26.11.2008 · Ein Minicomputer von Asus im Taschenbuchformat: Die mobile Surfstation steht versteckt hinter dem Monitor. Eine einfache Variante, um mal flink ins Internet zu gehen. Dieser Einliter-PC kostet samt Tastatur und Maus nur 270 Euro.
Von Michael Spehr„Nur mal flink ins Internet“: Das ist zu Hause meist schneller gesagt als getan. Wo ist das Notebook, und warum ist gerade jetzt sein Akku leer? Hat jemand das Netzteil gesehen? Geht man gleich an den Hochleistungs-PC, ist zunächst langes Warten auf das Hochfahren angesagt, die üppige Softwareausstattung und Windows Vista fordern ihren Tribut. Und nun die einfache Variante: Die mobile Surfstation in Buchgröße steht hinter dem Monitor. Sie hat ein Volumen von nur einem Liter (22 × 18 × 2 Zentimeter) und ist ruckzuck arbeitsbereit. Im Unterschied zum Haupt-PC macht sie keinen Lärm und arbeitet flüsterleise, zudem stromsparend mit deutlich weniger als 20 Watt. Trotzdem ist alles an Bord, was man fürs Arbeiten am PC benötigt. Und dieser Einliter-PC kostet samt Tastatur und Maus nur 270 Euro.
Das gibt es nicht? Doch, die Eee Box von Asus ist die konsequente Weiterführung einer Erfolgsgeschichte. Nach den sehr kleinen Netbooks mit bescheidener Leistung und günstigem Preis kommen nun die Net-PCs mit Notebook-Komponenten, die in den Zeiten der Krise und Sparsamkeit alle wesentlichen Anforderungen an einen Arbeits- oder Internet-PC erfüllen, allerdings Spiele oder Videobearbeitung außen vor lassen. Sie verwenden Windows XP oder Linux und nicht das Schlachtschiff Vista, und so reichen ein kleiner Atom-Prozessor von Intel, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und eine Festplatte mit 160 Gigabyte allemal aus. Für ein paar E-Mails braucht man keinen Mehrkernprozessor mit 3 Gigahertz Taktfrequenz.
Vier USB-Buchsen liegen an den Seiten
Die Eee Box stellt den Kontakt zum Internet wahlweise drahtlos über Wireless-Lan oder den Ethernet-Anschluss her, Bluetooth ist nicht eingebaut, aber es findet sich ein Laufwerk für Secure-Digital-Speicherkarten. Vier USB-Buchsen liegen an den Seiten. Schließt man Tastatur und Maus aus dem Paket an, sind allerdings zwei davon schon belegt. Wir nahmen deshalb eine schnurlose Einheit aus Maus und Tastatur von Cherry, die nur einen Port belegt. Eine eigene Grafikkarte fehlt der Box. Der Onboard-Grafikchip GMA-950 ist zwar schwachbrüstig, lieferte aber über den DVI-Ausgang ein klares Bild bis hin zur Auflösung von 1280 × 1024 Pixel. Mit einem beiliegenden Adapter lassen sich auch VGA-Monitore anschließen, hier überzeugte die Bildqualität allerdings nicht.
Windows XP ist bereits installiert, so muss man eigentlich nur den Firefox und Open Office aus dem Internet holen, damit das Maschinchen arbeitsbereit ist. Dass ein optisches Laufwerk fehlt, kann man bedauern - oder als Pluspunkt sehen, denn die Eee Box ist auch ein ideales Gerät fürs Kinderzimmer, wenn es darum geht, das Zumüllen mit Software zu verhindern. Auch als Zweitgerät können wir sie nur empfehlen, man spart Geld, Platz und Strom und genießt die wunderbare Ruhe im heimischen Arbeitszimmer. Wer partout ein optisches Laufwerk wünscht, sollte einen Blick auf zwei ähnliche Geräte werfen: Der Nettop von Aldi-Hauslieferant Medion kommt in diesen Tagen auf den Markt, er ist voluminöser und schwerer, bringt aber einen DVD-Brenner und Mehrkanal-Sound mit und gleicht damit dem MSI Wind PC, der zwar sechs USB-Buchsen an Bord hat, aber kein Wireless-Lan. Beiden Konkurrenten fehlt indes der digitale Monitorausgang.
USB-Port
Bernd Esch (eschb)
- 26.11.2008, 13:19 Uhr
Firefox und Open Office
Bert Goebel (paul1963)
- 26.11.2008, 13:33 Uhr