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TV-Branche Panasonic steht vor einem radikalen Umbau

Mit Produkten wie Handys und Batterien macht Panasonic große Verluste. Das will der Konzern nicht länger hinnehmen. Er kündigt den Rückzug aus Geschäftsfeldern an.

© AFP Auf der CES in Las Vegas präsentiert Panasonic seine Neuheiten

Der japanische Elektronikkonzern Panasonic steht vor einem radikalen Umbau. Wie der neue Präsident des Unternehmens, Kazuhiro Tsuga, am Mittwoch ankündigte, denke er darüber nach, wegen der angespannten finanziellen Lage des Unternehmens verlustbringende Geschäftsbereiche abzustoßen. Der Konzern, ein Aushängeschild der japanischen Elektroindustrie, steuert im laufenden Geschäftsjahr auf einen Rekordverlust zu. Und schon im vergangenen Jahr hatte Panasonic mit einem Minus von 771,17 Milliarden Yen (6,74 Milliarden Euro) den bis dahin größten Verlust in seiner Geschichte melden müssen.

Carsten Germis Folgen:

Für das laufende Geschäftsjahr, das am 31. März endet, erwartet Panasonic mit 765 Milliarden Yen abermals einen Verlust in ähnlicher Größenordnung. Ganze Unternehmensbereiche zu schließen, sei der „schlimmste Fall“, sagte Tsuga. Konkret sei auch noch nichts entschieden, bis Ende März will Tsuga jedoch entscheiden, ob Verlustbringer wie zum Beispiel die Mobilfunksparte ganz eingestellt werden.

Mit Allianzen gegen den scharfen Wettbewerb

Für das Fernsehgeschäft, das den Großteil der Verluste einbringt, gab der Unternehmenschef jedoch eine Bestandsgarantie, auch wenn hier Kürzungen ebenfalls unvermeidbar sein dürften. Tsuga sagte, er erwarte, „dass die nächsten 5 Jahre das Fernsehgeschäft stärker verändern werden als die vergangenen 25 Jahre“. Der Panasonic-Chef vermied es bewusst, Kürzungen in Tokio oder am Unternehmenssitz in Osaka anzukündigen. Stattdessen nutzte er am Mittwoch seine Rede auf der Elektronik-Messe im amerikanischen Las Vegas, die japanische Öffentlichkeit auf weitere Schließungen von Produktionsstätten und Personalabbau vorzubereiten.

Panasonic chief Tsuga introduces the company's new OLED television during the Panasonic opening day keynote at the Consumer Electronics Show in Las Vegas © REUTERS Vergrößern Panasonic-Chef Kazuhiro Tsuga bereitete die Öffentlichkeit in Las Vegas auf weitere Schließungen vor

Im vergangenen Jahr strich der Konzern bereits 38 800 Arbeitsplätze - fast 11 Prozent seiner Beschäftigten. Neben dem Mobilfunkgeschäft stehen dem Vernehmen nach auch das Geschäft mit Halbleitern oder die heimische Produktion von Batterien ganz oben auf der Streichliste. „Wir möchten das wirklich vermeiden“, sagte Tsuga.

Neben Kostensenkungen setzt das Unternehmen deswegen verstärkt auf Kooperation mit anderen Unternehmen, um im immer schärfer werdenden Wettbewerb mit seinen südkoreanischen Konkurrenten wie Samsung oder LG Electronics bestehen zu können. So wolle Panasonic Allianzen mit IBM und General Motors eingehen, teilte Tsuga in Las Vegas mit. Mit IBM will der japanische Konzern im Bereich Haushaltselektronik und in der Computertechnik zusammenarbeiten. General Motors soll Partner in der Entwicklung von Informationssystemen von Autos sein.

Nicht nur Fernseher

Tsuga machte deutlich, dass sich Panasonic von seiner Abhängigkeit vom verlustbringenden Fernsehgeschäft lösen wolle, ohne sich davon ganz zu trennen. „Viele von Ihnen mögen denken, dass Panasonic allein ein Hersteller von Fernsehern ist“, sagte er, „aber unsere Zukunft ist auf mehr als auf einem Produkt aufgebaut.“ Das Geschäft mit Fernsehern und flachen Displays stehe unter großem Margendruck. Um sich darin behaupten zu können, müsse ein Unternehmen nach vorn gehen und innovativ sein, sagte er. Neue technische Entwicklungen hinzubekommen sei entscheidend, erklärte Tsuga, der selbst Ingenieur ist.

In Las Vegas präsentierte Panasonic einen 56 Zoll großen Fernseher mit dem neuartigen OLED-Bildschirm. Das Gerät sei besonders günstig in der Produktion, sagte Tsuga. Anders als die herkömmlichen LCD-Flachbildschirme benötigen OLED keine zusätzliche Beleuchtung und lassen sich besonders dünn herstellen. Dabei arbeitet Panasonic mit seinem japanischen Konkurrenten Sony zusammen, um dem südkoreanischen Konzern Samsung Paroli bieten zu können. Bislang sind marktreife OLED-Fernseher wie ein vom südkoreanischen Konzern LG angekündigtes Modell mit mehr als 9000 Euro aber noch sehr teuer.

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Quelle: F.A.Z.

 
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