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Batterie : Strom im Glas

Vor wenigen Tagen wurde in Amerika ein neuer Batterie-Typ mit erstaunlichen Eigenschaften angekündigt, der Elektrolyt soll Glas sein, Lithium wird durch Natrium ersetzt.

          Der rechte Autoliebhaber ergötzt sich am Brabbeln seines Achtzylinders. Dass andere es als Krach ansehen könnten, versteht er nicht. Das satte Drehmoment des Elektromotors heißt er zwar nuschelnd in einem Nebensatz gut, im Hauptsatz mag er ihn aber trotzdem nicht – zu wenig Reichweite und kalte Füße im Winter. Wer will denn schon so was? Und warum wohl stehen keine neuen Modelle auf den großen Messen? Gemach, Freunde, der Elektromotor konnte schon immer vieles besser als der Verbrenner, alle Nachteile hängen am Stromspeicher.

          Anzunehmen, dass hier die Entwicklung stehen bliebe, wäre freilich naiv. Selbst die altbekannten Lithium-Batterien werden ständig weiterentwickelt. Wo gestern noch dreißig Kilowattstunden steckten, sind es heute fünfzig, morgen werden es siebzig sein. Ein Grund, in Lithium zu investieren, ist das nicht unbedingt. Zum Ersten ist das Leichtmetall nicht knapp, und zum Zweiten wird im Lithium-Akku, obwohl er so heißt, nicht viel davon gebraucht. Ein dritter Grund könnte sein, dass die Batterie der Zukunft womöglich ohne auskommt. Denn allerorten wird an neuen Stromspeichern geforscht. Vor wenigen Tagen wurde in Amerika ein neuer Typ mit erstaunlichen Eigenschaften angekündigt, der Elektrolyt soll Glas sein, Lithium wird durch Natrium ersetzt. Darüber ließe sich hinwegsehen, denn es ist nicht die erste Meldung dieser Art und wird auch nicht die letzte sein – wenn nicht die neue Idee von einem alten Mann namens John Goodenough käme, der in Fachkreisen bestens bekannt ist, weil er schon an der Entwicklung des Lithium-Akkus beteiligt war.

          Dreifache Kapazität, kurze Ladezeit, keine Brandgefahr. Wenn’s stimmt, ist das der Durchbruch. Falls nicht, verschiebt er sich auf einen späteren Zeitpunkt. Denn eines ist gewiss: Dem Elektroauto gehört die Zukunft, selbst wenn sie noch nicht recht begonnen hat. Nur hat das nicht jeder gemerkt. Das könnte daran liegen, dass es so leise daherkommt.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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