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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Porsche Cayman R Der bissigste aller Kaimane

 ·  Die Erweiterung der Cayman-Baureihe wird von Porsche gefeiert, als gäbe es kein Morgen. 69.830 Euro kostet die sportlichste und bissigste Version des Mittelmotor-Sportcoupés. Der Porsche Cayman R ist der direkte Elfer-Konkurrent. Eine erste Probefahrt.

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Porsche ist ein Meister der Differenzierung. Beinahe jedes Baureihen-Derivat wird zur Einführung zelebriert wie ein eigenständiges Modell. Diese Kunstfertigkeit stammt noch aus Zeiten, als der 911 Carrera der einzige Sportler aus Zuffenhausen war. Heute stärken Boxster, Panamera und Cayenne das Markenportfolio, und dennoch wird jetzt die Erweiterung der Cayman-Baureihe gefeiert, als gäbe es kein Morgen. 69.830 Euro kostet die sportlichste und bissigste Version des Mittelmotor-Sportcoupés.

Ein feststehender Heckflügel, der den Abtrieb an der Hinterachse um 40 Prozent verbessert, und nostalgisch wirkende Porsche-Schriftzüge an den Flanken sind die Kennzeichen des Cayman, der das R im Namen als Reminiszenz an den 1967 erschienenen Carrera 911 R trägt. Die Leistung des Sechszylinder-Boxers wurde im Vergleich zur bisherigen Topmotorisierung des Cayman um 7 auf 243 kW (330 PS) erhöht, das Fahrzeuggewicht dagegen um 55 auf 1295 Kilogramm gesenkt.

Das ist nicht allein die Folge ausgeklügelten Leichtbaus, vielmehr übt Porsche bei der Ausstattung Verzicht. Radio und Klimaanlage gehören nicht mehr dazu, werden aber auf Wunsch eingebaut. Beides zusammen bringt rund 15 Kilo Gewichtsreduzierung. Leichtere Sportsitze und Türen sowie ein Kofferraumdeckel vorn aus Aluminium helfen ebenso wie diverse Kleinarbeit beim Abspecken.

Dort will der Cayman R ordentlich Dampf machen

Als Option gibt es eine Lithium-Ionen-Batterie (1900 Euro Aufpreis), was weitere zehn Kilogramm bringt und vor allem für den Einsatz des Freizeitsportlers auf der Rennstrecke gedacht ist. Dort will der Cayman R ordentlich Dampf machen. Die Karosserie hockt zwei Zentimeter tiefer über dem Asphalt, eine im Vergleich zu anderen Versionen breitere Spur und eine straffere Abstimmung sorgen zusätzlich für Agilität. Mit der schmückt sich das Sportcoupé in allen Fahrsituationen. Die Lenkung wirkt ein wenig schwergängiger als bei den „normalen“ Caymans, das liegt an den breiteren und größeren Rädern und der geänderten Achsgeometrie. Dafür pfeilt die R-Version zielgenau und mit fast unerschütterlicher Beständigkeit durch die Kurven. Von Untersteuern keine Rede, das Ausbrechen des Hecks verhindern die Fahrstabilisierungsprogramme. Statt Radio-Unterhaltung gibt es einen satten Motorklang, der 3,4-Liter-Boxer kennt vor allem in Verbindung mit der 2153 Euro teuren Sportauspuffanlage kaum eine Alternative zu kernigem Röhren und dumpfem Blubbern.

Dennoch lässt sich der Cayman R auch auf öffentlichen Straßen entspannt bewegen. Gerade mit dem Doppelkupplungsgetriebe PDK (3147 Euro) schnurrt er leicht und lässig über die Landstraße. Dann sinkt auch der Spritverbrauch nach Norm auf 9,3 Liter für 100 Kilometer. Das manuelle Sechsganggetriebe erhöht den Konsum leicht auf 9,7 Liter, erlaubt aber 282 statt 280 km/h Höchstgeschwindigkeit. Fünf Sekunden vergehen mit dem Schalter bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h, das PDK schafft den Sprint in 4,9, mit dem „Sport Chrono Paket Plus“ (1225 Euro) in nur 4,7 Sekunden.

Eine Feinoptimierung sei mit dem Cayman R gelungen, die besonders sportlich ambitionierte Fahrer anspreche, sagt Fahrwerkentwickler Eberhard Armbrust. Wer den puristischen Cayman R dann aber mit all den feinen Extras und schicken Design-Schmankerln ausstattet, die auf der umfangreichen Zubehörliste stehen, der hat den Gewichtsvorteil schnell verspielt. Immerhin zeugt das R im Schriftzug auch dann noch unübersehbar davon, dass hier der bissigste aller Kaimane unterwegs ist. Für den Kaufpreis eines voll ausgestatteten Exemplars gibt es zwar fast schon einen Elfer (85 538 Euro), diesen aber nur in der Einstiegsversion.

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