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Ausblick für 2010 In der Computerbranche wächst die Hoffnung

04.01.2010 ·  Im Geschäft mit Personalcomputern steigen die Verkaufszahlen wieder. Vor allem neuartige Minicomputer sind gefragt. Die Hersteller von Netzwerkcomputern warten dagegen noch auf Belebung.

Von Stephan Finsterbusch
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Hoffnungen gibt es viele: das Jahresendgeschäft, neue Betriebssysteme, neue Anwenderprogramme, neue Chips. Das lässt weite Teile der Computerbranche derzeit sehr optimistisch auftreten - und sie haben einigen Grund dazu: Denn das Jahr hört besser auf, als es begann. Nach den Umsatzeinbrüchen in den ersten Monaten kehrten die meisten Hersteller von Personalcomputern (PC) zu einem recht ordentlichen Wachstum im dritten Quartal zurück. Für das vierte Quartal deutet alles auf eine Fortsetzung dieser Entwicklung. Im kommenden Jahr soll es dann von Anfang an bergauf gehen. Nach Angaben der Marktforscher von IDC wurden in diesem Jahr 291 Millionen Computer verkauft, etwas mehr als im Vorjahr. Im kommenden Jahr sollen 320 Millionen Rechner verkauft werden. Und der Aufschwung wird der Prognose zufolge anhalten. So könnten 2012 erstmals 400 Millionen PC im Jahr verkauft sein. Jerry Shen, Präsident der taiwanischen Asus-Gruppe, blickt eigenen Worten nach mit hohen Erwartungen auf die kommenden zwölf Monate. Michael Dell, Chef des gleichnamigen amerikanischen Technologiekonzerns, sieht den Aufschwung Mitte 2010 anziehen.

Vor dem Hintergrund der sich entschärfenden Weltwirtschaftskrise griffen die Kunden bereits im Weihnachtsgeschäft wieder kräftig zu. Einerseits brachte Microsoft mit Windows 7 gerade ein neues Betriebssystem auf die Weltmärkte. Andererseits legen Intel und AMD neue Prozessoren vor, die Computer schneller und leistungsfähiger als bisher machen. Darüber hinaus haben Hewlett-Packard, Acer, Dell und Lenovo ihre Produktpipeline gut gefüllt. Apple punktet mit seiner Nobelmarke und könnte im kommenden Jahr den lange erwarteten Tablet-Computer mit berührungsempfindlichem Bildschirm und ohne herkömmliche Tastatur herausbringen. Der Internet-Riese Google dürfte den Schritt ins Hardwaregeschäft wagen und ein Gerät mit seinem Betriebssystem Chrom in die Verkaufsregale stellen, das ganz auf das Netz setzt.

Masse statt Klasse

Andere setzen auf Masse statt auf technische Klasse. Verlangen doch immer mehr Konsumenten die kleinen, internetfähigen und preiswerten Netbooks. Die haben nach Angaben des Analystenhauses Gartner in den vergangenen Monaten die Absatzzahlen von Computern in die Höhe getrieben. Kein Wunder, treffen sie doch die Wünsche vieler Kunden nach Mobilität, einfacher Bedienung und niedrigen Preisen. Vor allem die asiatischen Anbieter Samsung, Asus und Acer haben ihre Modellpaletten mit solchen Rechenzwergen erweitert. So rechnet Jerry Shen, Präsident von Asus, für das kommende Jahr mit einer Steigerung der Verkäufe seiner Netbooks von 30 Prozent.

Nach Angaben des Branchendienstes Digi-Times werden Acer, Asus und Lenovo auf der im Januar stattfindenden Messe Consumer Electronics Show in Las Vegas Netbooks der nächsten Generation vorstellen. Nokia und HP versuchen mit ihren Marken Booklet und Mini mitzuhalten. Will Strauss vom amerikanischen Analystenhaus Forward Concepts geht davon aus, dass im kommenden Jahr jeder sechste verkaufte Computer einer dieser Minicomputer sein wird. Der Marktbeobachter meint, dass 2010 auf der Welt 165 Millionen tragbare Computer aller Arten und Größen verkauft werden. Knapp 80 Prozent oder 130 Millionen Einheiten entfielen auf klassische Notebooks, 28 Millionen gehen auf Netbooks, der Rest kommt auf sogenannte Smartbooks, eine Zwischengröße zwischen Netbook und Handy.

Von Aufschwung nicht viel zu spüren

Anbieter wie der Mobiltelefon-Hersteller Nokia oder der Computerbauer Dell forcieren auf dem Feld der Miniaturisierung ihre Anstrengungen. Das müssen sie auch. Denn die starke Stellung von Nokia auf den Handy-Märkten ist aufgrund der Erfolge des iPhones aus dem Hause Apple und des Blackberrys von RIM erschüttert worden. Dell sieht sich vom taiwanischen Hersteller Acer auf Platz drei der weltgrößten Computerhersteller verdrängt. Acer hatte seine Absätze im dritten Quartal um 24 Prozent auf 12 Millionen Computer gesteigert. Dell hatte 6 Prozent auf 10 Millionen Einheiten verloren und konzentriert sich nun wieder auf sein Kerngeschäft mit Unternehmenskunden.

Hier aber ist von Aufschwung bislang nicht viel zu spüren. Auf dem Markt für Netzwerkrechner, sogenannte Server, sind die Verkäufe weiterhin rückläufig. Über diese Großrechner spulen Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung ihre elektronische Datenverarbeitung ab und steuern Geschäftsprozesse. Ohne diese Rechner läuft im Unternehmenssektor nichts mehr. Allerdings ließ die Finanz- und Wirtschaftskrise viele Firmen von Investitionen zur Erneuerung ihrer Anlagen einigen Abstand nehmen, um Kosten zu sparen.

Und der Wettbewerb bleibt hart

So waren im dritten Quartal nach Angaben des Analystenhauses Gartner die Absätze mit 1,9 Millionen dieser Großcomputer mehr als 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das hatte Folgen für den Umsatz. Die Quartalserlöse der Hersteller in diesem Geschäftssegment fielen auf 10,7 Milliarden Dollar, 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Und der Wettbewerb bleibt hart. Mit dem Netzwerkausrichter Cisco geht gerade ein kapitalkräftiger Hochtechnologiekonzern in diesen Markt. IBM ist bislang Marktführer in diesem Segment, gefolgt von HP, Dell und Sun Microsystems. Sun gilt in der Branche aufgrund seiner angespannten Finanzlage als Wackelkandidat. Doch eine Rettung zeichnet sich ab. Der Softwarekonzern Oracle greift mit mehr als 7 Milliarden Dollar in der Hand nach dem Traditionshaus. Allein trifft Oracle mit seiner Offerte auf Bedenken der Wettbewerbshüter der EU - und die sind nur schwer auszuräumen. Oracle und Sun aber geben die Hoffnung auf einen Erfolg nicht auf.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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