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Probefahrt mit Prototypen Renault setzt auf Elektroantrieb

 ·  Kein Automobilhersteller engagiert sich so stark für das Elektro-Auto wie Renault: 2020 sollen zehn Prozent aller verkauften Personenwagen reine Stromer sein. Die drei Modelle Fluence, Zoe und Twizy konnten wir schon einmal Probe fahren.

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Kein Automobilhersteller engagiert sich so stark für das Elektro-Auto wie Renault: Auf der IAA in Frankfurt hat das Unternehmen nicht nur vier verschiedene Stromer vorgestellt, sondern auch gleichzeitig verkündet, dass noch 2011 das erste E-Auto in Großserie gebaut werden solle, das Frankfurter Quartett sei die Ouvertüre: 2020 sollen zehn Prozent aller verkauften Renault-Personenwagen reine Elektro-Fahrzeuge sein.

Um die Verbreitung der Stromer mit Nachdruck voranzutreiben, hat Renault mit mehr als 30 Regierungen, Energieunternehmen und anderen Organisationen Partnerschaften geschlossen. Außerdem will der französische Staat das E-Auto und die dazu nötige Infrastruktur fördern - für diese stehen 900 Millionen Euro im Haushaltsplan. Zudem soll der einzelne Käufer eine staatliche Prämie von 5000 Euro erhalten.

Reine Prototypen

Die drei Modelle Fluence, Zoe und Twizy konnte die Redaktion jetzt in der Nähe von Paris fahren, nur der vierte Renault-Stromer, der elektrifizierte Kangoo, stand nicht zur Verfügung. Allerdings sind alle drei Autos reine Prototypen, die noch im wahrsten Sinne des Wortes handgeschnitzt sind. Das Fahren war wenig spektakulär. Aber die Show: Das Trio könnte Beiwerk für einen Science-Fiction-Film sein, aber Stephane Janin, bei Renault Direktor für Concept Cars, versichert, dass der Fluence und auch der kleine Twizy schon äußerst seriennah seien.

Die Stufenheck-Limousine Fluence, die 2010 mit einem konventionellen Verbrennungsmotor auf den Markt kommt, soll als erstes E-Auto im Markt sein. In Israel und in Dänemark hat das Unternehmen Better Place des Internet-Milliardärs Shy Agassi große Pläne. Für die nächsten sechs Jahre hat Agassi bei Renault 100 000 E-Fluence bestellt. Neben dem "gewöhnlichen" Aufladen an der häuslichen Steckdose (in vier bis acht Stunden) ist eine Art Boost-Ladung in 20 Minuten möglich, und man möchte Batterie-Wechselstationen ins Leben rufen, in denen innerhalb von drei Minuten die leere gegen eine volle Batterie getauscht wird. Ob das zu realisieren ist, wird sich zeigen. Man denkt an Stationen, die 100 bis 200 Batterien auf Lager haben. Die Reichweite des Fluence beträgt 160 Kilometer, der E-Motor leistet 70 kW (95 PS), die Lithium-Ionen-Batterie steht senkrecht zwischen Rücksitzbank und Kofferraum, was dessen Volumen auf 327 Liter beschränkt.

Zwei Passagiere sitzen hintereinander

Im Zoe liegen die Batterien im Boden, sonst ist die E-Technik die gleiche wie im Fluence. Mit seinen runden Formen und den vier Schmetterlingstüren ist der 4,10 Meter lange Zoe noch sehr weit von einem Serienauto entfernt. Der elektrische Kangoo hat ebenfalls den 70-kW-Motor, auch er soll 2011 in Serie gehen. Zoe, Fluence und Kangoo sowie die Batterien werden in Frankreich gebaut.

Das ungewöhnlichste Renault-Konzept ist der 2,30 Meter kurze Twizy, der trotz seiner vier Räder an ein Motorrad erinnert. Die zwei Passagiere sitzen hintereinander, das Stadtfahrzeug hat 100 Kilometer Reichweite, der E-Motor mit 15 kW (20 PS) sorgt für maximal 75 km/h. Eine auf 45 km/h limitierte Variante ist für Sechzehnjährige gedacht. Auch hier soll 2011 die Produktion starten - im spanischen Valladolid.

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Jahrgang 1959, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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