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E-Postbrief Von echten Hunden und virtuellen Briefen

04.08.2010 ·  Durch den neuen E-Postbrief könnten die Dissonanzen zwischen bissigen Hunden und Briefträgern ein für alle Mal aus der Welt geschafft sein. Doch wegen der Geschäftsbedingungen der Deutschen Post können sich weiterhin nur die Hunde freuen.

Von Michael Spehr
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Charly ist wirklich ein verspielter, liebevoller und braver Rottweiler. Mit dieser kurzen Bemerkung und dem Wechsel zum elektronischen E-Postbrief hatten wir gehofft, gewisse Dissonanzen im Verhältnis zum Briefträger ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen.

Die Post kommt dann per E-Mail: verbindlich, vertraulich, verlässlich, heißt es in der Werbung. Eine sichere, rechtsverbindliche E-Mail ist auch mit dem De-Mail-Projekt geplant, das andere Unternehmen derzeit angehen. Die Nachfrage ist groß. Aber die Juristen protestieren energisch gegen E-Postbrief und De-Mail.

Die Kritik kurz zusammengefasst

Es geht zum einen um einen Referentenentwurf des De-Mail-Gesetzes und zum anderen um die Geschäftsbedingungen der Deutschen Post für den E-Postbrief. Um die Kritik knapp zusammenzufassen: Der Bürger und Nutzer dieser neuen Dienste steht sich nicht besser, sondern eindeutig schlechter. Ihm werden unsinnige Verpflichtungen auferlegt (mindestens einmal werktäglich den Posteingang kontrollieren), mit der Verlässlichkeit ist es nicht weit her, und auch in Sachen Sicherheit gibt es Bedenken.

So genießt etwa nach Meinung vieler Juristen der E-Postbrief nicht den Schutz des Briefgeheimnisses. Die derzeit angebotenen Systeme sind keine Postfächer für wichtige und sensible Schreiben. Sie folgen allein den Interessen von Unternehmen, Werbetreibenden und Abmahnanwälten. Der Kunde ist das schwächste Glied in der Kette. Wer sichere E-Mail will, kann seit langem Verschlüsselungstechnik einsetzen. Oder bei der bewährten Zustellung bleiben, zumal auch die elektronische Variante nicht günstiger ist. Charly wedelt schon mit dem Schwanz.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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