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Volvo Ocean Race Flotte zerfleddert

04.12.2011 ·  Dramatische Szenen auf hoher See: Das Volvo Ocean Race ist mal wieder ein Spektakel für sich. Die Ausfallquote im Rund-um-die-Welt-Rennen liegt zeitweise bei 50 Prozent.

Von Walter Wille
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© dpa Ziemlich geknickt: Das Team Abu Dhabi verlor schon in der ersten Nacht seinen Mast und muss für die weiteren acht Etappen auf sein Ersatzrigg zurückgreifen. Das muss unbedingt halten. Es ist das letzte.

Vor dem Volvo Ocean Race 2011/12 hieß es: Die Flotte sei diesmal ausgeglichener denn je und die Boote seien weniger, bruchanfällig als in den vorigen Rund-um-die-Welt-Rennen. Ersteres ließ sich bisher nicht so recht überprüfen, weil Letzteres offenbar nicht stimmt. Die Ausfallquote auf der ersten von neun Etappen (Alicante-Kapstadt): 50 Prozent.

Gleich nach dem Start am 5. November drohte das überwiegend mit Neuseeländern besetzte Boot des chinesischen Teams Sanya auf Grund zu gehen, weil in schwerem Wetter plötzlich ein Riesenloch im Kohlefaserrumpf klaffte. Auch Abu Dhabi Racing ereilte das Desaster schon zu Beginn, als der Mast von oben kam.

Der britische Skipper Ian Walker ließ eilig den Ersatzmast heranfliegen und aufstellen, um aus schon fast aussichtsloser Position die Verfolgung des restlichen Feldes aufzunehmen, besann sich dann aber darauf, dass der Zweitmast zugleich sein letzter fürs gesamte Ocean Race ist und besser nicht übereilt und ohne sorgfältige Tests aufs Spiel gesetzt werden sollte.

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© Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Vol Außer Gefecht: Die entmastete Puma-Yacht vor der Insel Tristan da Cunha - sie liegt tagelang vor Anker und wartet auf den Frachter nach Kapstadt.

Abu Dhabi und Sanya traten per Frachter die Reise nach Kapstadt an und sollen möglichst zum Start der zweiten Etappe am 11. Dezember wieder einsatzfähig sein. Bei einem Starterfeld von nur sechs Booten ist jedes einzelne davon fürs Rennen kostbar.

Die Zeit ist knapp, besonders für das ursprünglich leicht favorisierte Puma-Team mit dem amerikanischen Skipper Ken Read und Vorschiffsmann Michael Müller, dem einzigen Deutschen im Rennen. Zwei Wochen lang, über Tausende Seemeilen hinweg lieferte sich Puma ein furioses Kopf-an-Kopf-Rennen mit der spanischen Telefónica - bis auch Pumas Mast brach. Plötzlich war der schwarze Renner lahm und humpelte unter Notrigg und Hilfsdiesel zur Vulkaninsel Tristan da Cunha im Südatlantik, die als abgelegenster Außenposten der Menschheit gilt. Die Crew saß tagelang fest, bis sie von einem Schiff abgeholt wurde.

Der Weg war frei für Telefónicas Etappensieg vor der spanisch-neuseeländischen Camper und der französischen Groupama, die für eine erstaunlich unorthodoxe Routenwahl bitter bezahlen musste und am Dienstag nach gut 24 Tagen mit rund drei Tagen Rückstand ins Ziel kam.

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