Home
http://www.faz.net/-gyc-shun
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Domain-Endung Kein Rotlichtbezirk im Internet

11.05.2006 ·  Für Kritiker und Befürworter war es ein jahrelanger Streit: Sollen pornographische Webseiten an ihrer Domain-Endung .xxx erkennbar sein, oder nicht? Die Internet-Verwaltung Icann hat entschieden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Eine .xxx-Domain für pornographische Webseiten wird es im Internet nicht geben. Die Internet-Verwaltung Icann entschied sich nach jahrelanger Debatte dagegen, eine solche Domain-Endung zuzulassen. Im vergangenen Jahr hatte sie dies in einer vorläufigen Entscheidung noch gebilligt.

Die .xxx-Befürworter hatten argumentiert, die Nutzer einer solchen neuen Domain hätten sich gewissen Regeln zu unterwerfen. Über Kontrollen sollte sichergestellt werden, daß die „.xxx“-Websites keine Kinderpornographie zeigen. Über Kindersicherungen hätte außerdem der Zugang zu solchen Websites relativ leicht gesperrt werden können. Doch die Sache hatte einen Haken: Für die Sex-Anbieter wäre die Nutzung der „.xxx“-Endung freiwillig gewesen. Es war von vornherein unwahrscheinlich, daß derzeit erfolgreiche Pornografie-Seiten im Netz ihre Domain-Endung wechseln würden.

Keine politische Entscheidung

Icann-Chef Paul Twomey sagte mit Blick auf Proteste konservativer Gruppen, aber auch einiger Anbieter pornografischer Websites, die Entscheidung sei nicht aus politischen Gründen gefallen.

Nach Branchenschätzungen ist das Geschäft mit sogenannten Erwachseneninhalten im Internet zur Zeit rund drei Milliarden Dollar (etwa 2,5 Milliarden Euro) schwer. Mehr als zehn Prozent der gesamten Internet-Aufrufe und 25 Prozent der Suchabfragen beziehen sich laut ICM auf pornografische Inhalte. Insgesamt gebe es vermutlich mehr als eine Million Sex-Sites im weltweiten Datennetz.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Anschnallen

Von Boris Schmidt

Ein Fünftel der im Jahr 2010 tödlich verunglückten Autofahrer war nicht angeschnallt. Man kann davon ausgehen, dass ein Großteil dieser Gurtmuffel lediglich verletzt worden wäre. Doch das Anschnallen allein sichert nur das eigene Leben. Mehr 1