10.08.2012 · Die LED-Technik erobert den Autoscheinwerfer. Designer schätzen sie für Lichtfarbe und Gestaltungsfreiheit, Techniker für niedrigen Energieverbrauch und ihre Langlebigkeit.
Von Johannes WinterhagenRichtlinien für Lesermeinungen
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Gibt auch nur eine LED ihren Geist auf, bekommt man vom TÜV die
rote Karte. Es muss die ganze LED-Einheit ersetzt werden, Einzel-LEDs
liefern die Werke nicht. Dann kostet ein Aussenspiegel mit integriertem
LED-Blinklicht bis zu 680 €, eine Heckleuchteneinheit je nach
Modell noch einige Euronen mehr und ein Front-LED z. B. beim Insignia
bis über 1200,-€. (kompl. Scheinfereinheit). Ein- und Ausbau
kommen noch dazu. Das sind mitnichten seltene Einzelfälle, davon
können Audi- und VW Fahrer Lieder singen. Bisher geht das meistens
noch auf Kulanz. Dennoch liegen inzwischen zahlreiche Beschwerden bei
Fachpresse und Herstellern vor. Birnchen für 5-10 € auf die
Schnelle wechseln, das war einmal. Techischer Fortschritt sollte in
einem vernünfigen Verhältnis zur Wirtschaftlicvhkeit stehen.
Das ist bei LED-Tagfahrlicht, -Rücklicht und -Blinklicht nicht der
Fall. Unbestriiten sprechen LED-Bremslichter schneller an. Mit
LED-Fahr-und Fernlicht fehlt mir noch die Selbsterfahrung.
Blenden, Flimmern, Protzen, viel Geld verdienen - das ist alles
Hallo. Meine Meinung:
(1) Sowohl die hinteren als auch die vorderen LED-Lichter blenden wie
bescheuert (selbst am hellsten Sonnentag) - wenn ein vorausfahrender
sowas hat, sieht man von den normalen Rücklichtern drumrum weniger,
und kann Entfernungen schlechter einordnen, wenn einem so einer
entgegenkommt, kriegt man einen Fleck im Sehfeld, wo man mal kurz
garnichts sieht.
(2) Sowohl die hinteren als auch die vorderen LED-Lichter flimmern wie
bescheuert - beim Blick auf den Tacho sieht man vorausfahrende Autos 5
oder 10x, am Horizont auf der Autobahn desgleichen.
(3) LED Blinker haben keine sichtbare Angeht- und Ausgehverläufe.
Man braucht also etwa 1 bis zwei komplette Blinkzyklen, um den Vorgang
als Blinken zu erkennen, statt einen hunderstel bis einen halben wie bei Glühbirnenblinkern.
(4) Das ganze ist nützlich zum Protzen, und um extreme Margen zu
realisieren. Und wegen (1), (2), (3) ein Dokument des Versagens von
Ingenieuren, Zulassungsbehörden - und auch des guten Geschmacks.
Die mögliche lange Nutzungsdauer beruht auf dem hohen
Lichtwirkungsgrad, bzw. der
geringen Verlustleistung. Leider wird in der Praxis die Leuchtdiode oft
zu hoch belastet
und die Verlustleistung durch Kühlung nicht ausreichend
abgekühlt, so dass das Halbleiter-
material zu heiß wird und altert und vor allem die notwendige
elektrische Kontaktier-
technik die Dauerbelastung nicht übersteht. Meine diversen
LED-Taschenlampen haben
deshalb nie die versprochene lebenslange Nutzung erreicht. Es ist kaum
zu erwarten,
dass die Entwickler den Arbeitspunkt so legen, dass die Langlebigkeit
erreicht wird. Die
Entwicklung der Kohlefaden-Glühlbirne ging hin zur minimal
akzeptierten Nutzungsdauer.
Es soll noch Exemplare von Thomas Alva Edison geben, die heute noch
nicht durchgebrannt sind !
@ Karl Dietrich Naumann „..die heute noch nicht durchgebrannt sind !“
Die hängt in einer New Yorker Feuerwache. Die Lebensdauer aller Technik wird heute bestimmt durch: Was lange hält, bringt uns kein Geld. Die EU hat angeordnet, daß die Konstruktion von TagLED-Leisten so beschaffen sein muß, daß keine einzelne LED, sondern die gesamte Leiste ausgewechselt werden muß. Ist diese konstruktiv mit der Leuchteinheit verbunden, dann – na? Richtig, die gesamte Leuchteinheit. Paradiesische Zeiten brechen an.
Man hatte sich weltweit auf 1000 Std maximal "geeinigt"
Phoebus Kartell, 1924.
Damals sollen schon mehr als 100.000 Std. in der Massenfertigung
möglich gewesen sein (die etwas geringere Lichtausbeute hätte
man in 90 Jahren F&E wohl auch in den Griff bekommen).
Ein Schelm, wer sich böses dabei denkt, wie lange denn eine LED
halten "dürfen" wird.
Ehrlich !? ("ein normales Autoleben, das selten ...
... mehr als 8000 Stunden reiner Nutzungszeit währt"). Das wäre weniger als ein Jahr reine "Nutzungszeit". Diese Spanne wird nach meiner Erfahrung ja schon locker um das Doppelte oder Dreifache selbst von lüfterlos rund um die Uhr im Dauerbetrieb laufenden simplen und preiswerten Festplatten übertroffen. Spricht nicht gerade für die Haltbarkeit von Autos ...
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.08.2012 21:08 UhrSinnvoller Vergleich
Wie schnell fährt denn die Festplatte und wieviele Sitzplätze
hat sie?
Eine Warmhalteplatte übertrifft in der Lebensdauer jede Festplatte
bei weitem und ist dazu noch billiger. Spricht nicht grad für die
Haltbarkeit von Festplatten...
Lebensdauer eines Autos
Die Lebensdauer eines PKWs wird normalerweise nicht in Betriebsstunden angegeben, sondern in gefahrenen Kilometern. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50km/h sind die 8000 Stunden 400.000km, bei 30km/h immerhin noch 240.000km. Insofern stimmen die genannten 8000 Stunden tatsächlich für ein "normales Autoleben".
Jahrzehnte hat es mit leicht austauschbaren Birnen geklappt. Die waren
zwar nicht so hell, aber der entgegenkommende Fahrer musste auch nicht
in eine so grelle Lichtquelle blicken. Daher ist für mich fraglich,
ob dieser LED Zauber am Auto, genauso wie Xenon, ein Beitrag zur
Verkehrssicherheit ist. Die Designer freuen sich, können Sie doch
durch marginales Investment ein Auto nach 2 Jahren schon wieder 'alt'
aussehen lassen. Das kurbelt den Umsatz an.
Bei Fahrrädern ist LED sinnvoll, der Radler sieht besser und wird
besser wahrgenommen.
Haben Sie die Werte abgelesen oder selbst ermittelt?
Ich habe beim Tanken nie einen Unterschied feststellen können, ob ich im Hellen oder Dunklen gefahren bin. Ausserdem hinkt Ihr Vergleich, da Sie der Bi Xenon Lichtquelle die gleiche Lebensdauer unterstellen wie dem Auto. Sie hält zwar angeblich viermal solange wie die H-Lampe, aber ist im Austausch ungleich teurer. Und das sie gerne mal kaputt gehen, zeigen mir diverse gelb/rötlich gefärbte Xenon-Lichter. Der Vertragshändler freut sich.
Das Thema Blenden ist längst tot nachdem jedes dritte Auto heute Xenon-Licht verwendet
Leider vergessen sie neben der besseren Sicht einen wichtigen Vorteil des Xenonlichtes. Bei Fernlicht benötigt ein PKW eine elektrische Leistung von zusammen 240 Watt. 2 mal 55 Watt für das Fernlicht und 2 mal 65 Watt für das Abblendlicht, das bei den meisten Autos weiter brennt. Pro 100 Watt elektrischer Leistung steigt der Kraftstoffverbrauch um 0,12 Liter pro 100 km. Das sind dann knapp 0,3 Liter auf 100 km. Ein Bi-Xenon Licht das aus einer Lichtquelle Fern- und Abblendlicht generiert, verbraucht insgesamt nur 70 Watt. Das sind also weniger 0,1 Liter pro 100 km. Im Laufe eines Autolebens kommt da eine hübsche Summe zusammen die der Fahrer spart wenn er häufig nachts fährt.
Ob Laserlicht ein wirklicher Fortschritt ist, bleibt fraglich. Wenn in
der Nacht ein Auto die Leuchtsilhuette eines Fahrrades hat, läuft
etwas falsch. Es gibt bereits Zweiräder mit Lupenscheinwerfern mit
ca. 50 mm Durchmessser, der Fahrer mag ja etwas sehen, aber die anderen
Verkehrsteilnehmer haben da ihre Probleme.
Vorallem innerorts dort saufen diese Funzeln bei der
Umgebungsbeleuchtung einfach ab. Das Fahrzeug wird unsichtbar.
Wenn sich schon beim Antrieb seit 150 Jahre nichts wesentliches verändert hat, dann versucht man halt wenigstens die Beleuchtung zu modernisieren.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.08.2012 15:57 Uhr@ Stefan Michl „Wenn sich schon beim Antrieb seit 150 Jahre nichts wesentliches...“
Lesen Sie sich einmal Prospekte aus den 60er Jahren und staunen Sie über die Zahl der Schmierstellen, die in 3 – 5000 km Intervallen zu schmieren waren. Die spätestens nach 5000 km durchzuführenden Ölwechsel. 3-Gang- höchstens 4-Ganggetriebe bei PKW. Die Vergasertechnik, Zündung, Mehrventilmotoren gab es bestenfalls im Rennsport. Der technische Fortschritt ist enorm, er hat nicht nur zur Fahr- und Betriebssicherheit, sondern auch zu wesentlich weniger Verbrauch von Treib- und Schmierstoffen geführt.
Nichts wesentliches verändert?
Sie wären geschockt wenn man ihnen all das zeigen würde was sich alleine in den letzten 20 Jahren verändert hat. Vorurteile sind halt besser zu pflegen, denn man muss nichts dazulernen.
Nichts dazugelernt?
Die Aussage, es hätte sich am Antrieb seit 150 Jahren nichts wesentliches geändert, erscheint mir absurd. Die ersten Otto- und Dieselmotoren kann man weder von der Leistung, noch vom Verhältnis Leistung zu Verbrauch (für die Gutmenschen: Verbrauch = "CO2 Ausstoß) mit modernen Aggregaten vergleichen.