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Autoreifen Auszeichnungswut

 ·  Wir warten vergeblich darauf, dass die EU Klopapier mit einem Umweltgütesiegel versehen lässt. Nun wird erst einmal der Käufer von Autoreifen mit einem Siegel beglückt.

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Wir warten schon eine ganze Weile vergeblich darauf, dass die EU Klopapier mit einem Umweltgütesiegel versehen lässt. Dann wüsste man endlich, wie viel Energie dessen Produktion verschlingt, wie viel Wasser zum Wegspülen benötigt wird und wie hoch die reibwertbedingte Geräuschemission ist, wenn es die Schüssel runterrutscht. Leider sind die Damen und Herren in Brüssel bislang mit Fernsehern, Waschmaschinen und Kühlschränken beschäftigt gewesen, die zur Identifizierung bunte Aufkleber tragen, auf denen die Effizienzklassen mit +, ++, +++ oder +++++++ angegeben werden.

Als Nächstes wird nun der Käufer von Autoreifen beglückt, der mit einem Blick ins Regal erkennen können soll, ob der Reifen relativ wenig Kraftstoff verbraucht, wenig Lärm macht und zu einem kurzen Bremsweg beiträgt. Vermutlich haben die Hersteller bisher absichtlich Reifen gebaut, die viel Kraftstoffverbrauch verursachen, höllenmäßigen Lärm machen und beim Bremsen nichts taugen. Wettbewerb? Ach so. Dummerweise lassen sich physikalische Eigenschaften auch per Brüsseler Dekret nicht überwinden, wer im Winter die Spur halten will, bekommt in der Disziplin „Rollen“ eine schlechtere Note. Und natürlich ist Winterreifen nicht gleich Sommerreifen. Es wird das Beste sein, die bunten Aufkleber Aufkleber sein zu lassen und sich wie zuvor einen Händler seines Vertrauens zu suchen.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für „Technik und Motor“.

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