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E-Mail-Dienste im Test Gratis ist besser

27.07.2009 ·  Welcher E-Mail-Dienst funktioniert einfach und schnell, wo nervt die Werbung und wer schützt am besten vor Viren und Spam? Stiftung Warentest zeigt die besten E-Mail-Dienste und gibt Tipps zur Auswahl. Denn es gibt auch „mangelhafte“ Anbieter.

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Das angenehme an kostenlosen E-Mail-Diensten ist, dass sie nichts kosten. Sponsoren finanzieren die Technik. Dafür nervt ihre Werbung. Beim Login zum Postfach, als Pop Up zur E-Mail oder als Banner auf der Webseite des E-Mail-Dienstes. Bei Freenet, GMX und Web.de landen Werbemails sogar direkt im Postfach. Besonders raffiniert agiert direktBox: Der Anbieter führt seine Kunden nach dem Logout einfach zu ebay.

Google setzt noch einen drauf. Der E-Mail-Dienst des Suchmaschinengiganten durchsucht jede eingehende Mail, filtert werberelevante Stichworte und garniert die Mail mit passender Werbung. Jürgens Urlaubsgrüße vom Ballermann kommen dann mit Flugangeboten, MP3-Downloads („König von Mallorca“) oder Sangriawerbung daher. Ob die Kunden das passend finden oder nicht.

18 Dienste im Test

Die Stiftung Warentest hat 18 E-Mail-Dienste untersucht. Wirklich werbefrei war im Test nur das Premiumangebot von Yahoo. Mail Plus kostet 1,25 Euro im Monat, überzeugte die Tester aber nicht. Schuld sind vor allem das Vertragswerk und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Yahoo. Da wimmelt es von unzulässigen Klauseln. Yahoo versucht sogar Einfluss auf die Mails zu nehmen. Das Unternehmen untersagt den Versand von E-Mails, die von Yahoo „in sonstiger Weise zu beanstanden sind“ (O-Ton Yahoo). Solche Klauseln sind viel zu pauschal.

Yahoo steht damit nicht allein. Neun von 18 E-Mail-Diensten haben unzulässige Klauseln in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Besonders rüde geht Microsoft ans Werk. Das Unternehmen erlaubt sich, den E-Mail-Dienst Hotmail aus beliebigen Gründen zu ändern oder Funktionen abzuschalten. Microsoft nimmt sich auch das Recht, den Dienst zu kündigen: jederzeit, fristlos und ohne besonderen Grund. Auf solche E-Mail-Dienste ist kein Verlass. Bei einer fristlosen Kündigung sind alle gespeicherten Mails und Kontakte sofort verloren.

Zu viele Macken im Detail

Dass es anders geht, zeigen vor allem Arcor und Google. Arcor hat keine Mängel in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Google nur sehr wenige. Beide E-Mail-Dienste überzeugen auch in puncto Handhabung. Account anmelden, Mails versenden und Mails empfangen läuft bei Google besonders gut. Einfach und schnell funktionieren auch die kostenlosen E-Mail-Dienste von freenet und GMX. Rundum gut ist aber kein E-Mail-Dienst im Test. Dafür gibt es zu viele Macken im Detail: Google mit seltsamen Klauseln und dem Wahn alles zu scannen, GMX mit Werbung ohne Ende, Arcor mit durchschnittlicher Funktion und freenet mit deutlichen Mängeln in den Geschäftsbedingungen. Alles in allem sind die vier genannten Dienste aber die beste Wahl.

GMX, Arcor und freenet bieten auch passable Premiumdienste. Hier gibt es mehr Speicherplatz und weniger Beschränkungen - etwa was die Mailgröße betrifft. Beispiel: GMX. Der Premiumdienst TopMail bietet unbegrenzt Speicherplatz und ermöglicht einzelne E-Mails mit Anhang bis 100 MB. Beim kostenlosen GMX FreeMail ist die Mailgröße dagegen auf 20 MB beschränkt. Das Postfach umfasst ein Gigabyte. Beides ist reichlich. Für die meisten Anwender lohnen sich die Premiumdienste kaum. Sicherer als die kostenlosen Angebote sind die Bezahlvarianten auch nicht.

Schutz vor Viren und Spam

Erfreulich: Die meisten Anbieter haben in den vergangenen Jahren aufgerüstet. Sie schützen Ihre Anwender heute recht zuverlässig vor Spam und Computerviren. Die Tester schickten zur Probe acht virenverseuchte Mails an die eigenen Postfächer. Bei 15 Diensten landeten diese Mails sofort in Quarantäne. Nicht so beim kostenlosen Dienst von T-Online. Hier liefen zwei Virenmails direkt ins Postfach. Dort blieben sie über Wochen unentdeckt: Die Sicherheitssoftware von T-Online schlug nicht Alarm.

Auch die beiden Dienste des kleinen Anbieters 1email.eu (Standard und Profi) sind nicht sicher: Hier kam jeweils eine virenverseuchte Mail im Postfach an. Schlimmer noch: 1email fragt beim Login Benutzernamen und Kennwort unverschlüsselt ab. Das ist nicht sicher. Angebot und Handhabung sind mau. Testurteil insgesamt: mangelhaft. Pop3 und Imap bietet 1email nicht an. Dazu mehr in den Tipps. Die Tipps zeigen, wie Sie Viren vermeiden, sicher mailen und Werbung umgehen.

So mailen Sie sicher

E-Mails sichern. Kein E-Mail-Dienst garantiert einen absolut sicheren Betrieb. Speichern Sie Ihre E-Mails und Kontakte deshalb regelmäßig mit einem Mailprogramm auf dem eigenen Rechner.

Mailprogramm. Nutzen Sie ein Mailprogramm wie Pegasus, Thunderbird oder Outlook. Das Mailprogramm kommuniziert mit Ihrem E-Mail-Dienst und speichert alle Mails auf Ihrem Rechner. Vorteil: Sie können E-Mails offline lesen und schreiben. Voraussetzung: Der E-Mail-Dienst unterstützt die Fernabfrage über die Protokolle POP3 oder IMAP und SMTP. Im Test: Alle Anbieter bis auf 1email.eu.

Webmail. Sie können Ihr Postfach auch direkt über die Webseite des Anbieters verwalten. Die Mails liegen dabei auf dem Server Ihres E-Mail-Dienstes. Vorteil: Sie haben weltweit Zugriff auf Ihre Mails. Nachteil: Sie können die Mails nicht offline lesen. Außerdem sind die Mails verloren, wenn der Anbieter Ihren Zugang abschaltet.

So schützen Sie Ihr Postfach

Kennwort. Schützen Sie Ihren E-Mail-Zugang durch ein sicheres Kennwort. Verwenden Sie eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Mindestens acht, besser zwölf Zeichen. Das bringt mehr Sicherheit. Ändern Sie Ihr Kennwort regelmäßig.

Erinnerung. Die Sicherheitsfrage hilft, wenn Sie Ihr Kennwort vergessen haben. Wählen Sie eine Sicherheitsfrage, die nur Sie beantworten können. Die Abfrage Ihres Geburtstages bietet keinen ausreichenden Schutz.

SSL-Verschlüsselung. Loggen Sie sich stets über eine verschlüsselte Leitung in Ihr Postfach ein. Einige Dienste bieten die SSL-Verschlüsslung als Option. Sie erkennen die verschlüsselte Leitung am Kürzel „https“ in der Internetadresse und am Schloss-Symbol in der Statuszeile Ihres Browsers.

Internetcafé. Nutzen Sie Ihr Postfach nicht aus Internetcafés. Das ist nicht sicher. Der Rechner im Internetcafe speichert womöglich Ihr Kennwort. Löschen Sie im Internetcafe Browsercache und Kennwort, wenn Sie Ihr Postfach geöffnet hatten. Ändern Sie Ihr Kennwort dann von zu Hause.

So blocken Sie Viren und Werbung

Viren stoppen. Installieren Sie ein Antivirenprogramm auf Ihrem Rechner. Wer im Internet surft oder E-Mails empfängt, muss sich schützen. Die Viren- und Spamfilter der Maildienste reichen nicht aus.

Spam blocken. Nutzen Sie die Filter der E-Mail-Dienste. Gute Spam-Filter sparen Zeit und Geld. Stellen Sie auch Ihr privates Antivirenprogramm entsprechend ein.

Werbung vermeiden. Nutzen Sie ein Mailprogramm, dann sind Sie die Werbung los. Fenster mit Werbung (Pop-Ups) gibt es nur, wenn Sie Ihr Postfach über die Webseite des Anbieters verwalten. Das gilt auch für Google Mail mit seinem E-Mail-Scan: Werbung gibt es nur im Postfach. Ein Mailprogramm holt die Mails bei Google ohne Werbung ab.

Das sollten Sie wissen

Anhang. Wählen Sie einen Maildienst der größere Mail-Anhänge erlaubt, wenn Sie auch Fotos oder Videos verschicken wollen. Kostenlose Dienste wie Google, freenet und GMX erlauben Anhänge bis 20 MB, Arcor sogar bis 35 MB.

Lagerfrist. Beachten Sie die Lagerfrist Ihrer E-Mails. Einige Anbieter löschen die Mails im Posteingang automatisch nach 30 Tagen. Legen Sie Archivordner an oder verlängern Sie die Lagerzeit, damit Ihnen keine Mails verloren gehen.

Google Mail. Deaktivieren Sie bei der Anmeldung die Funktion „Webprotokoll“. Google sammelt sonst Daten über Ihr Surfverhalten.

Hotmail. Löschen Sie alle Mails und lassen Sie Ihr Postfach geschlossen, wenn Sie den Microsoft Hotmail-Dienst kündigen wollen. Die Kündigung dauert einige Wochen. Falls Sie Ihr Postfach in dieser Zeit öffnen, storniert Microsoft Ihre Kündigung.

Kündigungsfrist. Bezahlte E-Mail-Dienste müssen Sie schriftlich kündigen. Beachten Sie die Kündigungsfrist von bis zu 30 Tagen vor Ablauf der Mindestlaufzeit.

Fernabfrage. Wählen Sie einen Dienst, der die Fernabfrage via Pop 3 oder Imap ermöglicht, wenn Sie ein Mailprogramm einsetzen wollen. Fehlanzeige bei 1email.eu. Bei directBox müssen Sie den Pop-3-Abruf per E-Mail beim technischen Support beantragen. Umständlich. DirectBox erlaubt nur 48 Abrufe pro Tag, Web.de bei FreeMail vier Abrufe pro Stunde. Bei Google Mail und freenet können Sie Ihre Mails dagegen beliebig oft abrufen.

Der Beitrag wurde erstellt von unserem Kooperationspartner Stiftung Warentest. Weitere Tests und Informationen kostenpflichtig unter www.test.de.

Quelle: Stiftung Warentest
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