Wer mit dem iPhone regelmäßig Podcasts hört, kennt das Problem: Um die Radiobeiträge oder privaten Audiosendungen aus dem Internet ins Gerät zu holen, ist doch manche Verrenkung angesagt: Zunächst auf "Musik" tippen, dann mit weiteren Kommandos die abonnierten Podcasts suchen, prüfen, was zuletzt geladen wurde, und schließlich "Weitere Folgen laden". Das geschieht dann aber nicht unmittelbar, sondern über den Umweg der "iTunes"-App. Hier sieht man, was neu ist, wählt manuell aus, und endlich startet der Download.
Auch mit der iTunes-Synchronisierung am Windows-PC oder Mac darf man sich auf manche Überraschung freuen: Podcasts lassen sich übertragen, keine Frage. Aber häufig gibt es ein Wirrwarr ohnegleichen, weil manche Sendung am Rechner im Hintergrund geladen wird, obwohl sie bereits auf dem iPhone vorhanden ist. Kurzum: Die Podcast-Verwaltung von Apple ist kein Glanzstück.
Doch es gibt Alternativen: Wir haben "Downcast" für bescheidene 1,60 Euro gekauft und seit Wochen im Einsatz. Die kleine App verwaltet Podcasts aller Art nahezu mustergültig. Einmal eingerichtet, reicht ein Fingertipp, um neue Folgen aufs Gerät zu laden. Und es geht noch bequemer: Je nach Einstellung kann das iPhone automatisch in Zeitintervallen nach Neuheiten suchen und diese laden. Einige raffinierte Zusatzfunktionen runden den positiven Eindruck ab. So lassen sich beispielsweise Wiedergabelisten programmieren, um mit einem Fingertipp alle neuen und ungespielten Beiträge des Lieblingssenders zu hören, und man kann auch im Streaming-Verfahren über Mobilfunk unterwegs hören, was noch nicht vollständig im Gerät gespeichert ist.
Der vorhandene Audio-Bestand lässt sich zudem mit Downcast pfiffig verwalten: Alte Sendungen werden gegebenenfalls automatisch gelöscht, oder man behält nur die letzten ungehörten fünf Stücke. Bis ins kleinste Detail lässt sich die App konfigurieren. Bei der Wiedergabe gibt es die Option, in Intervallen vor und zurückzuspulen, falls man eine Passage nicht verstanden hat.
Beim Einsatz im Auto kann man die Sendungen von Downcast wie gewohnt über den Audioausgang des iPhone an die HiFi-Abteilung des Fahrzeugs schicken. Wer eine moderne Anlage mit Bluetooth A2DP hat, nimmt den blauzähnigen Kurzstreckenfunk zur Audioübertragung. Ein kleiner Wermutstropfen dabei: Manche Anlagen starten die Musikwiedergabe beim Betreten des Fahrzeugs mit der "Musik"-App selbsttätig. Hier ist dann doch ein Handgriff erforderlich, bis Deutschlandradio oder Geek-Week.de in gewohnter Qualität aus dem Lautsprecher ertönen.