Die Elektronikbranche arbeitet seit einigen Jahren daran, die Bedienung von Geräten „natürlicher“ zu machen. Die traditionellen Hilfsmittel wie Maus, Tastatur oder auch Fernbedienungen verlieren an Bedeutung. Dafür wird das Geschehen auf den Bildschirmen mehr und mehr auf andere Weise gesteuert: durch Berühren, Stimmbefehle oder Gesten. Dieser Trend zeigt sich auch auf der diesjährigen Messe CES in Las Vegas.
Berührungsempfindliche Bildschirme sind derweil fast schon Branchenstandard und nichts Besonderes mehr. Diese Touchscreens verbreiteten sich erst auf internetfähigen Smartphones wie dem iPhone von Apple und dann auch auf Tabletcomputern. Mittlerweile finden sie sich auch auf klassischen Personal Computern wie Laptops - nicht zuletzt, weil Microsoft die Neuauflage Windows 8 seines PC-Betriebssystems Touchscreen-fähig gemacht hat.
Der Mikrochiphersteller Intel richtet die von ihm ins Leben gerufene Laptopkategorie der „Ultrabooks“ bald ganz auf Touchscreens aus. Diese Geräte kommen von einer Reihe verschiedener Hersteller, die sich nach den Spezifikationen von Intel richten. Von den 140 bislang angebotenen Ultrabook-Modelltypen haben nach Angaben von Intel 40 berührungsempfindliche Bildschirme. Bei der mit einem neuen Intel-Chip ausgestatteten nächsten Ultrabook-Generation, die im zweiten Halbjahr 2013 herauskommen soll, sollen es dann 100 Prozent der Geräte sein.
Intel will auch weitere Formen der Bedienung integrieren. So könnten noch in diesem Jahr die ersten Geräte auf den Markt kommen, die auf Stimmbefehle reagieren können, sagte Anand Lakshmanan, der bei Intel für das Marketing von Ultrabooks zuständig ist. Auch an Gestensteuerung werde gearbeitet.
Steuerung mit Augenbewegungen
Bei vielen anderen Produkten sind diese Formen der Bedienung schon heute Alltag. Apple hat seine sprachgesteuerte Assistenzfunktion Siri für das iPhone und das iPad, die allerdings noch einige Schwächen hat. Microsoft hat seinen Bewegungssensor Kinect für die Videospielekonsole Xbox, der eine Steuerung des Geschehens per Stimme und Geste erlaubt. Auch Hersteller von Fernsehern wie Samsung haben Geräte, die mit Stimme und Geste bedient werden können. Samsung hofft, dass diese Steuerung ein leichteres Navigieren bei internetfähigen Fernsehern möglich macht.
Das kleine schwedische Unternehmen Tobii, zu dessen Investoren Intel gehört, hat schon im vergangenen Jahr auf der CES demonstriert, wie Computer per Augenbewegung gesteuert werden können. Diesmal ging Tobii noch einen Schritt weiter und stellte eine Endverbraucherversion dieser Technologie vor. Es handelt sich dabei um ein längliches rechteckiges Gerät, das an Computer angeschlossen werden kann, die mit Windows 8 arbeiten. Das Produkt mit dem Namen „Tobii Rex“ soll in diesem Jahr auf den Markt kommen.
Trotz dieser Initiativen wendet die Branche ihre Aufmerksamkeit aber auch wieder solchen Kunden zu, die nicht auf die gewohnte Art der Bedienung verzichten wollen. Das zeigen die vielen Kombinationsgeräte aus Tabletcomputern und Laptops, die in Las Vegas von Anbietern wie Lenovo zu sehen sind. Die Geräte können als Tablets genutzt werden, haben aber außerdem eine vollständige Tastatur. Sie sind als Produkte gedacht, die sich zum Konsum von Inhalten ebenso eignen wie als Arbeitsgeräte. Die Verwandlung von Laptop zu Tablet erfolgt auf viele verschiedene Arten, etwa durch Umklappen, Drehen oder Herausnehmen des Bildschirms. Solche „Hybride“ sind diesmal in viel größerer Zahl zu sehen als im vergangenen Jahr.
Eine tolle "bahnbrechende Enwicklung"
Closed via SSO (hubbidubbidu)
- 13.01.2013, 19:31 Uhr
Demnächst im ICE
Frank Selig (fmselig)
- 12.01.2013, 03:51 Uhr