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Veröffentlicht: 18.09.2013, 06:00 Uhr

Apple iPhone 5s im Test Der Finger soll in die Zukunft zeigen

Das iPhone wird nur behutsam modernisiert. Das 5s ist ein optimiertes Gerät, für die Freunde des Hauses Apple die Referenz schlechthin. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, in welche Richtung Apple künftig gehen will.

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© Hersteller Apple iPhone 5s und iPhone 5c

Von Freitag an sind das iPhone 5s und das iPhone 5c im Handel. Wir konnten vorab beide Geräte einige Zeit ausprobieren und haben uns ganz überwiegend auf das 5s konzentriert, das neue Smartphone-Flaggschiff von Apple. Wie wir bereits während der Vorstellung geschrieben hatten, gibt es bei der Bauform, der Displaygröße und der Bildschirmauflösung keine Überraschungen. Das 5s ist von seinem Vorgänger kaum zu unterscheiden, man muss die Details bemühen, sie sind Wechsel auf die Zukunft, sie bilden den Unterbau für künftige Entwicklungen. Das zeigt beispielsweise der in den Home-Button eingebaute Fingerabdruckscanner. Es geht in gleich mehrfacher Hinsicht um Sicherheit, um Biometrie zur Identifizierung des Nutzers, um den Schutz der eigenen Daten vor Neugierigen und um einen effektiven Diebstahlschutz. Mit dem neuen iOS 7 können Langfinger ein gestohlenes Gerät nicht mehr auf den Auslieferungszustand zurücksetzen, denn für die Aktivierung oder das Zurücksetzen sind die Apple ID und das Kennwort des Besitzers erforderlich.

Michael Spehr Folgen:

Das Scannen eines Fingerabdrucks ist schneller und einfacher als die Eingabe eines Kennworts. Die biometrische Technik an sich ist nicht neu, aber nun ganz anders umgesetzt als etwa in älteren Notebooks. Muss man am Rechner den Finger mit einer definierten Geschwindigkeit über den Sensor ziehen, wird er beim iPhone 5s auf die hochauflösende Sensorfläche gelegt, die 500 Punkte pro Zoll erfasst. Wenn Apple das Verfahren der 2012 erworbenen Firma Authentec verwendet, funktioniert das Ganze so: Es werden nicht die äußeren Rillen und Hügel der Fingeroberfläche erfasst, die aus abgestorbenen Zellen besteht, sondern der Sensor misst mit einem elektrischen Feld die darunter liegende Hautschicht. Dank dieser Lebenderkennung scheitert auch die altbekannte Überlistung mit einer Fingerattrappe plus Gelatine-Mixtur und aufgedrucktem Fingerabdruck.

Mathematische 1-Weg-Funktion

Beim Umgang mit den Fingerabdruck-Daten verspricht Apple außergewöhnliche Sicherheit. Das erfasste Muster wird nicht als physikalisches Abbild gespeichert, sondern als Hash, als mathematische 1-Weg-Funktion: Aus dem Fingerabdruck wird eine Zeichenkette generiert, die allein garantiert, dass sie mit ihm erstellt wurde, aber nicht auf den Fingerabdruck zurückführt. Denn es geht, im Unterschied zum polizeilichen Einsatz, nicht darum, den Fingerabdruck zu speichern oder weiterzugeben, sondern nur um die Bestätigung, dass es sich um den „richtigen“ Finger handelt. Zudem werden die Daten in einem separierten Bereich des iPhone 5s gespeichert („Secure Enclave“), nicht auf Servern von Apple, nicht in der Cloud, sie werden nicht in eine iTunes-Synchronisation einbezogen, sie sind nicht auslesbar, und Anbieter von Apps erhalten keinen Zugriff. Wer also sein iPhone 5s gegen ein neues tauscht, muss mit der Erfassung der Fingerabdrücke von vorn beginnen.

Die Nutzung des Fingerabdrucksensors ist optional, keine Pflicht. Er erspart einem zunächst die Eingabe des Sicherungscodes beim Entsperren des Geräts. Allerdings wird der Code nicht überflüssig. Er ist einzugeben nach jedem Neustart und spätestens nach 48 Stunden. Weiterhin auch bei der Erfassung neuer Fingerabdrücke, so dass kein Unbefugter das Gerät beiseite nehmen und seinen eigenen Abdruck erfassen kann. Maximal fünf Abdrücke sind erlaubt, man kann auch weiteren Personen den Zugriff aufs Gerät ermöglichen.

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