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Veröffentlicht: 25.03.2013, 10:18 Uhr

Apple, Android, Windows oder Blackberry? Lust und Last der Smartphone-Wahl

Die Software ist entscheidend: Wer ein neues Smartphone sucht, sollte zunächst die Betriebssysteme auf Stärken und Schwächen prüfen. Eine Übersicht.

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© F.A.Z. Bei den Spitzenmodellen der Smartphone-Hersteller kann man wenig falsch machen, daher lohnt ein Blick auf die verschiedenen Betriebssysteme

Welches Smartphone soll ich kaufen? Je klüger der befragte Experte, umso schwerer wird ihm eine Antwort fallen. Denn einerseits schaukeln bei diesem Thema stets die Emotionen hoch. Die „Fanboys“ haben sofort klare Empfehlungen zur Hand, und die Debatte wird mit Leidenschaft geführt. Andererseits wundern subjektive Einschätzungen nicht. Die großen Hersteller scheuen weder Kosten noch Mühen, eine jeweils eigene Markenidentität auszubilden, aus den Käufern überzeugte Anhänger zu machen und sich mit eigenen „Ökosystemen“ abzuschotten.

Michael Spehr Folgen:

Und schließlich spielt die aktuelle Gerätegeneration hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit auf so hohem Niveau, dass man zumindest mit den Spitzenmodellen nichts verkehrt macht. Krasse Fehlentscheidungen sind selten geworden, das war vor fünf Jahren noch anders. Alle aktuellen Topprodukte liegen nahezu gleichauf, wenn es um E-Mail und Internet im mobilen Einsatz geht - oder um die Basisnavigation im Auto, die Güte der Kamera bei Außenaufnahmen, die Musikwiedergabe oder die Integration von Facebook und Twitter.

Man muss also den Blick gleichermaßen auf die kleinen Unterschiede werfen wie auf die großen Differenzierungslinien der unterschiedlichen Betriebssysteme. Hier wollen wir einige Breschen ins Dickicht schlagen. Beginnen wir gleich mit dem Marktführer Android. Googles Betriebssystem steht für die große Vielfalt der Hard- und Software, es ist auf dem günstigsten Einsteiger-Smartphone für 60 Euro wie auch auf den Boliden der 600-Euro-Klasse zu finden. Seine Faszination zieht Android aus den nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Anpassung und Individualisierung, aus seiner Offenheit und Erweiterbarkeit. Man bastelt sich seinen eigenen Startbildschirm, man installiert alternative E-Mail-Programme oder Browser, oder man entwirft mit einem „Launcher“ eine ganz neue Oberfläche. Die ultimative Herausforderung ist das „Rooten“ des Geräts, um andere Betriebssysteme aufzuziehen. Auch in der App-Welt, in Googles Play Store, scheint die Freiheit kein Ende zu finden.

Android krankt an Problemen

Während für Apple und andere Hersteller bestimmte Funktionsbereiche grundsätzlich tabu sind, kann der Android-Fan nach eigenem Gusto schalten und walten. Beispielsweise eine App laden, die eingehende Telefonate mit unterdrückter Rufnummer auf den Anrufbeantworter schickt. Oder bei allen Navigationsaufgaben automatisch ein Programm einspringen lassen, das die besten Verbindungen mit dem öffentlichen Personennahverkehr heraussucht (es heißt „Öffi“). Android ist also geradezu ein Eldorado für Bastler und Tüftler. Fast jede bessere App bietet Optionen des Teilens und Weiterreichens („Sharing“).

Offen ist Android zudem hinsichtlich der Hardware. Mit Micro-SD-Karten lässt sich der Speicher erweitern, es gibt einen unkomplizierten Zugriff auf die eigenen Dateien am PC (mit USB oder W-Lan-Apps), und dank der Vielfalt verfügbarer Modelle kann man gezielt beispielsweise ein Gerät mit besonders starkem Akku oder extrem hoher Bildschirmauflösung zur Videowiedergabe auswählen. Kurzum: Die Fülle der Möglichkeiten setzt sich auch bei der Hardware fort.

Indes wird man mit einem besonders günstigen Androiden nicht immer viel Spaß haben, schon wegen der Verarbeitungsqualität. Aber es krankt auch an anderen Problemen. Android ist ein fragmentiertes Betriebssystem. Nur 40 Prozent der aktuell verwendeten Geräte laufen mit den aktuellen 4er-Versionen, der Rest muss sich mit einem alten Android bescheiden. Stellt Apple sein aktuelles iOS 6.1 selbst einem vier Jahre alten iPhone 3GS zur Verfügung, muss der ambitionierte Android-Freund fortwährend neu kaufen, wenn er am Fortschritt teilhaben will.

Apples goldener Käfig

Dass aktuelle Betriebssystemversionen mit nur einer Ausnahme nicht auf ältere Geräte kommen, ist den Software-Aufsätzen geschuldet, die nahezu alle Hersteller wie eine Soße über den Kern des Betriebssystems kippen. HTC nennt es Sense, Samsung hat sein Touch Wiz und so weiter. Diese Erweiterungen blockieren nicht nur die Updates, sie okkupieren zudem Arbeitsspeicher und Systemressourcen. Die einzige Ausnahme sind jene Androiden, die direkt von Google in den Handel gebracht werden, derzeit etwa das Nexus 4.

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