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Angriff auf Sony War es die Hacker-Gruppe „Anonymous“?

05.05.2011 ·  Sony wirft der Hacker-Gruppe vor, die Daten von bis zu 100 Millionen Kunden gestohlen zu haben. Doch das nur lose organisierte Kollektiv dementiert und wirft dem Konzern ein Ablenkungsmanöver vor.

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Nach dem Datendiebstahl bei Sony lenkt der japanische Konzern den Verdacht auf die Hacker-Gruppe Anonymous. Die Angreifer hätten auf den Servern ein Dokument mit dem Titel „Anonymous“ hinterlassen, mit dem Text „Wir sind Legion“, berichtete Sony in einer Antwort auf Fragen von amerikanischen Abgeordneten. Die nur lose organisierte Gruppe bestritt am Donnerstag jedoch wiederholt eine Beteiligung und sprach von einem Ablenkungsmanöver.

Die Angreifer hatten bei Sony die Daten von mehr als 100 Millionen Nutzern der Online-Dienste PlayStation Network, Qriocity und Sony Entertainment Online (SEO) gestohlen. Möglicherweise sind auch Informationen zu mehr als zwölf Millionen Kreditkarten und einigen tausend Bankkonten darunter. Das Unternehmen hat die Plattformen vom Netz genommen und setzt sie derzeit neu auf.

Sony verwies in dem in der Nacht zum Donnerstag veröffentlichten Brief darauf, dass Anonymous schon vorher versucht habe, dem Konzern das Leben mit sogenannten DDOS-Attacken (Distributed Denial of Service) schwer zu machen. Bei diesen Angriffen werden Server mit einer Masse von Anfragen überflutet, bis sie in die Knie gehen. Konkrete Verdächtige in Sachen Datendiebstahl seien bisher nicht ausgemacht worden, räumte Sony in dem Brief an die amerikanischen Abgeordneten ein, der über das Firmenblog abrufbar ist.

Führung des Kollektivs dulde den Diebstahl nicht

Die Hacker-Gruppe wies die Vorwürfe zurück. So hieß es in einem Brief, den unter anderem das amerikanische Blog „Venture Beat“ veröffentlicht hat, die Führung des Kollektivs dulde den Diebstahl von Kreditkarten-Daten nicht. Eine ehrliche Untersuchung des Falls werde zeigen, dass Anonymous nicht verantwortlich sei. Die Gruppe hatte bereits vor zehn Tagen eine Beteiligung an dem Einbruch zurückgewiesen. Sie schloss dabei jedoch nicht aus, dass einzelne Mitglieder der lose aufgebauten Vereinigung auf eigene Faust agiert haben könnten.

Die Anonymous-Gruppe war vor einigen Monaten mit DDOS-Attacken gegen große Unternehmen in die Schlagzeilen gekommen. Damals griffen die Online-Aktivisten Finanzfirmen und Internetdienstleister an, die ihre Geschäftsbeziehungen zur Enthüllungsplattform Wikileaks aufgekündigt hatten.

Sony hatte sich den Zorn von Anonymous mit der Klage gegen einen Playstation-Hacker zugezogen. Der junge Mann, der schon Apples iPhone gehackt hatte, knackte den Schutzmechanismus der Konsole, so dass auf ihr kopierte und selbstgemachte Spiele laufen konnten. Die Anleitung dazu veröffentlichte er im Internet. Nach der Klage einigten sich der Konzern und der Hacker außergerichtlich. Er musste versprechen, die Knack-Software nicht mehr zu vertreiben, und schrieb daraufhin in einem Blog, er schließe sich einem Boykott von Sony-Produkten an.

Sony muss sich jetzt auch Fragen des New Yorker Staatsanwalts Eric Schneiderman zum Schutz der Nutzerdaten stellen. In Hacker-Foren war laut Medienberichten behauptet worden, die Schutzmechanismen in Sonys Online-Diensten seien veraltet und schwach gewesen.

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