Jetzt naht der Sommer, in dieser Zeit lernen Autos besonders gern schwimmen oder fahren Huckepack mit der Eisenbahn. Mit der Fähre geht’s nach Sardinien oder Korsika, mancher nimmt sein Auto mit auf Mallorca. Dagegen ist der Autoreisezug etwas aus der Mode gekommen, aber es gibt ihn noch. Und dann ist da noch die Bahnverladung nach Sylt. Von Deutschland aus führt der einzige Weg auf das mondäne Eiland über Niebüll, und im Sommer muss man in dem Städtchen oft zwei bis drei Stunden warten, ehe der Wagen auf den Waggon darf. Einigermaßen erstaunt hat uns der Preis, der für eine Hin- und Rückfahrt zu bezahlen ist: 86 Euro. Das ist richtig teuer, wenn man bedenkt, dass man nach England schon für 58,80 Euro kommen kann. Hin und zurück, was jeweils rund anderthalb Stunden dauert. Die Preise für die Überquerung des Kanals mit dem Boot sind aufgrund der Konkurrenz seit Jahren im Fallen, einst kostete so eine Überfahrt 600 Mark. Nicht umsonst ist im Frühjahr die Fährgesellschaft Seafrance pleitegegangen.
Aber auf der Linie Niebüll-Westerland hat die Bahn ein Monopol. Halt: Es bietet sich ein kleiner Umweg über Dänemark an, um mit dem Schiff von Havenby aus in List anzulanden. Das kostet zwar ohne Rabatte auch 76 Euro (einfach 45), geht aber unter Umständen schneller, weil man einen Platz fest buchen kann. Und das größere Erlebnis ist die Fähre auf jeden Fall. Man muss nicht im Auto sitzen bleiben und kann sich auf dem Schiff prima die Zeit vertreiben. Auch deswegen nehmen wir nach England nie den (Bahn-)Tunnel, selbst wenn der einen Zeitgewinn bedeutete. Er ist zudem wesentlich teurer, selbst wenn man berücksichtigt, dass die 58,80 Euro, die wir im Mai bezahlten, zur Hochsaison nicht möglich sind. Im Juni heißt es 142 zu 314 Euro für die Wasserfahrt. Und einschiffen klingt auch irgendwie besser als einbahnen.