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25 Jahre PC Vom Geheimprojekt zum Alltagsgegenstand

11.08.2006 ·  Heute gehört der PC zum Alltag, vor 25 Jahren war er noch eine Revolution. IBM brachte den „5150“ auf den Markt und verkaufte innerhalb von fünf Jahren eine Million Rechner. Davon profitierte noch jemand anderes: Bill Gates.

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Das Projekt hatte den Namen „Chess“ („Schach“). 1980 kommandierte der US-Büromaschinenriese IBM unter größter Geheimhaltung ein Dutzend seiner Ingenieure nach Boca Raton im US-Bundesstaat Florida ab. Der Auftrag: Dem bisher auf teure Großrechenanlagen spezialisierten Konzern den Einstieg in den Markt für billige Rechner für jedermann zu ermöglichen. Am 12. August 1981 konnte IBM das Ergebnis präsentieren. Sein „Personal Computer“ (PC) wurde ein Verkaufsschlager und beeinflußt bis heute das Geschäft in der Branche.

Für IBM war der Rechner, der unter dem Namen IBM 5150 verkauft wurde, eine Revolution. Anstatt den Computer aus selbst hergestellten Teilen zu bauen, schraubten die Ingenieure frei am Markt käufliche Komponenten zusammen. Und als der Rechner fertig war, machte IBM anders als sonst die technischen Daten frei zugänglich, damit unabhängige Entwickler Programme für das Gerät schreiben konnten. Der Erfolg gab den Konzern Recht: Statt geschätzter 250.000 PC in den ersten fünf Jahren setzte IBM über eine Million ab. Das „Time Magazine“ kürte den Computer als solchen 1982 zum „Mann des Jahres“.

2004 war Schluß mit dem PC-Abenteuer

Dabei war die beige IBM-Kiste längst nicht die erste, die sich mit einem Mindestpreis von 1565 Dollar an Kleinunternehmer, Privatleute oder Studenten richtete. In der in den Kinderschuhen steckenden Branche hatten sich Firmen wie Apple, Atari, Commodore, Sinclair, Tandy oder Xerox schon einen Namen gemacht. Und weder bei der Rechenleistung noch beim Betriebssystem war das Gerät mit 4,77-Megahertz-Chip und einer Speicherkapazität von 64.000 Zeichen damals auf dem neuesten Stand der Technik. Doch IBM konnte seine Marktmacht und sein Image nutzen, um den an einen Fernseher anschließbaren Rechner zum Massenprodukt zu machen. Noch heute bergen über 95 Prozent aller Desktop-Rechner die von IBM entwickelte PC-Architektur in sich.

Glück brachte der Coup Anfang der 80er Jahre dem Konzern jedoch nicht. Da der Rechner nicht darauf angelegt war, IBM einen Technologievorsprung zu sichern, tauchten schon nach wenigen Monaten „Klone“ des Ur-PC auf. Als die Gewinnmargen bei der Hardware-Produktion immer weiter sanken, stand IBM in den 80er
Jahren kurz vor der Pleite. 2004 zog der Traditionskonzern einen Schlussstrich unter das PC-Abenteuer und verkaufte die Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo.

Gewinner Microsoft und Intel

Von IBMs PC-Projekt profitierten vor allem die Chip- und Softwarelieferanten Intel und Microsoft. Der damals gerade 25 Jahre alte Bill Gates konnte IBM sein Betriebssystem MS-DOS verkaufen, als ein eigentlich von IBM angestrebter Vertrag mit Digital Research platzte. Beiden Firmen gelang es in den folgenden Jahren, mit ihren Produkten den Rahm im PC-Geschäft abzuschöpfen, während die eigentliche Herstellung der Rechner kaum Gewinne brachte.

Ein Ende der Erfolgsgeschichte des PC scheint auch ein Vierteljahrhundert noch nicht in Sicht. Rund eine Milliarde Geräte werden derzeit weltweit genutzt. Dieses Jahr werden voraussichtlich 230 Millionen neue dazukommen. Die Wirtschaft hat die Maschine tiefgreifend verändert. Die weltweite Produktivität hat durch sie
immense Fortschritte gemacht.

Konkurrenz durch Handys, MP3-Player und Organizer

Als Allzweckgerät angelegt, sieht der PC sich wachsender Konkurrenz ausgesetzt. Weniger komplexe Netzwerkrechner, die als bloße Internet-Terminals fungieren, könnten den Bedarf an PC senken. Und viele auf ihm entstandene Anwendungen von E-Mail über das Abspielen digitaler Musik bis zur Internet-Telefonie finden sich inzwischen auch auf mobilen Geräten wie Handys, Musik-Playern und Organizern.

Doch auch bei ihnen ist den Herstellern wie in der 25-jährigen Geschichte des PC technische Leistung oft wichtiger als Bedienungsfreundlichkeit. „Ich habe immer den Traum gehabt, daß ein Computer so einfach zu benutzen ist wie ein Telefon“, sagt Bjarne Stroustrup, Erfinder der Programmiersprache C++. „Heute ist mein Traum wahr geworden: Ich verstehe nicht mehr, wie ich mein Telefon benutzen kann.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP
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