09.07.2009 · Seit dem amerikanischen Unabhängigkeitstag werden Webseiten des Weißen Hauses, des Außenamts sowie amerikanischer Ministerien vermehrt von Hackerangriffen blockiert. Diese Denial-of-Service-Attacken könnten aus Nordkorea kommen.
Webseiten der amerikanischen Regierung werden seit mehreren Tagen immer wieder von mysteriösen Hackerangriffen lahmgelegt. Die Attacke auf die Website des Außenamts beispielsweise begann bereits am vergangenen Sonntag, wie Sprecher Ian Kelly in Washington sagte: „Sie läuft immer noch weiter, allerdings offenbar deutlich schwächer als vorher.“
Südkoreanische Internetseiten melden seit Dienstag ebenfalls Probleme. Während Washington keine Angaben zu den mutmaßlichen Angreifern machen wollte, machten südkoreanische Geheimdienstkreise am Mittwoch Nordkorea oder nordkoreanische Sympathisanten in Südkorea dafür verantwortlich.
Seit dem amerikanischen Unabhängigkeitstag am vergangenen Samstag werden Internetangebote des Weißen Hauses, des Außenamts sowie der amerikanischen Ministerien für Verteidigung, Finanzen und Verkehr vermehrt von Hackerangriffen blockiert. Weitere Ziele sind die Heimatschutzbehörde, die Nationale Sicherheitsbehörde und der Geheimdienst sowie die New Yorker Börse und die „Washington Post“. Das geht aus einer von Sicherheitsexperten erstellten Liste hervor, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt.
Denial of Service Attack
Die Hacker bedienten sich einer sogenannten Denial of Service Attack, wie das Heimatschutzministerium in Washington mitteilte. Aus Ermittlerkreisen verlautete, die Tatsache, dass die Internetseiten noch nach drei Tagen betroffen seien, deute auf eine ungewöhnlich raffinierte Attacke.
Denial-of-Service-Attacken sind bei Hackern beliebt. Bei einem derartigen Angriff wird ein Server mit Anfragen überflutet, so dass die Website nicht mehr erreichbar ist. Das passierte etwa im vergangenen Jahr während des Krieges zwischen Russland und Georgien mit Regierungs- und Firmenseiten des kleinen Landes.
Erfolgreiche Abwehr
Die meisten der attackierten Organisationen konnten die Angriffe offenbar erfolgreich abwehren. Die öffentliche Zugang zu den betroffenen Webseiten war jedoch immer wieder eingeschränkt. Interne E-Mail-Systeme sind von Denial-of-Service-Attacken typischerweise nicht betroffen.
Aus Parlamentskreisen in Seoul verlautete, der südkoreanische Geheimdienst habe Nordkorea oder Sympathisanten des kommunistischen Regimes in Südkorea als Urheber der Angriffe ausgemacht. Der Geheimdienst wollte dies auf Nachfrage nicht bestätigen.
China vom Netz abtrennen.
Jarod Wagner (grammaton)
- 09.07.2009, 12:48 Uhr