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Android 3.0 „Honeycomb“ Googles süßer Angriff auf Apple

03.02.2011 ·  Google hat „Honeycomb“ vorgestellt. Die Programmierer haben die neue Version 3.0 des Android-Betriebssystem eigens für Tablet-Computer entwickelt. Muss sich nun Apple vor Geräten mit Honeycomb fürchten? Falls nicht bald das iPad 2 kommt: Ja!

Von Marco Dettweiler und Michael Spehr
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Google hat sein neues Betriebssystem für Tablet-Computer offiziell vorgestellt. Android 3.0 mit dem Namen „Honeycomb“ (Honigwabe) ist eigens auf Flach-PCs zugeschnitten und löst sich damit aus der engen Welt der Smartphones. Auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas konnten die Besucher schon erste Eindrücke am Stand von Motorola sammeln. Dort präsentierte das Unternehmen Prototypen seines Gerätes „Xoom“ mit Honeycomb-Demos.

In der Vorstellung am Mittwoch in Kalifornien hat sich nun bestätigt, was sich vor Wochen angedeutet hatte: Android in der Version 3.0 ist übersichtlicher geworden und erlaubt vor allem die Darstellung einzelner Programme in getrennten Fenstern. Damit nutzt Google die komfortable Größe des Bildschirms als signifikanten Vorteil der Tablet-Computer gegenüber den Smartphones in vielerlei Hinsicht. Die Idee - und auch gelungene Umsetzung - des Multitasking ist dabei entscheidend. Und Google greift damit Apple dort an, wo die größte Schwäche des iPads und iPhones liegt, dass es eben kein echtes Multitasking kann.

Der Wechsel zwischen Programmen, das Durchwühlen einzelner Programmfenster in „Stapel-Widgets“ findet meist auf dem gleichen Bildschirm statt. Es ist noch nicht einmal notwendig zum nächsten Bildschirm zu „wischen“. Multitasking bedeutet bei Honeycomb also nicht nur, dass ein anderes Programm benutzt werden kann, ohne das aktuelle zu beenden. Es bedeutet, dass man die meisten Programme im Blick behält, die gerade aktiv sind. Vieles passiert einfach synchron. Während man seinen Facebook-Acount beobachtet, liest man zur gleichen Zeit eingehende Tweets und wählt einen neuen Song aus.

Andere Neuerungen waren notwendig, sind auch gelungen, aber weniger spektakulär und tiefgreifend: Der Browser Chrome hat ein Update für Honeycomb erhalten, eine Googlemail-App wurde eigens für Tablet-Computer entworfen und Youtube bekommt eine eigene Darstellung: einzelne Videos präsentieren sich auf eine gewölbten Oberfläche, die an eine Kinoleinwand erinnert. Diese Funktion wird unter anderem ermöglicht durch eine neue Technik aus dem Grafikbereich namens „Renderscript“ ermöglicht, die auch für Spiele wichtig ist. Videochat ist ebenso in das neue Betriebssystem integriert. Natürlich hat Google seine eigenen Webanwendungen wie Maps oder Talk perfekt in Android 3.0 eingebunden.

Android-Tablet-Computer oder iPad?

Wird jetzt alles besser bei den Tablet PCs? Gibt es endlich Konkurrenz für Apples iPad, das im vergangenen Jahr einen Marktanteil von fast 90 Prozent erreicht hat? Es ist auf jeden Fall ein großer Schritt nach vorn. Keine Frage: Mit Android 3.0 zündet die nächste Stufe des Kräftemessens bei den Tablet PCs. Schon scharren Motorola und andere mit den Füßen, und die auf der CES vorgestellten Geräte sind überaus attraktiv.

Aber gegen die jungen Angreifer hat Apple mindestens drei Pfeile im Köcher. Erstens die Massenbasis von mehr als 14 Millionen verkauften Geräten. Das iPad ist das Original und der Standard, für manche gar das Maß aller Dinge. Und das gilt zweitens auch für die Software, die mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht hat. Anfangs war man enttäuscht, dass das iPad vieles nicht kann. Mittlerweile ist das Angebot überzeugend. Viele leckere Programme (etwa die App „Reeder“, die den Google Reader gekonnt umsetzt) gibt es nur für das iPad. Ob sie auf Android 3.0 portiert werden, sei dahingestellt.

Und schließlich drittens das iPad 2: Es wird wahrscheinlich noch in diesem Monat vorgestellt. Wie immer kann man sicher sein, dass Apple einige Überraschungen bereithält, und damit meinen wir nicht die Ausstattung mit ein oder zwei Kameras zur Videotelefonie. Am 14. Februar beginnt die Mobilfunkmesse in Barcelona. Dort ist Apple nicht vertreten. Aber ein nettes Event in San Francisco oder Cupertino könnte den Ausstellern in Spanien die Show stehlen.

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