Seit rund 40 Jahren steht der Jumbo in Diensten der Lufthansa, und jetzt nimmt die deutsche Fluggesellschaft als erste und bislang einzige die weiterentwickelte Passagierversion in Betrieb. Die Boeing 747-8 ist mit 76,30 Metern 5,60 Meter länger als das Vorgängermodell 747-400 und übertrifft damit auch um einen Meter das bislang längste Flugzeug der Welt, den Airbus A340-600. Obgleich andere Gesellschaften bislang nicht an die 747-8 im Passagierdienst glauben und das neue Modell nur als Frachter fliegen, setzt die Lufthansa auf sie und hat 20 Maschinen bestellt, die bis 2015 ausgeliefert werden sollen.
Die neue Boeing ist von der bisherigen vor allem an Triebwerken (GEnx-2B) mit gezackter Verkleidung und an den nun an den Spitzen sanft auslaufenden Tragflächen (Raked Wingtips statt Winglets) zu erkennen. Zusammen sollen die technischen Eingriffe dazu führen, dass die 747-8 rund 15 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht und einen Lärmteppich legt, der um 30 Prozent kleiner ausfällt. Allerdings ist die Neue auch schwerer geworden, das maximale Startgewicht steigt um 10 Prozent auf 442 Tonnen. Insgesamt ist für 362 Passagiere Platz. Im Cockpit ergeben sich kaum Veränderungen, so dass sich der Schulungsaufwand für die Piloten in Grenzen hält.
Die Indienststellung des Flugzeugs ist für Lufthansa zugleich die Inbetriebnahme der neuen Business-Klasse. Deren Sitze lassen sich nun flach legen, womit das von den Passagieren bislang als Rutsche empfundene Gestühl nach und nach der Vergangenheit angehören soll. Die Business-Klasse wird im Oberdeck (32 Sitze) und im Hauptdeck (60 Sitze) untergebracht, die Erste Klasse rückt dafür in die Spitze des Hauptdecks, wo acht Plätze in der Dimension 80 mal 207 Zentimeter angeboten werden. Auf Trennwände oder Kabinen, wie sie andere Gesellschaften wie Emirates oder Singapore Airlines einsetzen, verzichtet die Lufthansa.
Der Sitz in der Business-Klasse bietet 1,98 Meter Liegefläche und ist zum jeweiligen Nachbarn (Konfiguration 2-2 im Oberdeck und 2-2-2 im Hauptdeck) V-förmig angebracht. Damit wächst der Abstand zwischen den Schultern, allerdings lässt sich nun füßeln, denn die Beine beider Passagiere enden in einer gemeinsamen Box, die freilich durch eine Trennwand separiert wird. Bis Schuhgröße 44 werde sich niemand zu nahe kommen, der nicht will, verspricht die Lufthansa. Ausprobieren lässt sich dergleichen vom 1. Juni an, dann startet der Erstflug von Frankfurt nach Washington. Danach stehen Delhi, Bangalore, Chicago und Los Angeles auf dem Flugplan.
Fracht
Marcus Pfeiffer (marcus.pfeiffer)
- 08.05.2012, 20:35 Uhr
Längstes Flugzeug der Lufthansa - aber nicht der Welt
Sven Fürll (Lerge)
- 08.05.2012, 17:33 Uhr
Längste 747-Jumbo Version nur Frachter, ausser Lufthansa? Stimmt so
nicht.
Thomas Godehus (polyglotz)
- 08.05.2012, 16:27 Uhr
Entgegen der Sparpolitik setzt LH auf Flugzeuge mit 4 Triebwerken.
Hermann Eichhorn (allace64)
- 08.05.2012, 14:20 Uhr
Keine Einzelkabinen
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 08.05.2012, 11:43 Uhr