26.07.2010 · Schnittige Linien für den biederen Käfer hieß die Mission. Aber ohne den Segen von VW blieb die Nische, die sie besetzten, für die meisten Karosseriefirmen zu klein. Nicht alle Käfer im Sonntagskleid kamen von Karmann.
Von Dieter GüntherSchnittige Linien für den biederen Käfer hieß die Mission. Aber ohne den Segen von VW blieb die Nische, die sie besetzten, für die meisten Karosseriefirmen zu klein.
Nicht alle Käfer im Sonntagskleid kamen von Karmann. Karosserie Rometsch etwa, 1924 in Berlin-Halensee gegründet, brachte 1950 das mit Finesse geformte "Modell Beeskow" auf den Markt. Auf einen sehr kleinen Markt, denn der edle Dreisitzer kostete als Coupé 8900 und als Cabrio 9500 Mark. Das war ein kleines Vermögen für 24,5 PS - als es einen Export-Käfer für 5400 Mark gab.
Die Harmonie von Preis und Leistung geriet so aus den Fugen: Nur Auserwählte wie Karosserie Hebmüller oder die Wilhelm Karmann GmbH wurden mit Bodengruppen beliefert und ihre Modelle als Teil des offiziellen Firmenprogramms von jedem VW-Händler angeboten und betreut. Das schaffte Vertrauen und versprach ordentliche Stückzahlen. Bei Rometsch und Co. setzten sie dagegen weiter auf Handarbeit, notgedrungen: Für teure Blechpressen fehlte das Geld.
Aber die tapferen Karosserieschneiderlein gaben nicht auf. Um an Fahrgestelle zu kommen, mussten sie sich neue VW Käfer zum vollen Preis auf den Hof holen (und dann deren Außenhaut demontieren) - oder sie jagten Unfallwagen nach. Beides belastete die eigene Kalkulation. Damit war klar, dass alle nicht von Wolfsburg autorisierten Schöpfungen auf Käfer-Basis sehr exklusiv bleiben würden, selbst wenn sie mit Kompressoren oder Porsche-Motoren kokettierten. Wir stellen die schönsten Stücke aus Deutschland und der Schweiz vor.
Sie vergessen...
Lutz von Peter (LutzBrux)
- 27.07.2010, 12:10 Uhr
Tolle Autos, tolle Bilder aus einer längst vergessenen Zeit
Terrence Troesch (twt89)
- 27.07.2010, 14:15 Uhr