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VW Touareg Nachts auf der noblen „Maxi“

18.02.2010 ·  Der neue Touareg ist mit 4,80 Meter wenig länger und mit 1,71 Meter etwas niedriger geworden; sein Vorderwagen wirkt - ganz nach Geschmack des Chefdesigners - spitzer. Der Touareg hat seine Pummeligkeit verloren.

Von Gerd Gregor Feth
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Übers Gesicht von Walter de Silva huscht ein mildes Lächeln, als er aus der Tür des Hotels „Vier Jahreszeiten“ tritt und den neuen VW Touareg auf Münchens Prachtboulevard Maximilianstraße langsam an sich vorbeifahren sieht. Volkswagens Chefdesigner murmelt nur zwei Worte in seiner Muttersprache: „bella macchina“. Er ist mit der Gestalt seines SUV zufrieden, der jetzt viel schärfere Kanten trägt, aus schräg stehenden Augen schaut und seine Radhäuser betont. Der neue Touareg ist mit 4,80 Meter wenig länger und mit 1,71 Meter etwas niedriger geworden; sein Vorderwagen wirkt - ganz nach de Silvas Geschmack - spitzer, der Touareg hat seine Pummeligkeit verloren.

Man sieht dem neuen Touareg an, dass die VW-Entwickler ihm 208 Kilogramm Gewicht genommen haben; weil sich eine solch strenge Diät natürlich direkt auf den Verbrauch auswirkt, soll sich der Durst seines „Antriebsspektrums“ (VW-Pressetext) um fast 20 Prozent reduzieren. Zum Verkaufsstart im April stehen vier Antriebsarten zur Auswahl: Im Hybridmodell arbeitet ein kompressorgeladener V6-TSI mit direkter Benzineinspritzung von Audi (245 kW/333 PS) mit einem Elektromotor (34 kW/47 PS) zusammen, so dass sich die Leistung auf 279 kW (380 PS) addiert. Im Doppelpack soll das 2,24 Tonnen wiegende Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und den Normsprint in 6,5 Sekunden absolvieren. Gegenüber konventionellen SUV soll dieser Hybrid in der Stadt 25 Prozent und im gemischten Verkehr 17 Prozent weniger Benzin verbrauchen; bis 50 km/h kann er rein elektrisch fahren. Früher gern gezeigte, spektakuläre Motoren wie der V10-TDI oder der W12 würden, so sagt VW, nicht mehr angeboten.

Downsizing - also Schrumpfung - sei das Gebot der Stunde. Für Freunde des konventionellen Antriebs steht der V6 FSI mit 3,6 Liter Hubraum und einer Leistung von 206 kW (280 PS) sowie einem höchsten Drehmoment von 360 Newtonmeter zur Verfügung; er soll mit einem Normverbrauch von 9,9 Liter Benzin auskommen. Zwei Diesel von Audi runden das Angebot ab: Der V6 TDI (176 kW/240 PS) mit 550 Nm und einem niedrigen Normverbrauch von nur 7,4 Liter (195 Gramm CO2) ist etwas für Sparer. Der V8 TDI mit 4,2 Liter Hubraum und einer Leistung von 250 kW (340 PS) und einem Kraftmaximum von 800 Nm ist für all jene, die noch Muskeln zeigen wollen, aber mit einem Verbrauch von nur 9,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer (239 Gramm CO2) nicht über die Zehnlitergrenze wollen. Motortechnische Maßnahmen und das neue Automatikgetriebe mit acht Stufen ermöglichen den Minderverbrauch.

Ein spezielles Offroad-Programm hilft, die richtigen Sperren zu setzen

Touaregs Vortrieb wird stets auf alle vier Räder verteilt. Das selbstsperrende Torsenverteilergetriebe ermöglicht das Erklimmen von 31-Prozent-Steigungen. Wer mehr Geländefahrfähigkeit will oder braucht, kann - nur zusammen mit dem V6 TDI - auch ein „Terrain-Tech-Paket“ bekommen, das mit einem voll zu sperrenden Mitten- und Hinterachsdifferential aufwartet und so den Wagen Steigungen bis zu 45 Grad bewältigen lässt. Ein spezielles Offroad-Programm hilft, die richtigen Sperren zu setzen. Die bekannten elektronischen Helfer namens ABS, EDS und ASR sind auf den Geländeeinsatz abgestimmt; ein Bergabfahr-Assistent ändert die Schaltpunkte des Automatikgetriebes.

Das Cockpit ist ergonomisch ideal, weil gut erreichbar angeordnet. Der mittig eingebaute, berührungssensitive Bildschirm informiert über die aktuelle Wegstrecke und alle Parameter des Fahrzeugs. Der Innenraum atmet die bekannte Gediegenheit eines gut eingerichteten Wohnzimmers. Mit Chromrähmchen eingefasste Instrumente zeigen unaufdringlichen Luxus genauso wie die perfekt verarbeiteten Ledersitze und die Wurzelholzapplikationen. Der Offroader ist zum eleganten Auto nicht nur für Münchens „Maxi“ gereift.

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