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Qualitätsmängel an TSI-Motoren Kettenärger im VW

 ·  Durch nicht sorgfältige Fertigung sowie durch Reste von Fertigungsschmutz können die Steuerketten in VWs TSI-Motoren schnell verschleißen. Defekte Ketten werden oft auf Kulanz ausgetauscht.

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© Hersteller Die lange Antriebskette von der Kurbel- zur Nockenwelle im 1.2 TSI von VW

Wenn Millionen identischer Motoren im Jahr gebaut werden, gibt es mit bestimmten Bauteilen immer mal wieder Ärger. In diesem Fall sind es die Steuerketten der TSI-Motoren von VW, mit denen die Nockenwellen von der Kurbelwelle aus angetrieben werden. Durch nicht sorgfältige Fertigung sowie durch Reste von Fertigungsschmutz verschleißen die Ketten zu früh. Sie längen sich unzulässig, dadurch rasselt der Kettentrieb besonders beim Kaltstart immer lauter. Im schlimmsten Fall kann die Kette auf einem der Kettenräder überspringen und der Motor läuft wegen der verstellten Ventilsteuerzeiten nicht mehr. Vor allem der 1,4-Liter-Vierzylinder scheint davon betroffen zu sein, gelegentlich auch der 1.2 TSI.

Die Fachzeitschrift „Autobild“ hat bisher 61 Schadensfälle gesammelt, die meist bei relativ niedrigen Laufleistungen von weniger als 100.000 Kilometern auftraten. Da sich die meisten dieser Fälle in der Garantiezeit ereigneten, wurde die Kette von VW kostenlos ersetzt. Danach übernimmt VW meist zumindest den Warenwert. Auch andere Automobilhersteller haben Kettenprobleme, doch keiner stellt so viele identische Motoren her wie VW, so dass die Fälle dieser Art sich auf relativ kleine Stückzahlen beschränken. Nach Auskunft von VW handelt es sich um Ketten, die von verschiedenen Herstellern geliefert werden. „Da werden Hersteller verkauft, das Management wechselt, oder Ingenieure wandern ab“, klagen die Motorenbauer. „Jede solche Maßnahme kann dazu führen, dass es einen Qualitätsbruch bei den angelieferten Ketten gibt, der von der Eingangskontrolle nicht erkannt werden kann.“ Was man gern verschweigt, ist der Preisdruck, unter dem die Lieferanten arbeiten müssen, um ihren Großkunden nicht zu verlieren. Auch das kann zu Problemen führen.

In künftigen Motoren werden die Ketten durch Zahnriemen ersetzt

Es sei wichtig, sagt VW, dass Kunden die Ölwechselintervalle einhalten, um Schwierigkeiten mit der Schmierung auszuschalten. „Ein anderes Problem bereitet uns zunehmend Sorgen, nämlich der immer häufigere Kurzstreckenverkehr, bei dem der Motor nicht mehr richtig warm wird, zumal er mit niedrigster Drehzahl gefahren wird.“ Gut für den Kraftstoffverbrauch, schlecht für die Motortechnik - einer der Gründe für die Zylinderabschaltung zunächst im 1.4 TSI. Arbeiten bei geringer Leistungsanforderung nur zwei von vier Zylindern, wird von ihnen mehr Leistung gefordert. Sie laufen mit besserem Wirkungsgrad und werden wärmer. Hauptgrund für die Einführung ist freilich der geringere Kraftstoffverbrauch.

Für die betroffenen Autofahrer ist es zwar kein Trost, doch VW wird die Ketten in künftigen Benzinmotoren durch Zahnriemen ersetzen. In den TDI-Motoren hat VW mit Zahnriemen einige Jahrzehnte Erfahrungen. In der Anfangszeit mussten sie schon nach 70.000 Kilometern gewechselt werden. Heute halten die Riemen ein Motorleben lang. Das liegt nicht nur an der Verbesserung der Riemenqualität, sondern auch an der Einführung „unrunder“ Zahnräder, wobei die Abweichung von der Rundheit mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Der Wechsel von der Kette zum Zahnriemen erfolgt jedoch nicht wegen der Haltbarkeit, sondern wegen des geringeren Leistungsbedarfs gegenüber der Kette. Der Riemen hilft also nicht nur Kraftstoff zu sparen, sondern auch Gewicht, zumal er nicht innerhalb des Motors läuft, sondern unter einer leichten Abdeckung vor dem Motor. Solche Überlegungen werden auch von anderen Motorenherstellern angestellt, deren Triebwerke noch mit Ketten arbeiten. Auch sie dürfen keine Maßnahme auslassen, die den Verbrauch senkt - und sei es nur ein bisschen.

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