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VW Beetle Cabriolet Der amerikanischste aller Volkswagen

Der VW Beetle Cabriolet kommt im Februar nach Deutschland. Er punktet vor allem mit seinem elektrischen Verdeck. Der Startpreis liegt bei 21.300 Euro.

© Hersteller Die Wartezeiten in Deutschland betragen zwischen vier und sechs Monate

Die Neuauflage des VW Beetle (jetzt ohne New) ist bislang noch nicht recht in Deutschland angekommen. Keine 10 000 sind in diesem Jahr zugelassen worden, das liege aber in erster Linie an den Lieferschwierigkeiten, sagt man bei VW. Das Werk in Puebla (Mexiko) komme kaum nach, beliefere zuerst die amerikanischen Märkte, die Wartezeiten in Deutschland betragen zwischen vier und sechs Monate. Das soll auf jeden Fall beim Beetle Cabriolet, das derzeit auf der Los Angeles Motor Show seine Publikumspremiere feiert, vermieden werden.

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Nach Deutschland kommt der offene Beetle im Februar, und er punktet gleich damit, dass er ein elektrisches Verdeck hat. Das lässt sich in 9,5 Sekunden öffnen und in elf Sekunden schließen, auch während der Fahrt (bis 50 km/h). Und die Sicherheit kommt selbstverständlich nicht zu kurz: Bei einem Überschlag sind die Beetle-Insassen zum einen durch verstärkte und dickere A-Säulen, zum anderen durch ein Rollover-Protection-System geschützt. Bei Gefahr schießen binnen Millisekunden zwei Überrollbügel nach oben, die jetzt nicht mehr an der Rücklehne befestigt sind. So kann der Beetle II jetzt eine - wenn auch schmale - Durchladeöffnung bieten. Außerdem wuchs das Kofferraumvolumen um 12 Prozent auf 225 Liter. Das Stoffverdeck wird in Schwarz oder Beige angeboten, die Heckscheibe ist selbstverständlich aus Glas. Wie beim alten Käfer und dem New Beetle verschwindet das Verdeck nicht vollständig in seinem Kasten. Technisch sei das nicht anders möglich, weil das Eckige in das Runde müsse, erklärt VW-Designer Klaus Bischoff und meint damit die Vorderseite des Verdecks, die in die runde Form des Hecks passen muss. Doch sehr hoch baut das zusammengelegte Dach nicht mehr, eine Persenning wird mitgeliefert, man darf auch ohne sie fahren. Ein Windschott kostet 325 Euro Aufpreis.

Das neue Volkswagen Beetle Cabriolet (USA-Version) Bei einem Überschlag sind die Beetle-Insassen zum einen durch verstärkte und dickere A-Säulen, zum anderen durch ein Rollover-Protection-System geschützt © Hersteller Bilderstrecke 

Für unter die Haube bietet Volkswagen fünf verschiedene Triebwerke an, ohne Ausnahme Turbo-Direkteinspritzer. Schon der kleine Basismotor (1,2 Liter Hubraum) ist mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert, alle drei Benziner sind aber auch mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zu haben. Der kleine Diesel (1,6 Liter Hubraum) hat fünf Gänge, aber auch hier gibt es gegen Aufpreis (2200 Euro, sonst 1850 Euro) das DSG. Dazu gibt es vom 1.2 TSI und dem 1.6 TDI besonders sparsame „BlueMotion-Technology“-Modelle. Nur diese haben eine Start-Stopp-Funktion. Die Leistungsspanne der Motoren reicht von 77 kW (105 PS) bis 147 kW (200 PS).

Drei Ausstattungsvarianten stehen zur Wahl, etwas kryptisch Beetle, Design und Sport genannt. Nur bei Sport ist eine Klimaanlage serienmäßig (sonst 910 Euro Aufpreis, inklusive Tempomat), die Basis rollt auf Stahlrädern (16 Zoll). Ihr fehlt auch das „Käferfach“, ein zweites, sehr kleines Handschuhfach an der Stelle, an der es auch im Urkäfer gesessen hatte (direkt vor dem Beifahrer am Armaturenbrett). Weil VW beim Beetle Cabriolet mehr auf Emotionen setzen will, gibt es zum Start drei Editionsmodelle, die als 50s-, 60s- oder 70s-Edition den Stil der jeweiligen Jahrzehnte reflektieren sollen. Gespielt wird mit Verdeckfarben, Rädern mit Radkappen-Optik und Innenraumdesigns. Preise hierfür stehen noch nicht fest. Vielleicht genügt es aber auch, einfach „Käfer“ oder „Volkswagen“ auf die Kofferraumklappe schreiben zu lassen. Das kostet jeweils 50 Euro.

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Auf jeden Fall macht es Spaß, den neuen Käfer bei gutem Wetter offen zu bewegen, aber das gilt für jedes Cabriolet. Man sitzt gut, das Windschott sollte sich jeder Käufer zulegen, der gegen Zugluft empfindlich ist. Sitzheizung kostet 295 Euro Aufpreis. Auf ersten Probefahrten bewegten wir sowohl den stärksten Benziner als auch den stärksten Diesel, mit beiden macht man gewiss nichts falsch. Der kleine Benziner dürfte für den doch mindestens 1,4 Tonnen schwere Beetle, der im übrigen 20 Prozent steifer ist als das Vorgängermodell, eher zu schwach sein. Basis für das 4,27 Meter lange Cabrio ist noch der alte Golf, hinten wird aber die aufwendige Mehrlenker-Achse verbaut. Der Fahrkomfort ist sehr gut, die Servolenkung arbeitet elektromechanisch.

In Amerika, dem Land, das den Käfer so sehr liebt wie Deutschland, erwartet man ein Beetle-Verkaufsplus von gut einem Viertel durch das Cabriolet. Bemerkenswert ist, dass der neue Beetle von Männern besser angenommen wird als der alte: Die Quote der männlichen Käufer liegt in Amerika jetzt nämlich bei 40 Prozent, zuvor nur bei 28. Generell hat VW America zurzeit einen Lauf. 2012 wird das beste Jahr seit 1973: Nachdem die Verkaufszahlen in den Vorjahren jeweils um 11 und 26 Prozent stiegem, erwartet man für 2012 ein Plus von sage und schreibe 36 Prozent. Das ist selbst dann beachtlich, wenn der Gesamtmarkt um 12 Prozent wachsen wird.

Quelle: F.A.Z.

 
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