmen in Kooperation mit Motorola auch erstmals ein iTunes-Musik-Handy vor. Apple kündigte zudem eine Zusammenarbeit mit Volkswagen und anderen Autoherstellern an. Auf den Markt bringen will Apple auch eine Sammler-Version des iPod, die auf den „Harry Potter“-Büchern basieren soll.
„Der wichtigste iPod der Welt“
Der iPod nano ist kaum größer als eine Visitenkarte und faßt rund 1000 Musikstücke. Im Vergleich zum Volumen des Ur-iPods hat das neue Gerät um 80 Prozent abgespeckt. Die neue Produktreihe löst den iPod Mini ab. Im Gegensatz zu diesem ist er nicht mit einer Festplatte ausgestattet, sondern mit so genannten Flash-Speichern, was eine leichtere und kompaktere Bauweise erlaubt. „Der iPod nano wird aus dem Stand der wichtigste iPod der Welt werden“, sagte Jobs. Das 42,5 Gramm schwere Gerät mit Farbdisplay und dem von Apple patentierten, kreisrunden Navigationsknopf „Click wheel“ soll in zwei Versionen erscheinen: Eine mit vier Gigabyte, die andere mit zwei Gigabyte. In der größeren Version passen rund 1000 Lieder auf den iPod nano. Betrieben wird das Gerät durch einen Akku, der bis zu 14-Stunden Musik hören erlauben soll. Kosten soll das Gerät mit dem größeren Speicher 249 Dollar, auf dem amerikanischen Markt ist es ab sofort erhältlich. Die kleinere Version schlägt mit 199 Dollar zu Buche.
In Europa werden die ersten Geräte in rund einer Woche für 249 Euro beziehungsweise 199 Euro verkauft. Beide Geräte, auf denen sich auch Bilder speichern lassen, soll es außer in der für Apple traditionellen Farbe Weiß auch in Schwarz geben.
Platz für 100 Lieder auf dem Handy
Gemeinsam mit dem amerikanischen Mobiltelefon-Hersteller Motorola präsentierte der Computerhersteller das erste Handy, das mit Apples Musik-Software iTunes ausgestattet ist - das Programm, mit dem auch Musik auf den iPod geladen wird. Das Handy Motorola ROKR ist mit zwei Stereo-Lautsprechern bestückt und bietet Platz für bis zu 100 Musikstücke. Die Songs können über ein USB-Kabel mit dem Computer synchronisiert werden. Über eine separate Taste kann per Knopfdruck von Musikhören auf Telefonieren umgeschaltet werden. In Deutschland wird das Gerät ab Ende September für 389 Euro verfügbar sein.
Apple und Motorola hatten ein entsprechendes iTunes-Handy bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt. Der Marktstart wurde aus weiter nicht genannten Gründen immer wieder verschoben. Auf dem amerikanischen Markt werde das Gerät exklusiv von dem größten Mobilfunkunternehmen Cingular vertrieben, sagte Jobs. In Amerika soll das Gerät 249 Dollar kosten, verbunden mit einem zweijährigen Handyvertrag.
Kooperation mit Autoherstellern
Steve Jobs kündigte auch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Autoherstellern an: Bereits im kommenden Jahr sollen 30 Prozent aller in den USA verkauften Autos eine Option für das Musik-Abspielen über Apples iPod besitzen, kündigte Jobs an. Partner seien unter anderem Audi, BMW, VW und Mercedes-Benz. Ab den Fahrzeugreihen des kommenden Jahres sollen die in den Autos eingebauten Musikanlagen unter anderem von Audi, Honda und VW mit den digitalen Musik-Abspielgeräten kompatibel werden, wie Apple mitteilte. Insgesamt böten nun 15 internationale Autohersteller diese Integration mit dem iPod an.
Im Jahr 2006 würden in den USA mehr als fünf Millionen Autos ausgeliefert, deren Musikanlagen das Gerät unterstützten. Dies seien mehr als 30 Prozent aller Fahrzeuge, die im kommenden Jahr in den USA verkauft würden, erklärte Apples Vize-Chef für die Vermarktung der iPod-Reihe. VW werde die meisten seiner in den USA angebotenen Autos so ausstatten. Bei Audi werde die iPod-Integration mit den Fahrzeugmodellen A3, A4 und TT starten.
Der iPod ist für Apple eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Nach Angaben von Jobs hat Apple bereits 22 Millionen seiner mobilen Player verkauft, darunter 6,2 Millionen im vergangenen Quartal.