06.01.2006 · Während eine befürchtete neue Welle des „Sober“-Virus' bisher ausgeblieben ist, macht das Grafikformat „Windows-Metafile“ (WMF) den Experten Sorgen. Schon der Besuch bestimmter Websites könnte gefährlich sein.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat vor einer extrem gefährlichen Sicherheitslücke im Betriebssystem Microsoft Windows gewarnt. Nutzer könnten sich schon beim bloßen Besuchen von Websites Spionage-Programme und Viren einfangen, teilte das BSI am Freitag in Bonn mit.
Die Experten empfehlen Anwendern dringend, sich im Internet eine Software-Aktualisierung herunterzuladen. Die Versionen Windows 98 und Me sind angeblich von der Sicherheitslücke nicht betroffen.
Geheime Daten ausspionieren
Hacker könnten laut BSI die Lücke nutzen, um zum Beispiel sogenannte Trojaner in einen PC einzuschmuggeln oder an geheime Bankdaten zu kommen. Gefahr besteht demnach nicht nur beim Besuch von Websites, sondern auch beim Anschauen von E-Mails mit Grafiken in Programmen wie Microsoft Outlook. Dabei spielen manipulierte WMF-Dateien eine Rolle, die eigentlich dafür gedacht sind, Grafiken anzuzeigen, aber auch weitere Informationen enthalten können.
Keine neue Gefahr durch „Sober“
Für eine neue Welle des Computerwurms „Sober“ haben die Experten unterdessen noch keine Anzeichen. Analysen hatten ergeben, daß „Sober“ frühestens Freitag um 0 Uhr wieder aktiv werden könnte. Im November hatte er Millionen Rechner in der ganzen Welt befallen. Einen direkten Zusammenhang zwischen der Windows-Sicherheitslücke und dem Virus gibt es nicht.