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Triumph Rocket III Triumph der Sinne

 ·  Die Rocket III Touring blubbert in die Ferne: In diesem Jahr legte die englischen Traditionsmarke Triumph noch einmal nach mit der Version Touring. Ein schweres Eisen mit einem mächtigen Motor in einem stählernen Doppelschleifenrahmen.

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Sie ist das dickste Serienmotorrad der Welt, ein schweres Eisen mit einem mächtigen Motor in einem stählernen Doppelschleifenrahmen. Die Rocket III der englischen Traditionsmarke Triumph hat bei den großen Cruisern Maßstäbe gesetzt. In diesem Jahr legte Triumph noch einmal nach mit der Version Touring: schlanke Packtaschen im Stil der sechziger Jahre, halbhohe Windschutzscheibe und reichlich verchromter Zierrat - damit setzt sich das Riesenkrad trefflich in Szene, sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit überall und entspanntes Reisen über Land. 19.740 Euro kostet die Möglichkeit, den Weg zwischen Nostalgie und Tourenvergnügen einzuschlagen.

Der Antriebsstrang des Tourers entspricht dem der herkömmlichen Rocket. Auf den Tiefen von 2,3 Liter Hubraum, verteilt auf drei Zylinder, treten 79 kW (108 PS) Nennleistung zu Tage. Nicht besonders beeindruckend dies, wohl aber das Drehmoment: 209 Newtonmeter drückt der Dreizylinder in die Kardanwelle zum Hinterrad, und das bereits bei 2000 Umdrehungen in der Minute. Diese Leistungscharakteristik verleiht der Touring-Rocket vorzügliche Cruiser- und Reisetauglichkeit.

Das Getriebe schaltet sehr geräuschvoll mit lautem Schwermetallklacken

Das Tankvolumen von 22,5 Liter passt hierzu ebenso wie der maßvolle Verbrauch. Um die sechs Liter werden konsumiert, nicht zu viel angesichts des Hammer-Hubraums. Fünf Gänge hat das Getriebe, im Grunde wären vier ausreichend, da der Motor zu keiner Zeit nur den Hauch einer Durchzugsschwäche erkennen lässt. Sein Klang dagegen ist nicht berauschend. Eine über ein Zahnrad angetriebene Ausgleichswelle soll die Vibrationen des Dreizylinders bändigen, was ihr nicht über das gesamte Drehzahlband gelingt. Das leise Kribbeln in den Händen stellt sich um 3000/min ein, dann liefern auch die Rückspiegel keine deutlichen Bilder mehr. Das ist bedauerlich, zumal die Rocket III gerade als Touringmodell kein Motorrad für Dauerhöchstgeschwindigkeiten ist und der Spurwechsel auf der Autobahn immer durch ein Drehen des Kopfes gesichert werden muss.

Das Getriebe schaltet sehr geräuschvoll mit lautem Schwermetallklacken. Immerhin wird Präzision geboten. Die Bremsen sprechen gefühlvoll an, an den langen Fußhebel muss man sich freilich erst gewöhnen. Das gilt im Übrigen auch für das Gewicht der Rocket III. 358 Kilogramm schwer ist sie. Mit Gepäck und Sozius ist die Halb-Tonnen-Grenze schnell erreicht. Dabei bieten die beiden Koffer gar nicht mal viel Stauraum, rund 20 Liter passen rein, Sperrgepäck muss zu Hause bleiben.

Eindrucksvoller Auftritt und angenehmer Fahrkomfort

Trotz seiner Masse ist der Brummer gut beherrschbar, da sein Schwerpunkt angenehm tief liegt. So lassen sich Kurven mit Würde und mit beachtlicher Schräglage meistern, nur die hochklappenden Trittbretter und die beiden schlanken Auspuffrohre setzen Grenzen. Bei Tempo 140 und darüber neigt die Rocket III leicht zum Pendeln, bleibt dem kritischen Bereich jedoch fern. Bei dieser Geschwindigkeit ist die nicht einstellbare Frontscheibe zumindest für einen 1,84-Meter-Piloten nicht ausreichend hoch, an ihrer Oberkante entstehen Verwirbelungen, die genau auf den Helm treffen und am Kopf rütteln. Die Ausstattung ist insgesamt ordentlich, auch wenn es keinen Drehzahlmesser gibt.

Trotz kleiner Unzulänglichkeiten bereitet die große Triumph viel Spaß. Ihr Auftritt ist eindrucksvoll, der Fahrkomfort bei moderatem Tempo höchst angenehm. Und auf die Frage, wie man einen solchen Zweiradriesen fährt, gibt es nur eine Antwort: Mit Bedacht und aus dem Handgelenk heraus.

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