Die Hackergruppe Anonymous hat sich nach eigener Darstellung Zugang zu 90.000 E-Mail-Daten von Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte und Mitarbeitern von Rüstungsunternehmen verschafft und diese im Internet veröffentlicht. Sie sei in einen Computer des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton (BAH) eingedrungen, „der so gut wie keine Sicherheitsmaßnahmen installiert hatte“, erklärte Anonymous im Internet. Adressen und die lediglich schwach verschlüsselten Passwörter wurden als Datentabelle auf der Plattform The Pirate Bay bereitgestellt.
Das Pentagon teilte mit, es sei sich des Zwischenfalls bewusst und tausche sich mit seinen Partnern darüber aus. Booz Allen Hamilton erklärte über den Mitteilungsdienst Twitter, dass es „grundsätzlich zu spezifischen Drohungen oder Aktionen gegen unsere Systeme“ keine Stellungnahme abgebe. Das Beratungsunternehmen mit Sitz in Chicago unterhält enge Geschäftsbeziehungen zur amerikanischen Regierung, vor allem zum Pentagon und zu den Teilstreitkräften Heer, Marine und Luftwaffe.
„BAH ist nur der Anfang“
Anoynmous reagierte sarkastisch: „Ihr habt Sicherheitsrichtlinien? Haben wir gar nicht bemerkt.“ Die Hacker bezeichneten ihr Vorgehen als Teil der „Operation Anti-Security“ (AntiSec), die am 20. Juni zusammen mit der inzwischen aufgelösten Gruppe LulzSec gestartet wurde.
„BAH ist nur der Anfang“, twitterte einer der Anonymous-Aktivisten mit dem Alias-Namen Sabu. Zu den bisherigen Angriffszielen gehörten unter anderem die britische Polizeibehörde SOCA und die Polizei von Arizona.