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BMW-Elektroroller „C evolution“ Die Sache kommt ins Schnurren

 ·  Auf den Markt bringen, sofort, ist ein spontaner Wunsch nach den ersten Kilometern im Sattel des „C evolution“. Aber so einfach ist das nicht: BMW hat mit den bekannten Schwierigkeiten von Elektromobilen zu kämpfen.

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© Hersteller Schick in Schale: BMW C evolution

Das Wichtigste zuerst: Dieses Fahrzeug schafft es tatsächlich, einem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Weil es mit einer geschmeidigen Dynamik überrascht, die man kaum für möglich gehalten hätte. Und weil es einfach herrlich ist, fast lautlos dahinzuschnurren, während der Wind um die Nase weht. Auf den Markt bringen, sofort, ist ein spontaner Wunsch nach den ersten Kilometern im Sattel des „C evolution“ von BMW. Aber so einfach ist das nicht.

Die bekannten Schwierigkeiten mit Elektromobilen - schwere, teure Akkupakete, die Last mit dem Laden, relativ geringer Aktionsradius - lassen sich nicht weglächeln. Doch: BMW hat sich entschlossen, den ersten Elektroroller seiner Geschichte für staugeplagte Pendler und Liebhaber abgasfreien Schnurrens in Serie gehen zu lassen. Es wird noch ein wenig dauern, die Münchener Motorradleute lassen den Autokollegen des Hauses mit ihrem elektrischen i3 den Vortritt. Im ersten Halbjahr 2014 allerdings soll der Stromscooter zu haben sein, wie der neue Leiter der Motorradsparte, Stephan Schaller, am Wochenende ankündigte.

Über Vertriebswege wird noch gebrütet

Zu welchem Preis? Gute Frage. Im Zusammenhang mit dem Projekt, zu dem in jüngerer Vergangenheit einige Andeutungen von Information herausgelassen wurden, geben die Münchener Entwickler nun auf viele Fragen konkrete Antworten, nicht aber auf diese. Sicher ist: Der Elektroroller wird ein ganzes Stück teurer sein als die seit diesem Sommer erhältlichen BMW-Maxiscooter mit Verbrennungsmaschine (ab etwa 11.500 Euro), aber nicht teuer genug, dass das Unternehmen vom Start weg Geld damit verdienen könnte. Sonst wäre das aufwendige Produkt schlicht unverkäuflich, wird eingeräumt. Über Vertriebswege und Leasingmodelle wird derzeit noch gebrütet.

Das Brüten der Techniker hat schon stattgefunden. Die Handvoll Prototypen, die vergangenen Samstag für kurze Probefahrten auf öffentlichen Straßen zur Verfügung standen, machen einen schon sehr seriennahen Eindruck. Sie haben eine Einarm-Triebsatzschwinge mit flüssigkeitsgekühlter E-Maschine und Zahnriemen zum Hinterrad. 72 Newtonmeter Drehmoment packen an, die Spitzenleistung beträgt 35 kW (48 PS), die Dauerleistung 11 kW (15 PS), womit der C evolution als Leichtkraftroller gilt, obwohl Beschleunigung und Fahrverhalten weit darüber hinausgehen. Den Ampelsprint von 0 auf 50 km/h und auch den von 0 auf 100 soll er schneller absolvieren als große Benzinroller mit 600 Kubik Hubraum und mehr. Bei 120 km/h wird abgeregelt.

Die luftgekühlte Hochvolt-Batterie mit 8 kWh Kapazität allein trägt 80 Kilo zum Gesamtgewicht von 260 Kilo bei. Im „üblichen Pendlerverkehr“ soll sie eine Reichweite von 100 Kilometern gewährleisten. Die Angabe der Techniker - rund ein Kilometer mit einem Prozent der Ladung - scheint ziemlich exakt zu sein, denn nach unserer 30-Kilometer-Probefahrt meldete die Batterie noch 69 Prozent Energievorrat. Das Laden der komplett entleerten Batterie soll an einer üblichen Steckdose nur drei Stunden dauern.

Die Lithium-Ionen-Speichermodule (die gleichen wie im i3) sind samt Regelelektronik in einem Alu-Gehäuse untergebracht, das mehrere Funktionen erfüllt: Der wuchtige Kasten (rechtes Foto) ist wasserdichte Behausung der empfindlichen Technik, dient als deren Crash-Schutz und zugleich als Rahmenersatz, an dem Fahrzeugfront und -heck befestigt sind. BMW hebt hervor, der C evolution sei das erste elektrische Zweirad nach Sicherheitsnormen der Autoindustrie. Die Motorradtruppe profitiert davon, dass sie unter dem Dach des großen Konzerns an den Entwicklungen der Automannschaft teilhaben kann.

Momentan in der „Pilotphase“

Die Handhabung des E-Scooters ist simpel, bei jedem Gaswegnehmen und Bremsen setzt automatisch und ohne Verzug eine smarte Rekuperation ein. Durch diese Rückgewinnung von Energie zum Laden der Batterie werden nach den Worten von Projektleiter Christian Ebner 15 Prozent Reichweite herausgeholt, weitere fünf Prozent durch die Verwendung des neuen Reifentyps Metzeler Feelgreen mit geringem Rollwiderstand.

Der C evolution befindet sich momentan in der „Pilotphase“, hier und da steht noch Feinabstimmung an. Die Art und Weise, wie der Roller seine Kraft entfaltet - direkt und unmittelbar, aber bestens dosierbar, ruckfrei bei tadellosem Konstantfahrverhalten auch in niedrigsten Geschwindigkeiten -, das ist schon jetzt beeindruckend. Auf solch eine elektrische Zukunft darf man sich freuen. Bloß: Wenn sie tatsächlich kommen soll, muss die Sache irgendwie erschwinglich gestaltet werden. In dieser Frage herrscht nach wie vor Hochspannung.

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Geboren am 10. Dezember 1959, Redaktion „Technik und Motor“

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