Frech, flink und charmant: Der Up von Volkswagen ist einem sofort sympathisch, und natürlich richtet sich der Kleinstwagen (3,54 Meter kurz) auch an die junge Internetgeneration. Die wird von der pfiffigen Kommunikationstechnik begeistert sein. Denn das „portable Navigations- und Infotainmentsystem Maps + More“ ist nicht nur verflixt günstig, es bringt auch sämtliche Talente mit, die man im Großstadtverkehr benötigt. Etwa den elektronischen Kopiloten sowie eine Bluetooth-Freisprechanlage, die im Nebenjob Musik von Spotify und anderen Internetdiensten ins Fahrzeug holt. Zudem gibt es für das Öko-Gewissen einen Fahrtrainer auf dem Bildschirm, der zum rechtzeitigen Hochschalten auffordert und Angaben zum Verbrauch zeigt.
Maps + More scheint auf den ersten Blick „nur“ ein Nachrüst-Navi von Navigon zu sein. Es sitzt in einer eigenen Halterung auf dem Armaturenbrett und lässt sich mit einem Handgriff entnehmen sowie im Handschuhfach vor unbefugtem Zugriff schützen. Aber schon mit dem Start der Anlage zeigt sich: Da steckt mehr drin, nämlich eine Anbindung an das zwingend erforderliche Up-Radio mit CD-Spieler.
Während der Fahrt stören die Nebengeräusche
Eine zweite Verbindung führt zur Fahrzeugelektronik, die eine ganze Reihe von Parametern an den handflächengroßen Apparat übergibt. Nicht nur, dass man mit dem berührungsempfindlichen Bildschirm komfortabel das VW-Radio bedienen kann. Es lassen sich auf dem Display auch verschiedene Instrumente zusätzlich einblenden, etwa der Drehzahlmesser oder die Anzeige der Kühlmitteltemperatur. Schließlich sind sogar die Hinweise des Parkpiloten auf der Anzeige sichtbar.
Mit großen Schaltflächen kommt man in die vier Hauptabteilungen: Medien, Navigation, Fahrzeug und Telefon. Indes sind dann manche Menüeinträge doch wieder viel zu klein gezeichnet. Um von einem Untermenü zurückzugehen oder direkt ins Hauptmenü zu springen, muss man eine nur wenige Millimeter hohe Schaltfläche treffen, was während der Fahrt nur mit einer gewissen Konzentration zu schaffen ist. Beim Telefon und in der Navigationsabteilung kann man sich die Fummelei sparen. Hier springt eine Spracherkennung ein, die sogar das Navigationsziel erfasst. Leider ist jedoch dabei stets eine Hausnummer vorzusagen, und richtig gut funktioniert der Erkenner nur im stehenden Fahrzeug. Während der Fahrt stören die Nebengeräusche. Das merkt man auch beim Telefonieren, hier ist die Akustik bei höherem Tempo unbefriedigend.
In der Medienabteilung lässt sich problemlos die Musikwiedergabe via Bluetooth steuern, nötigenfalls dient eine SD-Karte im Gerät als Zuspieler - oder man bindet MP3-Apparate über die Klinkenbuchse des Radios ein. Der Klang ist ordentlich, schade aber, dass die Software die zuletzt gewählte Einstellung regelmäßig vergisst. Kurios zudem: Das Radio schaltet sich bisweilen aus, wenn ein mit Bluetooth angedocktes Smartphone bedient wird. Bei der Navigation wiederum profitiert man von der langjährigen Erfahrung, die Navigon in diesem Bereich hat: Klare und präzise Ansagen begeistern, man kommt selbst in fremder Umgebung stressfrei ans Ziel, wozu unter anderem die Fahrspurassistenten beitragen.
Hinweise auf das Tempolimit entnimmt Navigon dem Kartenmaterial, das im Übrigen für ganz Europa mitgeliefert wird. Wer schneller als erlaubt unterwegs ist, kann sich akustisch warnen lassen, sogar die Grenze ist programmierbar. Was fehlt? An erster Stelle wünscht man sich bessere Verkehrsinformationen, hier kommt nur das Gratis-Angebot TMC zum Einsatz. Und zweitens hat man auf dem Display eine längere Route nur schlecht im Blick: Permanent lässt sich der angezeigte Kartenausschnitt nicht hinreichend verkleinern.
Aber das alles kann ja noch kommen. Denn Volkswagen entwickelt passend zum Auto einen eigenen App-Store, über den man ähnlich wie für das iPhone Zusatzprogramme in den Wagen laden und den Up weiter individualisieren kann. Keine Frage, wir würden Maps + More für den neuen Up gleich auf die Liste des sinnvollen Zubehörs setzen. Im Black Up und White Up gehört es zur Serienausstattung, für alle anderen Modelle verlangt Volkswagen günstige 355 Euro. Nur Vorsicht: Bei den kleinen Modellen Take Up und Move Up gehört das Radio nicht zur Serienausstattung und kostet weitere 355 Euro.
Einigermaßen vermessen,
Martin Schwoerer (ms-ffm)
- 30.05.2012, 18:24 Uhr
Tief empfundenen Dank zolle ich Ihnen, Herr Spehr.
Karl S. Walter (skeptiker01)
- 30.05.2012, 16:44 Uhr
gibt das gerät nach auslösen des airbags auch einen
automatischen notruf ab?
klaus keller (klkeller)
- 29.05.2012, 22:04 Uhr
Sign of the Times !!
Christian Jessen (Scacomato)
- 29.05.2012, 17:30 Uhr
das praktische ist man wird beim blick darauf automatisch vom fahren abgelenkt
klaus keller (klkeller)
- 29.05.2012, 17:10 Uhr
