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Veröffentlicht: 26.05.2017, 12:40 Uhr

Elektro-Motorroller von BMW Das wird ja immer roller

Mit Elektroantrieb und Vernetzung will BMW den Motorroller in die Zukunft befördern. Mit dem an diesem Freitag vorgestellen E-Scooter Concept Link bringt sich der Münchner Konzern beim Thema urbane Mobilität in Stellung.

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© Wille „Wir brechen Konventionen“: Langgesteckt, niedrig, futuristisch. Und Stromkabel als neues Zeichen von Sportlichkeit

BMW setzt für den Stadtverkehr der Zukunft auf voll vernetzte, elektrisch angetriebene Zweiräder. Am Comer See präsentierte das Unternehmen am Freitag die futuristisch anmutende Studie eines Elektrorollers, der umfassend mit seiner Umgebung und auch mit seinem Fahrer digital vernetzt werden soll und zum Beispiel Informationen mit anderen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur austauschen kann. Das aus Anlass der Klassiker-Veranstaltung Concorso d’Eleganza Villa d’Este gezeigte Fahrzeug soll „das zukünftige Verständnis von BMW Motorrad für urbane Mobilität verkörpern".

Walter Wille Folgen:

„Concept Link“, so der Name der Studie, soll nach den Worten von Stephan Schaller, Leiter der BMW-Motorradsparte, bei uneingeschränktem Fahrspaß für mehr Sicherheit zu sorgen,  Wann ein entsprechendes Serienfahrzeug auf den Markt kommen könnte, ließ Schaller offen. Allerdings stehe hinter der Studie eine „sehr reale Hintergrundidee“, sagte er im Gespräch. „Im Zeitraum von drei bis acht Jahren wird sehr viel passieren.“

Informationen wie Geschwindigkeit, Fahranweisungen des Navigationssystems oder Ladezustand des Akkus werden nicht auf einem herkömmlichen Bordinstrument dargestellt, sondern auf dem Windschild der Fahrzeugfront sichtbar gemacht. Ein Touchscreen unterhalb des Lenkers dient der Steuerung von Infotainment, Konnektivität und Routenplanung. Die Verbindung von Fahrzeug, Fahrer und Umwelt könnte laut BMW so weit gehen, dass der Scooter vom Datum des Tages auf das Fahrziel des Fahrers schließt, die schnellste oder schönste Route dorthin und obendrein die passende Musik vorschlägt. „Das Ding ist intelligent“, sagte BMW-Designchef Edgar Heinrich.

46638348 Zahnriemenantrieb vom Elektromotor und ein mächtig zur Schau gestelltes Federbein. © Wille Bilderstrecke 

Teil des Konzepts ist eine Vernetzung des Fahrers mit seinem Scooter über die Kleidung. Hier bestehe „großes Potential hinsichtlich Sicherheit Komfort, Funktionalität und Fahrerlebnis“. Mit Sensoren ausgestattete Kleidung könnte Schaller zufolge das Befinden des Fahrers überwachen, in Gefahrensituationen durch Signale oder Vibrationen Warnhinweise geben, wenn beispielsweise der Fahrer etwas übersähe oder eine Kurve zu schnell anfahre. Das Gepäckfach von Concept Link unterhalb des Sitzes hat eine Schiebetür, die sich durch eine streichende Bewegung auf dem Ärmel der Motorradjacke öffnen und schließen lässt. Für das Zusammenspiel von Fahrzeug und Fahrerbekleidung gibt es zahlreiche weitere  Ideen, etwa ein Stopplicht am Rücken und Blinkleuchten an den Schultern.

Beim gegenwärtigen Stand der Batterietechnik sei für Elektro-Zweiräder „der urbane Ansatz der einzig passende“, meint Schaller. Auf längere Sicht werde die Zukunft rein elektrisch sein, für Scooter ebenso wie für Motorräder. „Und es wird einen enormen Fahrspaß mit elektrischen Motorrädern geben. Da bin ich sicher. Aber ich kann nicht sagen, wie lange das noch dauern wird. Wir arbeiten daran und profitieren dabei von der Autoindustrie, die voranmarschiert.“

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Das Design des Concept Link „bricht Konventionen“, wie Heinrich es formuliert, er sei weder Roller noch Motorrad. Ungewöhnlich niedrig und gestreckt ist die Silhouette des Fahrzeugs, das sich dem Nutzer anpassen lassen soll, etwa mit Hilfe unterschiedlicher Sitze von sportlichem Solosattel bis zur komfortablen Doppelbank. Der Energiespeicher wird im Unterboden untergebracht, der Elektromotor überträgt seine Kraft per Zahnriemen ans Hinterrad. Technische Komponenten – orangefarbene Kabel, Kühlrippen, Einarmschwinge, Federung – werden nicht versteckt, sondern als Teil des Designs hervorgehoben. Ein Rückwärtsgang soll das Manövrieren auf engem Raum vereinfachen. Über Reichweiten und Fahrleistungen gab es noch keine Auskunft, allerdings wird es sich bei Concept Link um ein wesentlich dynamischeres Vehikel handeln als gängige 45-km/h-Elektroroller. 

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Von Holger Appel

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