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Caravan Salon in Düsseldorf Am liebsten schön und komfortabel

 ·  Die Caravaner sind schon seit geraumer Zeit in Kauflaune - und die Hersteller feuern sie mit einem ständig verfeinerten Angebot weiter an. Auf der größten Messe der Branche findet jeder sein Urlaubsgefährt.

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© Schramm Vergrößern Lettischer Winz-Caravan

Es gibt etwa zweieinhalbmal so viele Betten in Freizeitfahrzeugen wie im ganzen deutschen Hotelgewerbe. Und da seien die Sitzgruppen in Wohnwagen, die man umbauen muss, noch nicht einmal mitgezählt, haben die Freizeitforscher des ADAC ausgerechnet. Wem das nicht Beweis genug für die Bedeutung dieser Fahrzeuggattung ist, der muss in diesen Tagen (noch bis Sonntag) nach Düsseldorf zum Caravan Salon fahren und sich anschauen, was so viele Menschen an dieser Art Urlaub fasziniert. Es sind zwar auch diesmal wieder Sätze aufzuschnappen wie „Das hat doch mit Camping nichts mehr zu tun“, angesichts von zwölf Meter langen Luxuskarossen mit Erkern, Autogarage und hochtechnischer, edelster Inneneinrichtung, aber das hindert die Besucher nicht daran, diese Gefährte, die schnell eine Million Euro kosten, ausgiebig zu studieren und sich dann voller Hingabe, Kenntnis und Kaufabsicht in die anderen Hallen zu begeben. Denn die Volksmusik spielt nicht in der Liner-Halle 14, wo sich Interessenten gezielt hinbewegen, die nie einen Fuß in die anderen setzen würden. In diesen anderen traten sich die Besucher am ersten Wochenende wieder auf die Füße, angesichts eines Angebots von sage und schreibe 1800 Fahrzeugen. Eine gute Nachricht: Die Preise steigen nicht oder nur marginal.

Die Themen des diesjährigen Salons sind schnell ausgemacht: Komfort, Design und Variabilität. Das Angebot spreizt sich immer weiter auf. Am unteren Rand vermehren sich die ausgebauten Kastenwagen wie Pilze nach dem Sommerregen. Neben den üblichen Sechsmeter-Varianten treten immer mehr kürzere auf, die problemlos als Erstfahrzeug fungieren können und trotzdem alles fürs Caravaning an Bord haben. In dieser Kategorie feiert eine Legende ihre Wiedergeburt: Der Club Joker von Westfalia, sozusagen „der“ ausgebaute VW-Bus. Heute haben es die Westfalia-Techniker geschafft, im Heck des T5 einen kleinen Toilettenraum unterzubringen, so dass er als vollwertiges Mobil für bis zu vier Menschen dienen kann: Zwei schlafen im Dachbett, zwei auf den umgebauten Sitzen unten. Der Einstiegspreis beträgt 52 900 Euro.

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© Schramm Vergrößern Der Club Joker von Westfalia auf VW T5

Ebenso kurz (nur 5 Meter) ist der Twin S von Adria auf Basis des kürzesten Fiat Ducato: Das Zweipersonenauto kommt ohne Hochdach aus, weil die beiden Einzelsitze im Fond zu Betten werden. Das Heck ist Küche und Bad vorbehalten. Auch diese Lösung ist ein akzeptabler Kompromiss. HRZ baut im City, einem nur 5,24 Meter langen Sprinter, eine Längscouch ein, die zu einer Doppelliege vergrößert wird. Das schafft Raum für ein heckbreites Bad, alles in hellem Dekor ohne jeglichen Holzton, das ist ein - immer mal wieder auftauchender - kleiner Möbeltrend, derzeit vor allem in Kasten.

Mit gleich fünf neuen Ausbauten tritt Karmann Mobil an, vom 5,50-Meter-Typ bis zu den Ducato mit dem größten Radstand, die dann auf 6,36 Meter Länge kommen. Die braucht man für Einzelbetten längs, die immer beliebter werden, weil die Caravaner nicht übereinander ins Bett klettern wollen. Entsprechende Grundrisse finden sich auch bei den Premium-Ausbauern Bavaria Camp, CS oder La Strada. Wie die Statistik ausweist, haben die Kastenwagen inzwischen einen Anteil von einem Viertel an den Neuzulassungen, aber was daran noch wichtiger ist: Sie haben offenbar neue Käufergruppen erschlossen. Dieser Entwicklung trägt die Messe Rechnung mit einem Hallenteil, in dem das geballte Angebot zusammengestellt ist.

Wer in Sachen Winterfestigkeit und mehr Raumgefühl höhere Ansprüche stellt, aber trotzdem ein kompaktes Mobil möchte, der schaut sich in der wachsenden Van-Klasse um. Die ist meist nicht breiter als 2,20 Meter, hat aber einen eigenen Aufbau, daher eine bessere Isolierung. Auffallendstes Beispiel dafür ist der neue Hobby-Van, der auf dem Renault Master läuft. Die Franzosen möchten ein Stück vom Kuchen, den der Fiat Ducato zu zwei Dritteln für sich beansprucht. Bei Knaus steht der neue, 5,50 bis sechs Meter lange integrierte Van auf Ducato im automotiven Kleid zu Preisen zwischen 55700 bis 57900 Euro. Dethleffs schickt seine Globebus-Typen als Integrierte und Teilintegrierte ins Rennen. Der Hersteller aus Isny hat die Gattung vor Jahren mit seinem ersten „Bus“ eingeführt.

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