Home
http://www.faz.net/-gya-xsg5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

VW Polo GTI Auch er bekommt eine Krone aufgesetzt

21.05.2010 ·  Er tritt gegen Opel Corsa OPC, Mini Cooper S oder den Peugeot 207 RC an: der VW Polo GTI. Keineswegs krawallig, sondern eher dezent geriet das Design der jüngsten Wolfsburger Rennsemmel. Er ist 25 Prozent sparsamer als der Vorgänger.

Von Martina Göres
Artikel Bilder (5) Lesermeinungen (0)

Volkswagen krönt jetzt die Baureihe des neuen Polo wieder mit einem sportlichen GTI-Modell. Die stärkste Version des knapp vier Meter langen Kleinwagens kommt Mitte Juni in den Handel und tritt gegen Opel Corsa OPC, Mini Cooper S oder den Peugeot 207 RC an. Als Zweitürer kostet der Polo GTI 22 500 Euro, der Aufpreis für den Viertürer beträgt 740 Euro.

Keineswegs krawallig, sondern eher dezent geriet das Design der jüngsten Wolfsburger Rennsemmel. Der Kühlergrill in Wabenstruktur erhielt die GTI-typischen roten Zierleisten; hinzu kommen verbreiterte Schweller und der in Wagenfarbe lackierte Heckspoiler. Beeindruckend ist der Blick auf die rot lackierten Bremssättel hinter den 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Innen gestattet sich Volkswagen mit dem typischen Karomuster der serienmäßigen Sportsitze eine Reminiszenz an den (Golf-)GTI-Urahn aus den siebziger Jahren. Unterstrichen wird das sportliche Ambiente durch Aluminium-Pedale, ein griffiges Lederlenkrad, den schwarzen Dachhimmel sowie reichlich Chrom-Applikationen.

Herzstück des flotten Fronttrieblers ist ein doppelt aufgeladener Vierzylinder-Benziner mit Direkteinspritzung, der aus nur 1,4 Liter Hubraum eine Leistung von 132 kW (180 PS) herauskitzelt. Das maximale Drehmoment von beachtlichen 250 Newtonmeter liegt schon bei 2000 Umdrehungen in der Minute an und fällt erst oberhalb von 4500/min ab. Während der mechanisch angetriebene Kompressor das Drehmoment des TSI bei niedrigen Drehzahlen steigert, übernimmt der Turbolader ab 3500/min die Regie, dazwischen arbeiten Kompressor und Abgasturbolader gemeinsam.

Er spurtet in 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Begleitet von kernigem Motorsound drängt der Polo GTI nach vorn, er spurtet in 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der Vortrieb endet bei 229 km/h. Die sieben Gänge des serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebes sortieren sich blitzschnell ohne Zugkraftunterbrechung; Lenkradpaddel und eine zusätzliche Schaltgasse am Schalthebel erlauben manuelle Gangwechsel. Der knapp 1,2 Tonnen schwere Fünfsitzer liegt satt auf der Straße, die präzise Lenkung agiert nicht im mindesten nervös. Das gegenüber den zahmeren Polo-Brüdern um fünfzehn Millimeter gesenkte Sportfahrwerk ist ausreichend straff, aber doch so komfortabel abgestimmt, dass sich den Insassen nicht jede Bodenwelle direkt mitteilt. Für hohe Sicherheitsreserven sorgen die optimierte Bremsanlage und das nicht abschaltbare ESP. Der Schleuderschutz ist mit dem elektronischen Quer-Sperrdifferential XDS kombiniert. Es erhöht in schnell durchfahrenen Kurven die Traktion, indem durch aktiven Bremseingriff ein Durchdrehen des kurveninneren Rads verhindert wird -- ohne Reduzierung der Motorleistung. Die Kraft wird stattdessen automatisch ans kurvenäußere Rad geleitet. Im Normverbrauch genehmigt sich der stärkste Polo 5,9 Liter je 100 Kilometer - Super Plus wohlgemerkt. Der 1,8-Liter-Turbobenziner im Vorgänger verbrauchte bei exakt gleicher Leistung noch 25 Prozent mehr, der CO2-Ausstoß sank von 188 g/km auf 139 g/km.

Die Serienausstattung des Polo GTI umfasst sechs Airbags, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, Fensterheber vorn und hinten (beim Viertürer) sowie elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel. Zu geplanten Verkaufszahlen für den schnellsten Polo schweigt Volkswagen sich aus. Konkurrenz könnte ihm aber aus dem eigenen Haus blühen: Das gleiche Triebwerk befeuert neben dem Seat Ibiza Cupra auch den neuen Skoda Fabia RS - zu einem sicher deutlich niedrigeren Preis.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Mit Mazda ein Romeo

Von Wolfgang Peters

Wenn sich zwei leidlich gesunde Automarken, ohne eine Hochzeit im Himmel zu zelebrieren, miteinander ins Bett legen, dann kommt ein Roadster dabei heraus. Alfa Romeo und Mazda haben genau diese Autoform im Sinn. Mehr