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CD : Vom Fahnden

Steuer-CD? Eine CD nutzt noch nicht mal mehr jemand, um den Tatort aufzuzeichnen! Warum nehmt ihr nicht gleich Lochstreifen?

          Das sind mal richtig gute Nachrichten von den Kollegen aus der Wirtschaftsredaktion: Eine von Bochumer Ermittlern ausgewertete Steuer-CD mit Daten deutscher Kunden der Schweizer Bank UBS erweist sich als besonders ertragreich. Bis zu 1,3 Milliarden Euro sollen die vier gekauften CDs einbringen, nur vergleichsweise lächerliche 3,5 Millionen Euro wurden an den UBS-Hehler entrichtet.

          Aber da müssen wir jetzt mal in die Schweiz rufen: Ihr ewiggestrigen Bankmitarbeiter, die ihr Daten in dunklen Stunden kopiert, über die Grenze schmuggelt und wie im schlechtesten Geheimdienstkrimi Zug um Zug gegen den Geldkoffer in einer kalten Nacht im LED-Scheinwerferlicht einer deutschen Oberklassesteuerfahnderlimousine übergebt, das darf doch nicht wahr sein. Eine CD! Die nutzt noch nicht mal mehr jemand, um den Tatort aufzuzeichnen. Warum nehmt ihr nicht gleich Lochstreifen?

          Das mindeste wäre ja wohl die Verwendung eines ordentlichen USB-Sticks, da passen dann noch gleich die Filme der Überwachungskamera drauf, wie der Delinquent in die Züricher Tiefgarage einfährt. Oder, so geht wirklich moderner Steuerdatentransfer, ihr richtet eine Dropbox ein, von der sich die Ermittler die Informationen downloaden können. Passwort: loechrigwieschweizerkaese.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.Z.

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