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VW Polo Bluemotion Jetzt wird Knausern ohne Verzicht zum Kult

25.07.2009 ·  Der VW Polo Bluemotion war auf dem Genfer Automobil-Salon noch eine Studie. Jetzt haben wir ihn auf deutschen Straßen gefahren. Der Preis für das wohl sparsamste Serien-Auto der Welt im Familienformat wird bei 18.000 Euro liegen.

Von Wolfgang Peters
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Das Auto kommt aus der nahen Zukunft, offeriert einen Verbrauchs-Superlativ und wirkt überhaupt nicht spektakulär: Der VW Polo Bluemotion war auf dem Genfer Automobil-Salon noch eine Studie. Jetzt haben wir ihn auf deutschen Straßen gefahren, und VW wird ihn im Frühjahr 2010 auf den Markt bringen. Der Preis für das wohl sparsamste Serien-Auto der Welt im Familienformat wird bei 18 000 Euro liegen.

Der unauffällige Sensations-Polo vor dem F.A.Z.-Redaktionsgebäude stammt noch aus einer Vorserie. Doch Technik und Verarbeitung entsprechen bereits dem Serienstand, und schon kann es losgehen mit der Minimal-Fahrt. Wir haben uns zwei Fahrweisen für eine einzige Strecke ausgedacht: Stadt, Landstraße und Autobahn sind zu je einem Drittel vertreten, und der Fahrer wird einmal am Gaspedal knausern und im Verkehr mitschwimmen. Die zweite Etappe soll so schnell gefahren werden, wie es Verkehr und Vorschriften zulassen.

Durchschnittsverbrauch von 3,5 Liter Diesel

Die Ergebnisse sind verblüffend, waren aber gleichzeitig in dieser Form auch zu erwarten: Der VW Polo Bluemotion absolviert die erste Teilstrecke mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Das liegt kaum über dem versprochenen Normverbrauch von 3,3 Liter, aus dem sich auch die Kohlendioxid-Emission von 87 g/km errechnet. Dabei war die Spartour keine Schleichfahrt: Auf der Autobahn rollte der Knauser-Polo mit 110 bis 120 km/h dahin, der Bordrechner zeigte einen Momentanverbrauch von 2,5 bis 2,8 Liter. Wahrscheinlich kann man auf langen, tempolimitierten Strecken ohne schwere Steigungen - französische Autobahnen von Lyon aus nach Süden - den blauen Polo mit drei Liter fahren.

Auf der Rasanz-Distanz waren natürlich keine Winz-Verbräuche zu erwarten. Immerhin kam der jetzt schärfer gefahrene Polo auf der Autobahn in die Nähe von 170 km/h und lag beim Ampelstart durchaus an der Spitze des Feldes. Der aus dieser eher rücksichtslosen Fahrweise resultierende Verbrauch war zwar keine Sensation mehr, aber auch kein Grund zur Verzweiflung: 5,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer kostete das Ausleben des fahrerischen Temperaments. Kein Zweifel: der mit Hightech auf Sparsamkeit getrimmte Polo Bluemotion (Leergewicht 1080 Kilogramm) ist auch auf die Bemühungen des Fahrers angewiesen, wenn er Knauserkonsum ausweisen soll.

Schon beim ersten Dreiliter-Auto von VW, das im knapperen Kleid des Lupo realisiert worden war, wurde hoher Technikaufwand getrieben. Den hat das Technik-Team um Entwicklungschef Ulrich Hackenberg auch diesmal nicht gescheut. Der 1,2-Liter-TDI mit drei Zylindern, Common-Rail-Einspritzung, Rekuperation und Start-Stopp-Automatik (funktioniert tadellos) ist eine komplette Neuentwicklung: 55 kW (75 PS) und ein Drehmoment von 180 Nm sind für entspannte und angepasste Fahrweise durchaus genügend. Außerdem gibt sich der blaue Polo windschnittiger, und er liegt tiefer auf der Straße. Fast definiert der VW Polo Bluemotion mit seinem puristischen High-tech-Habitus den Start für eine neue Sportlichkeit: Knausern ohne Verzicht wird zum Kult.

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Jahrgang 1946, freier Autor in der Wirtschaft.

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