Home
http://www.faz.net/-gya-7gwpe
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Volvo V40 T5 HPC Donnerwetter, Heico!

 ·  Auch Volvo hat einen Haustuner: Heico aus Weiterstadt. Aus dem nicht schwachen V40 CC T5 machen die Südhessen einen wahren Kracher. Es lassen sich auch „gebrauchte“ Volvo nachrüsten.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (6)
© Schmidt Vergrößern Schon im Stand schnell und sooo grün: Volvo V40 T5 HPC von Heico Sportiv

Dürfen wir mal politisch unkorrekt sein? Gefallen finden an einem aufgemotzten Kompaktwagen, der 350 PS (257 kW) hat und auch schon mal 15,8 Liter Super auf 100 Kilometer durch die Brennräume jagt? Von 0 auf 100 geht es in weniger als sechs Sekunden, und in der Spitze sind 265 km/h drin. Da hätte selbst ein VW Golf GTI das Nachsehen.

Für rund 60.000 Euro bietet Tuner Heico Sportiv aus Weiterstadt (seit 1995 im Geschäft) den Volvo V40 T5 HPC an. HPC steht für Heico Performance Car. Wobei die Redaktion das Maximale fuhr, was bei Heico für den V40 technisch möglich ist. Basis ist der T5-Motor mit seinen regulär 254 PS (187 kW). Schon mit reinem „Chiptuning“ lässt sich das Triebwerk auf 270 PS bringen; ein anderer, leistungsstärkerer Turbolader macht 320 PS daraus. Die restlichen 30 PS kitzelt Heico mit einer Wasser-Ethanol-Einspritzung in den Turbolader heraus. Das ergibt mehr Sauerstoffmoleküle je Volumeneinheit für die Verbrennung des Kraftstoffs, was den Füllungsgrad des Motors kurzfristig verbessert. Nachteil: Für das Gemisch (50:50, ein Liter Ethanol kostet im Baumarkt 3,50 Euro) ist ein eigener Behälter (zehn Liter) im Motorraum nötig. Ungefähr für 100 Kilometer ist „Boosten“ drin, dann muss „nachgetankt“ werden. Den Endkunden wird diese Technik höchstwahrscheinlich nicht erreichen.

© Schmidt Vergrößern Zeigt gern den Auspuff: Heico-Volvo

Doch 320 PS aus dem bewährten Volvo-Fünfzylindermotor mit 2,5 Liter Hubraum sind nicht von schlechten Eltern, der Unterschied ist subjektiv nicht spürbar (der Boost wird auf Knopfdruck aktiviert). Wohl aber rennt der Heico mit dem Ethanol-Trick tatsächlich über 260 km/h, gemessen haben wir 265 km/h.Der digitale Volvo-Tacho zeigt nicht mehr als 260 km/h an, der zweite, der stets auf dem Navi-Schirm mitläuft, kletterte aber hoch bis 278 km/h. Und er beschleunigt vier Zehntelsekunden besser auf 100 km/h - 5,9 statt 6,3.

Die Tempojagd auf der Autobahn ist freilich nur ein Teil des Spaßes, den der T5 HPC bringen kann. Dank Sportfahrwerk und Spurverbreiterung an der Hinterachse, den sehr guten Grundlagen des Basismodells sowie dem serienmäßigen Allrad-Antrieb ist der Heico-V40 wahrscheinlich der fahragilste Volvo aller Zeiten. Allerdings ist er bretthart gefedert. Das muss man mögen. Querfugen in der Straße führen mitunter zu richtig harten Schlägen. Weil es den V40 nicht mit Allrad gibt, nimmt Heico einen V40 CC T5 (das Offroad-Modell) als Basis und rüstet den Wagen zurück, sprich legt ihn tiefer statt höher, entfernt die Dachreling, die Seitenschweller und andere Offroad-Applikationen. Zu den Veränderungen, die in Weiterstadt realisiert wurden, gehören neben denen am Motor eine Heckschürze in Diffusor-Optik, eine klappengesteuerte Vierrohr-Auspuffanlage, die sehr leistungsfähige Sechskolben-Sportbremsanlage, andere (Alu-)Räder mit Reifen von Continental (235/35 R19), ein Frontspoiler und etliche Veredelungen im Innenraum wie der blau beleuchtete „Heico“-Schriftzug auf den Einstiegsleisten der vorderen Türen (sehr schick).

© Schmidt Vergrößern Grün vor grün und von 0 auf 100 in sechs Sekunden

Im oben genannten Grundpreis fehlen die Kosten für die Lederarbeiten, die Sportsitze von Recaro und die Folierung (war alles im Testwagen vorhanden). Vor allem die schreiende Farbe „Toxic-Green-Matt“ bescherte dem getunten V40 extrem viel Aufmerksamkeit. Obwohl nur foliert, würde so ein Statement zum Aufkleben rund 2500 Euro kosten. Generell kann der Kunde seinen Heico-Volvo aus Bausteinen zusammenstellen, es ist auch rein optisches Tuning möglich. Alle neuen Schweden-Mobile sind Thema für Heico, auch für die Diesel - und bald sogar der „grüne“ Hybrid-V 60. „Die Kunden fragen selbst hier nach Leistungssteigerung“, freut sich Pressesprecher Patrick Brenndörfer. Das Tuning-Sortiment (alles mit Volvo-Garantie) kann über jeden Volvo-Händler bestellt werden oder im Internet. Selbstverständlich lassen sich auch „gebrauchte“ Volvo nachrüsten. Der Schwerpunkt des Geschäfts liegt auf der Leistungssteigerung.

Der Heico-V40 hat als Viertürer und Fünfsitzer (aber dann wird es sehr eng) gewisse praktische Talente, der (kleine) Kofferraum hat ein Volumen von 335 Liter, die Rückbanklehnen können umgelegt werden. Selbstverständlich wird die passive Sicherheit ganz groß geschrieben (im Crashtest von EuroNCAP war bislang noch kein Auto besser), es gibt optional eine Fülle von Assistenzsystemen und in Serie einen Fußgänger-Airbag nebst City-Safety (selbsttätiges Bremsen bis 50 km/h). Die Instrumente sind auf Wunsch virtuell, drei verschiedene Designs stehen zur Wahl. Wer den V40 T5 HPC vorsichtig bewegt, muss keine so große Angst vor dem Tankwart haben, denn 10,3 Liter Super auf 100 Kilometer sind möglich. Der Gesamtschnitt belief sich allerdings auf 11,8 Liter.

  Weitersagen Kommentieren (4) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Neue Programmierung von Motoren Was man tunen kann und lassen soll

Die Elektronik macht es möglich: Mit einer neuen Programmierung lässt sich dem Auto mehr Leistung entlocken. Das geht in wenigen Minuten. Doch einfach ist es nicht. Mehr

16.04.2014, 10:25 Uhr | Technik-Motor
Porsche 911 Targa Dieses wundervolle Dachtheater

Bei diesem Modell ist der Allradantrieb immer an Bord. Dafür liegt der Basispreis für das Halb-Cabriolet auch bei 109.338 Euro. Eine erste Probefahrt mit dem neuen Porsche 911 Targa. Mehr

13.04.2014, 17:26 Uhr | Technik-Motor
Kia Cee’d GT Track Sie wissen, wie der VW GTI tickt

Am VW Golf GTI sind fast alle Konkurrenten gescheitert. Der Kia Cee’d GT Track fährt fast auf Augenhöhe. In ihm lebt die Urfreude am härteren Fahren auf. Mehr

20.04.2014, 08:00 Uhr | Technik-Motor

31.08.2013, 16:08 Uhr

Weitersagen
 

Karl, jetzt ein Osterei

Von Michael Spehr

Karl Klammer, der in Amerika Clippy hieß, war zu seinen Lebzeiten kein „Easter Egg“, aber er ist es jetzt, wenn er im Windows Phone 8.1 wiederauflebt. Mehr 15

Hinweis
Die Redaktion